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17:53 17.01.2019
Der 16. Salemer Dialog fand aufgrund des Besucheransturms in der Camping-Arena statt, unter anderem mit dem ehemaligen Spiegel-Journalist Georg Mascolo (vorn, 4. v. l.). Quelle: Thomas Biller
Salem

„Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“ – diese Zeilen eines Kinderliedes waren gewissermaßen der Anstoß für eine Erfolgsstory. Denn „vor fünf Jahren standen Gabriele und ich in Dargow im Garten unter Apfelbäumen und uns fiel auf, dass trotz der vollen Apfelblüte kein Summen zu hören war“, erzählt die pensionierte Politik-Lehrerin Annette Andresen. Das war zu der Zeit, als aus Amerika die Kunde vom großen Bienensterben herüberdrang. Und auch hierzulande stellte man in den kommenden Jahren einen starken Rückgang bei allen Insektenarten fest.

Offene Türen im Gemeindezentrum eingerannt

„Da hatten wir die Idee, dieses Thema auch bei uns im Dorf zu diskutieren. Denn das Problem betrifft ja vor allem den ländlichen Raum“, ergänzt Gabriele Heise, die viele Jahre als freie Radiojournalistin für den NDR arbeitete – unter anderem als Moderatorin in der „Redezeit“. Heise und Andresen kommen aus Hamburg, haben aber ihren Zweitwohnsitz seit Jahrzehnten in Bresahn und Dargow, Ortsteilen von Salem.

Die Macher des „Salemer Dialogs“: Annette Andresen, Herbert Schmidt und Gabriele Heise (v. l.). Quelle: Joachim Strunk

Bei Bürgermeister Herbert Schmidt rannten sie mit ihrer Anfrage offene Türen des gerade fertiggestellten Gemeindezentrums am Salemer See ein. Der Veranstaltungssaal fasst 100 Besucher, für eine Talk-Veranstaltung auf dem Dorf, und sei sie noch so ambitioniert und interessant, schien das auf den ersten Blick etwas sehr ehrgeizig. Doch der große Zuspruch bei den einzelnen Veranstaltungen gab den Macherinnen Recht.

„Die beiden am schlechtest besuchten Dialog-Themen waren ,Jugend auf dem Lande’ mit 35 sowie ,Ab in die Tonne und was dann’, wo es um das letztjährige Müllchaos im Kreis ging, mit 45 Besuchern. Das lag daran, dass zu dem Zeitpunkt das Abfallproblem bereits wieder gelöst war. Und bei der Jugend sehen wir ein allgemeines Problem, diese selbst überhaupt für solche Veranstaltungen und zum Mitmachen zu motivieren“, rekapituliert Andresen.

Motivationsprobleme bei der Jugend

Das Durchschnittsalter der interessierten Besucher an einem Sonntagnachmittag viermal im Jahr läge geschätzt jenseits der 50, meint Herbert Schmidt. Aber das tut dem allgemeinen Interesse keinen Abbruch. Im Schnitt zwischen 60 und 70 Leute aus dem Ort oder aus Nachbargemeinden kommen zu den Diskussionsforen.

„Den größten Zuspruch hatten wir mit über 90 Gästen beim Thema ,Alt werden auf dem Land’, das eben viele betrifft“, so Andresen. Mehr als 100 Besucher lockte gar das Thema ,Journalismus’ an. Was möglicherweise auch am prominenten Gast Georg Mascolo lag, dem ehemaligen Spiegel-Chefredakteur und seit 2014 Leiter des Rechercheverbundes des NDR, des WDR und der Süddeutschen Zeitung.

Der Jubiläums-Talk

„Nicht nur reden –(mit)machen!“, lautet das Motto der Jubiläumsveranstaltung des „Salemer Dialogs“. Denn hier dreht es sich konkret um das, was die Organisatoren bei allen Veranstaltungen antreibt: Mitmachen, und zwar vor Ort. Neben zahlreichen Vertretern lokaler Vereine und Verbände sind individuelle Anbieter von Dienstleistungen (Musik, Sport, Camping) und natürlich alle interessierten Gäste eingeladen. „Wir gehen wieder von rund 100 Besuchern aus“, verrät Bürgermeister Herbert Schmidt.

Anwesende sind aufgerufen zu erzählen, was sie tun, um das Leben ihrer Gemeinde zu bereichern. Sollen erzählen, um wen oder was sie sich kümmern. Psychotherapeut und Dozent Heiner Max Alberti aus Mölln wird einen kurzen Vortrag über die Bedeutung des Ehrenamtes für eine gelingende Zukunft in den Gemeinden halten.

Die Jubiläumsdiskussionsfeier findet am Sonntag, 27. Januar, von 16 bis 18 Uhr im Gemeindezentrum Salem, Seestraße 44 statt. Der Eintritt ist frei.

Das Debattenspektrum umfasst vor allem Naturthemen, die allerdings immer lokal und regional von Bedeutung sind, wie „Kräuter“, „Wasser“, „Wald“ und „Wolf“. Aber auch politische und gesellschaftliche Probleme wie „25 Jahre Wende“, „Glück“, „Heimat“, „Zukunft“ oder „Energie“ werden besprochen, diskutiert und manchmal auch mit spitzem Wort ausgefochten.

Begegnung und Austausch auf Augenhöhe

„Der Salemer Dialog will Begegnung und Austausch auf Augenhöhe fördern und dazu einladen, miteinander über Anliegen und Themen aus unserer Nahwelt ins Gespräch zu kommen“, erläutern Heise, Andresen und Schmidt ihre Motivation. Daraus erwachse die Fähigkeit, selbst komplexere Zusammenhänge zu durchdringen, kluge Fragen an Experten zu stellen und dazu zu lernen. „Dann verstehen wir auch die großen Themen der Welt besser.“

Obwohl Gabriele Heise und Annette Andresen bereits im beruflichen Ruhestand sind, sehen sie für ihren „Salemer Dialog“ noch lange kein Ende. „So lange uns die Themen nicht ausgehen . . .“

Joachim Strunk

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