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Lauenburg El Basiouni will Ratzeburgs Bürgermeister werden
Lokales Lauenburg El Basiouni will Ratzeburgs Bürgermeister werden
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19:11 26.11.2018
Sami El Basiouni (BfR) kandidiert 2019 für den Bürgermeisterposten in Ratzeburg. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

Warum nicht das Unmögliche denken? Die Zeit dafür ist da. Das haben etliche Ereignisse in jüngster Vergangenheit gezeigt. Mit dem Brexit oder der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hatte man vorher auch nicht gerechnet. Nicht, dass man Brexit oder Trump mit der Bewerbung von Sami El Basiouni für den Bürgermeisterposten in Ratzeburg gleich setzen sollte. Aber es ist die theoretische und nunmehr gar nicht mehr undenkbare Möglichkeit, dass die Wähler eine Entscheidung treffen, mit der kein selbst ernannter Experte gerechnet hätte.

Sami El Basiouni macht sich keine Illusionen: „Wenn der aktuelle Bürgermeister Rainer Voß, der zweifellos in den vergangenen zwölf Jahren gute Arbeit geleistet hat, wieder antritt, habe ich eigentlich keine Chance.“ Eigentlich? Der Fraktionsvorsitzende der Bürger für Ratzeburg macht sich vielleicht keine Illusionen, aber Hoffnungen irgendwie schon.

„Ich bin ein halbes Jahr mit dem Gedanken schwanger gegangen“, sagt der selbstständige IT-Unternehmer, dessen Büro nur 200 Meter Luftlinie vom Rathaus entfernt liegt. Ihn habe am Ende einfach genervt, dass sich niemand aus der Deckung traue. Seit Mitte September steht fest: Die Stadt Ratzeburg fordert zur Einreichung von Wahlvorschlägen auf. Die hauptamtliche Stelle des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin muss zum 15. Juni 2019 wieder oder neu besetzt werden.

Der Wahltermin ist auf Sonntag, 10. März, eine eventuelle Stichwahl für Sonntag, 31. März 2019, gelegt worden. LN-Anfragen bei den einzelnen Parteien und Fraktionen in der Stadt im September und Oktober ergaben rein gar nichts. Man sei noch in der Findungs- oder Beratungsphase, hieß es, man wolle frühestens Anfang Dezember entscheiden, ein Kandidat oder eine Kandidatin sei nicht in Sicht, Anfragen an potenzielle Bewerber seien abschlägig beschieden worden, und und und.

„Und wenn dann der Amtsinhaber sagt, er wolle sich erst Anfang Januar äußern, ob er wieder antritt, dann finde ich das unfair gegenüber den Mitbürgern und auch gegenüber den Verwaltungsmitarbeitern“, erregt sich El Basiouni. Denn dann werde der Stadt die Möglichkeit genommen, sich nach guten und geeigneten Nachfolgern umzuschauen. „Insofern habe ich mich gemeldet, damit das Ganze jetzt mal endlich ins Rollen kommt“, sagt der gebürtige Lübecker, der allerdings seit Jahrzehnten in Ratzeburg lebt und wohnt. „Ich kenne hier jede wirtschaftliche und soziale Lage in der Stadt. Durch meine berufliche, aber auch durch meine ehrenamtliche Tätigkeit.“

Alles, was der 53-jährige Sohn eines Ägypters („der mit 81 Jahren immer noch als Dolmetscher in Lübeck vor Gericht arbeitet“) hier gemacht und aufgebaut hat, habe er durch Ratzeburg geschafft. „Ich lebe seit 40 Jahren in der Stadt, habe jede Stufe hier durchlaufen von der Schule über Ausbildung bis zum Beruf. Ich bin wirtschaftlich abgesichert, meine Firma SEB läuft, ich bin seit 2003 ehrenamtlich in Politik und Vereinen in der Stadt aktiv.“ Das schreie regelrecht danach, „sich auch weiter zu engagieren“.

Die Aufgabe als Verwaltungschef schreckt ihn nicht. Als Unternehmer habe er selbst Angestellte und Auszubildende gehabt. Außerdem könne man die Arbeit im Rathaus auch so gestalten, dass man einen neuen, anderen Umgang pflege, Verantwortlichkeiten delegiere. „Ich glaube nicht, dass ein Verwaltungsmensch derzeit eine bessere Chance als andere Bewerber hat. Verwaltungskenntnisse sind gut und erwünscht, aber nicht elementar.“

Die Eigenschaften eines guten Bürgermeisters sind für „SEB“: „innovativ, kontaktfreudig, auf Menschen zugehend, flexibel“. Als Verwaltungschef müsse man „kreative Ideen einbringen, Initialzündungen legen, es schaffen, andere zu begeistern“. Mit „zeitnaher Informationspolitik und einer eng verzahnten Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung“ glaubt er, erfolgreich für die Stadt tätig sein zu können.

Politisch sieht sich El Basiouni noch verwurzelt in sozialdemokratischem Gedankengut. „Die SPD ist nicht so weit weg, aber sie ist derzeit nicht auf dem richtigen Weg, deshalb versuche ich das in einer anderen Partei“. Dass dies auch von den Wählern so gesehen wird, zeige ihm der Erfolg bei der jüngsten Kommunalwahl, bei der die BfR auf Anhieb Fraktionsstärke erreichten.

Seinen Wahlkampf will er selbst finanzieren. Eventuell mit Freunden aus der Wirtschaft? „Ich weiß es noch nicht.“ Er habe aber ein Netzwerk in Ratzeburg, das ihn unterstütze. „Ich halte es in Ratzeburg für absolut notwendig, dass man hier eine Wahl zwischen mehreren Bewerbern hat. Wenn es nur einen Kandidaten gäbe, wäre das Frust.“ Sami El Basiouni glaubt fest: „Ratzeburg ist gerade bereit für etwas anderes!“

Joachim Strunk

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