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Lauenburg Sanieren oder Abreißen – Streit um Hafenbrücke
Lokales Lauenburg Sanieren oder Abreißen – Streit um Hafenbrücke
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21:18 09.09.2016
Die 2002 in Geesthacht aufgebaute Hafenbrücke muss im kommenden Jahr für etwa 200000 Euro saniert werden. Quelle: Fotos: Timo Jann

Erst 14 Jahre ist sie alt und schon marode – aber schon ein nicht mehr wegzudenkendes Wahrzeichen der Stadt. Die Rede ist von der 106 Meter langen Hafenbrücke von der Elbstraße zum Menzer-Werft-Platz. Dennoch nagt an dem markanten Bauwerk der Zahn der Zeit. Um es für die Zukunft fit zu machen, soll die Konstruktion im kommenden Jahr für etwa 200000 Euro saniert werden. Das ist SPD-Politiker Heinrich Siewers offenbar zu teuer: Geht es nach dem Ratsherrn, ist die Brücke überflüssig und könnte verschwinden. Um an die Elbe zu gelangen, könne man auch den Umweg am Freizeitbad entlang oder über einen neuen Rundweg im Osthafen laufen. Der würde, obwohl er für viel Geld erst neu gebaut werden müsste, langfristig deutlich günstiger im Unterhalt sein, so Siewers.

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„Ohne die Brücke wäre der direkte Zugang zur Elbe doch gekappt.“Julia Daubert – Befürworterin

Die überraschende Idee, um Geld einzusparen, äußerte Siewers im Bau- und Verkehrsausschuss während der Budgetberatungen. Bauamtsleiter Peter Junge hatte dort die Finanzplanung für 2017 vorgestellt.

„Die Brücke bereitet uns Probleme“, erklärte Junge. 2014 gab es eine Hauptuntersuchung des Bauwerks, sozusagen den „Brücken-TÜV“ – und dabei wurden Schäden am Korrosionsschutz, am Brückenbelag und am Handlauf festgestellt. Im Oktober will die Verwaltung dem Ausschuss die Detailplanung mit den genauen Kosten zur Erneuerung der beschädigten Teile präsentieren. Empfohlen wird der komplette Austausch der Holzbohlen als Gehweg und am Handlauf sowie eine Erneuerung des Rostschutzanstrichs. Um 2017 starten zu können, muss das Geld dafür ins Budget und in den Haushalt für 2017 eingestellt werden.

„Wir sollten uns bei den Folgekosten überlegen, ob wir diese Brücke überhaupt noch wollen“, erklärte Siewers. „Sie ist nur schön, aber nicht unbedingt nötig“, meinte er. Ein Paukenschlag, der die anderen Politiker völlig überraschte. „Sie ist zum Wahrzeichen geworden und macht schon etwas her“, fand Junge nach dem Vorschlag des SPD-Politikers zuerst die Sprache wieder.

Die Hafenbrücke war ein wesentlicher Bestandteil des Entwurfs für das 1998 begonnene Städtebauprojekt „Geesthacht an die Elbe“. Um Kosten zu sparen, hatte die Stadt damals die Brücke gebraucht gekauft, vorher stand sie in Berlin. Der Rest – in Berlin war die Brücke deutlich länger als jetzt hier im Hafen – wurde zum Bau der Seebrücke in Tesperhude genutzt. Auch dort hatte man nach Beschädigungen durch starken Eisgang 2013 einen Abbau bereits ins Gespräch gebracht, sich dann aber besonnen.

„Was will die SPD denn noch alles abbauen, um Geld zu sparen“, fragte CDU-Fraktionschef Sven Minge. „Man kann sich ja unterhalten, wie viel Geld wir wann für was ausgeben, aber dazu müssen wir erst die Detailplanung der Verwaltung kennen“, so Minge. Die SPD-Fraktion ruderte bereits zurück. „Herr Siewers hat da nur eine Einzelmeinung kundgetan“, sagte SPD-Fraktionschefin Kathrin Wagner-Bockey und nennt diese „nicht förderlich“. In der Fraktion gebe es keine zwei Meinungen, betont die Fraktionschefin. „Wir lieben diese Brücke und wollen sie auch erhalten. Sie ist nicht nur ortsbildprägend, sondern wohl jeder hat auch schöne Erinnerungen an diese Brücke“, sagt sie. Außerdem habe Siewers dem Budget des Tiefbaus ja insgesamt auch zugestimmt.

Timo Jann

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