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Lauenburg Sanierte Brücke zu niedrig für den Kanalausbau
Lokales Lauenburg Sanierte Brücke zu niedrig für den Kanalausbau
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20:44 20.09.2016
Am falschen Ende gespart? Die Kirchsteigbrücke in Berkenthin ist bei der Grundinstandsetzung nicht angehoben worden. Quelle: Joachim Strunk

Seit Jahrzehnten wird der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals für moderne Binnenschiffe gefordert. Wann immer eine der mehr als 100 Jahre alten Brücken erneuert wird, wird auch die Durchfahrtshöhe an künftige Anforderungen angepasst – außer in Berkenthin. Ausgerechnet der Kreis, dessen Vertreter fast aller Fraktionen regelmäßig den Kanalausbau fordern, hat bei der Sanierung der kreiseigenen Berkenthiner Kirchsteigbrücke diese nicht gleichzeitig angehoben. Der Grund: Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Lauenburg wollte sich nicht an den Kosten beteiligen.

Kirchsteigbrücke

45 Meter lichte Weite zwischen den beiden Widerlagern hat die Kirchsteigbrücke über den Elbe-Lübeck-Kanal in Berkenthin. Sie ist 2,22 Meter breit, der Gehweg auf ihr zwei.

Der Bau erfolgte 1898 im Zuge des Kanalbaus. Sie wurde 1999 grundinstandgesetzt, die Durchfahrtshöhe von 4,74 Meter aber nicht erhöht.

„Eine Anhebung der Brücke auf eine Durchfahrtshöhe von mehr als 5,25 Metern ist vor der Grundinstandsetzung 1999 von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in Lauenburg abgelehnt worden“, heißt es auf Nachfrage beim Kreis. Grund sei gewesen, dass sich das WSA dann aus seinen Investitionsmitteln auch an den Kosten hätte beteiligen müssen Die Folge: Die Durchfahrtshöhe liegt in Berkenthin weiterhin bei 4,74 Metern und damit gut einen halben Meter unter der in Zukunft mindestens erforderlichen Höhe. Zu wenig für eine moderne Schifffahrtstraße.

Für den im Haushaltsausschuss des Bundestages für die Infrastruktur und im Kreis auch für Finanzfragen verantwortlichen Lauenburger CDU-Politiker Norbert Brackmann ein „bedauerlicher“ Vorgang, durch den nun „unnötige Mehrkosten“ entstehen würden. „Das ist wie so oft in öffentlichen Einrichtungen“, sagt Brackmann, auch wenn ihn die damalige Entscheidung des WSA überrascht habe. „Aber an Ende des Tages wird diese Brücke im Zuge des Kanalausbaus auch angehoben werden“, sichert Brackmann zu. Die Kosten dafür werde der Bund übernehmen.

Das hatte zuvor bereits WSA-Leiterin Bettina Kalytta zugesichert. Voraussichtlich werde der Kreis die Planung und Durchführung machen und die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung dann die Kosten für den Bau übernehmen. Laut Kreis liegt eine entsprechende Vereinbarung bereits seit 2008 unterschriftsreif in der Schublade. Bis es mit Planung und Bau losgeht, werden allerdings noch ein paar Jahre vergehen. So sei die Anhebung laut Brackmann eine der späteren Maßnahmen beim Kanalausbau.

Das könnte Berkenthin am Ende sogar zu einer ganz neuen Kirchsteigbrücke verhelfen. Denn die bestehende ist bereits jetzt 118 Jahre alt, wenn sie auch vor knapp 20 Jahren für damals 700000 Mark grundinstandgesetzt wurde. Ihr Zustand gilt als „befriedigend“.

Holger Marohn

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