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Schiedsfrau, Vertrauensfrau und Streitschlichterin

Berkenthin Schiedsfrau, Vertrauensfrau und Streitschlichterin

Ute von Keiser-Pytlik, Gleichstellungsbeauftragte im Amt Berkenthin, übt das Amt seit 25-Jahren aus – Nur den „Papierkram“ kann sie nicht leiden.

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Helfen, Ratschläge geben, schlichten, Möglichkeiten aufzeigen? Immer gern. Ute von Keiser-Pytlik packt gern an. Büroarbeit und Papierkram hingegen mag sie nicht so gern.

Quelle: Foto: Joachim Strunk

Berkenthin. Als „unaufgeregt und sehr pragmatisch“ bezeichnet Frank Hase, Chef der Berkenthiner Amtsverwaltung, eine seiner engsten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Was andere vielleicht – und fälschlich – als „langweilig und bürokratisch“ interpretieren würden, ist jedoch durchaus als höchstes Lob und tiefste Anerkennung gemeint. Die Worte gelten Ute von Keiser-Pytlik, die in diesen Tagen ihr 25-jähriges Jubiläum als Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Berkenthin feiert.

Kontakt

Sprechzeiten im Amt Berkenthin hat Ute von Keiser-Pytlik jeden Donnerstag von 17 bis 18 Uhr. Allerdings würden die meisten Kontakte telefonisch entstehen und gehalten, sagt sie. Hier ist sie unter der Nummer 04544/413 zu erreichen.

Hase lobt die 69-Jährige als „einen Menschen, der in besonderer Weise immer für Schwächere eintritt“: als Gleichstellungsbeauftragte, wenn es um den Schutz von Familien geht, als Streitschlichterin und inzwischen auch als Schiedsfrau sowie als Vertrauensperson in der Betreuung und Integration von Flüchtlingen. Nicht zuletzt aufgrund dieser Verdienste, aber auch als langjährige Leiterin der Volkshochschule Berkenthin (im vergangenen Jahr seit 30 Jahren in diesem Amt) wurde ihr bereits 2011 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Gibt es da noch eine Steigerungsstufe?

Ans Aufhören denkt sie jedenfalls noch lange nicht – in keinem ihrer Ämter. „Es macht mir einfach so viel Spaß. Vor allem wenn ich an das gute Einvernehmen mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Amtsverwaltung denke.“ Das Verhältnis sei so innig, vertrauensvoll und kollegial, sie bekomme jedwede Unterstützung und Hilfe, ohne lang bitten zu müssen. Umgekehrt setzt sie sich allerdings auch für die Belange der Menschen ein – ohne lang gefragt zu werden.

Dabei hilft ihr natürlich die Ausbildung zur Diplomsozialpädagogin, als die sie lange Jahre in der Familienhilfe und -therapie gearbeitet hat. „In meiner Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte geht es viel um häusliche Probleme, also zwischen Männern und Frauen, Ehepartnern, oft auch mit Kindern, die nicht selten vom einen Elternteil gegen den jeweils anderen ausgespielt werden“, erzählt sie.

Hier sei es ihre Aufgabe, in den teils sehr verhärteten Auseinandersetzungen ruhig und pragmatisch zu vermitteln, die „Gegner“ wieder auf eine Sachebene herunterzuziehen. Neben diesen Trennungsgeschichten habe sie als Gleichstellungsbeauftragte auch viel im beruflichen Umfeld zu tun. Etwa wenn es um die Wiedereingliederung von Frauen in den Job gehe, um Mobbing-Probleme unter Kollegen, um familienunfreundliche Arbeitszeiten oder aber auch um die gesellschaftliche Teilhabe von nach Deutschland geflüchteten Frauen und Kindern.

Neben der Beratung von Amtsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, die manchmal überfordert sind mit ihrer jeweiligen Klientel in schwierigen sozialen Angelegenheiten, werde sie auch häufig als Hilfe bei Bewerbungen gefragt oder angefordert. Schiedsfälle habe sie dagegen eher selten, zwei- bis dreimal im Jahr. „Ich versuche möglichst immer schon vorher in meinen Beratungsgesprächen zu erreichen, dass es nicht zu einem Schiedsfall vor Gericht kommen muss“, erklärt sie.

Gibt es wohl überhaupt irgendetwas, das Ute von Keiser-Pytlik nicht schätzt an ihrer Arbeit? Aber klar: „Ich mag den ganzen Papier- und Bürokram mit Ladungen und Protokollen drumherum überhaupt nicht.“

Joachim Strunk

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