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Lauenburg Schlie fordert schnellere Hilfen für Bauern
Lokales Lauenburg Schlie fordert schnellere Hilfen für Bauern
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20:37 12.09.2018
Landwirt Wilhelm Burmester aus Güster zeigt, wie schlecht dieses Jahr die Futterversorgung ist: Beide Silos müssten eigentlich gefüllt sein. Quelle: Matthias Wiemer
Güster

Den Landwirten, die besonders unter der lang anhaltenden Dürre dieses Sommers zu leiden hatten, sollte schneller und vor allem unbürokratischer geholfen werden. Dieses Resümee zog der schleswig-holsteinische Landtagspräsident und lauenburgische CDU-Kreischef Klaus Schlie nach einem Besuch beim Landwirt Wilhelm Burmester in Güster.

Der Burmestersche Hof ist ein typischer Familienbetrieb, in dem seit mehreren Generationen Milchviehhaltung und Ackerbau betrieben wird. Das war noch nie ein leichter Job, sagt Wilhelm Burmester (55), denn in Güster liege man auf der Hagenower Sandplatte. „Man kennt das mit der Trockenheit“, so der Landwirt, die Böden dort gäben nicht sehr viel her. Daher baue man auch kaum Getreide an, nur wenig wegen der Fruchtfolge und der Bodenerhaltung.

Aber in diesem Jahr habe er trotz kostenintensiver Beregnung gerade einmal im Schnitt 30 Prozent der sonstigen Ernte bisher eingefahren. Da wegen der Trockenheit auch die 120 Milchkühe früher als sonst mit Grassilage zugefüttert werden mussten, sei jetzt schon erkennbar, so der Güsteraner, dass er und seine Familie, die noch einen kleinen Hofladen betreibt, wirtschaftlich schwierigen Zeiten entgegen blicken.

Einer von rund 50 bedrohten Betrieben

Damit stellt der Hof Burmester ein Beispiel für die rund 50 Landwirte in dieser Region dar, die durch die Trockenheit dieses Sommers in ihrer Existenz bedroht sein könnten, erklärte der Vorsitzende des Bauernverbandes Herzogtum Lauenburg/Stormarn, Peter Koll, der zusammen mit dem lauenburgischen Verbandskollegen Hans-Peter Grell, dem lauenburgischen CDU-Vize-Kreisvorsitzenden Stephan Struve aus Seedorf und Klaus Schlie von der Landwirtsfamilie sich ihre Lage erläutern ließen.

So hörten die Besucher von den Burmesters, dass sie zunächst früher als geplant ihre Bullen verkaufen mussten (1000 Euro Erlös pro Tier), um über die Runden zu kommen. Trotz des leichten Regenschauers am Tag des Besuchs seien die Böden aber nach wie vor „knochentrocken“, sodass man noch lange nicht sagen könne, wie die wirtschaftliche Gesamtbilanz dieses Jahres aussehen werde.

Schlie betonte, dieser Betrieb sei ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich sich die Betroffenheit in der Landwirtschaft auffächere. Manche Höfe seien, je nach ihrer betrieblichen Aufstellung, ziemlich schnell in eine bedrohliche Lage geraten, und da müsse schnell geholfen werden. Und dazu stellt Schlie als Landtagspräsident auch Forderungen an Politik und Ministeriumsverwaltung: „Ich habe Verständnis dafür, dass es genaue Verteilungsrichtlinien und Vorschriften für die Hilfevergaben an betroffene Landwirte geben muss“, räumte Schlie ein. „Aber die Bearbeitungswege sind sehr lange, teils vielleicht zu lange für die betroffenen Landwirte, die ihre Rechnungen begleich müssen“, so Schlie. Deshalb fordert er von den zuständigen Stellen flexiblere Toleranzgrenzen bei der Vergabe.

Vorschussverfahren denkbar

Denkbar sei ein Vorschussverfahren, damit die Landwirte liquide bleiben könnten. Die behördlichen Bedürftigkeitsprüfungen für die Vergabe von Hilfsleistungen seien sehr langwierig, kompliziert und vor allem zeitintensiv. Besser wäre, dem schloss sich auch Stephan Struve an, wenn am Ende die Vorschüsse mit den tatsächlich als berechtigt erkannten Leistungen verrechnet werden könnten.

Schlie: „Wir brauchen in den zuständigen Behörden auch ein höheres Maß und mehr Mut zur Verantwortlichkeit. Wenn man sich anschaut, wie lange die Unterzeichnungslisten unter Bescheiden sind, wird deutlich, wie Verantwortung aufgeteilt wird.“

Matthias Wiemer

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