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Lauenburg Schließung von Polizeiwachen auf Eis
Lokales Lauenburg Schließung von Polizeiwachen auf Eis
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18:13 28.07.2017

Eigentlich sollten die letzten drei kleineren Polizeidienststellen der Polizeidirektion Ratzeburg in Nusse, Ammersbek und Aumühle demnächst geschlossen werden. Ammersbek und Aumühle zum Jahresende und die Station in Nusse mit Ablauf dieses Monats. Doch nun kommt es erst einmal anders, als es in der Polizeireform vorgesehen war.

Die neue Landesregierung hat beschlossen, dass die Schließung der kleinen Stationen im gesamten Land noch einmal auf den Prüfstand kommt. „Wir haben vom Innenministerium einen Prüfauftrag erhalten“, bestätigt der Leiter der Stabsstelle, Polizeihauptkommissar Torsten Gronau. Es solle nun überprüft werden, ob die Entscheidung, die kleinen Stationen zu schließen, weiterhin bestehen bleibe oder ob die Stationen eben nicht geschlossen würden, so Gronau.

Derzeit aber liegt die Schließung auf Eis. In Nusse, wo bislang zwei Beamte ihren Dienst verrichteten, ist seit gestern nur noch ein Polizeibeamter tätig. Sein Kollege ist gestern in den Ruhestand verabschiedet worden. „Sollte sich das Innenministerium entscheiden, die Station Nusse weiterhin bestehen zu lassen, müssten viele Dinge neu geklärt werde“, erklärt Manfred Börner, Chef der Landstationen, die zum Polizeirevier Ratzeburg gehören, im Gespräch mit den Lübecker Nachrichten. Zum einen müsste eine neue Immobilie zum Jahreswechsel gesucht werden, da der Mietvertrag mit den Vereinigten Stadtwerken gekündigt sei und die wiederum dringend die Räumlichkeiten der bisherigen Wache bräuchten. Und er müsse Ersatz für den ausgeschiedenen Kollegen finden, der zudem auch noch Stationsleiter in Nusse gewesen sei.

Geplant war das völlig anders: Der verbliebene Nusser Beamte sollte künftig die Wache in Sandesneben verstärken, die von drei Beamten auf eine Station mit fünf Beamten erweitert werden sollte. So ist es auch mit Groß Grönau und Berkenthin vor einigen Monaten abgelaufen. Grönau wurde geschlossen, und beide Beamten verrichten seither ihren Dienst in Berkenthin. So soll gewährleistet sein, dass immer zwei Polizeibeamte zum Einsatz fahren. Da derzeit in Nusse nur ein Beamter tätig ist, wird der in den kommenden Monaten zunächst seinen Einsatzdienst von Sandesneben aus wahrnehmen. Der Einsatzdienst beinhaltet auch die Beteiligung am Nacht- und Wochenendstreifenkonzept der Polizeistation Sandesneben.

„In Nusse wird der Kollege nur dann die Wache besetzen, wenn er Ermittlungsdienst oder Schreibdienst hat und somit Bürgerpräsenz zeigt“, macht Gronau deutlich. Wie oft das der Fall sein wird, vermag derzeit niemand genau zu sagen. Zudem habe man ja ein Konzept erarbeitet, das nun fast komplett umgesetzt sei.

Was Gronau nicht sagt, ist, ob es Sinn macht, jetzt in diesen drei Fällen Nusse, Ammersbek und Aumühle davon abzurücken.

Reaktionen

Nusses Bürgermeister Lars Wunsch freut sich darüber, dass die Wache in seiner Gemeinde vorerst erhalten bleibt. „Sollte das am Ende Bestand haben, werden wir die Polizei selbstverständlich bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie unterstützten“, sagte Wunsch.

FDP-Landtagsabgeordneter Christopher Vogt aus Nusse: „Ich gehe davon aus, dass die Station in Nusse auf Dauer weiter bestehen bleibt und nicht geschlossen wird. Das Ministerium hat signalisiert, dass die Chancen dafür sehr gut stehen.“

Vogt geht ferner davon aus, dass auch die Stationen in Ammersbek (Kreis Stormarn) und Aumühle bestehen bleiben werden.

Jens Burmester

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