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Lauenburg Schluss mit schmutzigen Klassen: Ab Juli will Mölln selbst reinigen
Lokales Lauenburg Schluss mit schmutzigen Klassen: Ab Juli will Mölln selbst reinigen
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20:25 20.04.2016
Die Reinigung der Grundschule Tanneck soll ab 1. Juli mit städtischem Personal erfolgen. Damit steigen die Kosten im Stellenplan. Doch die Verwaltung hofft, dass die Reinigungssituation verbessert wird. Quelle: Fotos: Grombein

Schmutzige Kitagruppen und Schulklassen — diese Vorwürfe beschäftigten in den vergangenen Wochen immer wieder die Möllner Stadtvertreter. Ein Dringlichkeitsantrag dazu, der es vorsah möglichst schnell mit städtischen Kräften sauber zu machen, scheiterte in der vergangenen Sitzung der Stadtvertretung an der erforderlichen Mehrheit. Heute Abend will die Verwaltung in der Stadtvertretung nun mit einem Beschlussvorschlag endlich den Weg frei machen für eine effizientere Reinigung in der Kita Großer Eschenhorst und der Grundschule Tanneck. Auf Grundlage eines Fachgutachtens ist der Bedarf an Personal und Reinigungszeit ermittelt worden. Ab Juli 2016 sollen die städtischen Kräfte erstmals den Besen schwingen — sofern die Stadtvertreter sich diesmal einigen können. Die Kosten steigen im Vergleich zur Beschäftigung einer privaten Firma an.

Hygienische Mängel in Schulklassen und Kitas sollen mit städtischen Kräften beseitigt werden — Das ist laut Verwaltung effizienter und teurer — Heute entscheidet die Politik.

„Das Konzept ist schlüssig und nachvollziehbar“, erklärt Bürgermeister Jan Wiegels im Hinblick auf das Gutachten der Firma Lean Consulting Nord aus Hockenheim. Zumindest in der Grundschule Tanneck fielen künftig mehr Reinigungsstunden an. Außerdem würden neue Reinigungsgeräte beschafft. Die Beratungsfirma hat das Gutachten nach einer Ortsbesichtigung und Gesprächen mit den Beteiligten angefertigt. „Für die Reinigung mit eigenem Personal wurden bei der Leistungserwartung als geringerer Produktivitätsfaktor zudem 20 Prozent nachgelassen“, heißt es in der Vorlage für die Stadtvertretung heute Abend.

In die Beurteilung mit eingeflossen sei auch der Bedarf für die Grundreinigung und auch ein pauschaler Mehrbedarf für gewünschte, spontane „Sonderaufträge“ — in der Kita werden dafür täglich 30 Minuten Reinigungszeit, in der Grundschule 40 Minuten Zeit pro Tag vorgesehen. „Der durch das Unternehmen aufgezeigte Bedarf bleibt im Ergebnis deutlich hinter den bisherigen, hilfsweisen Schätzungen zurück“, heißt es. In der Summe werden Personalkosten in Höhe von 77000 Euro und zwischen 8600 und 26 200 Euro pro Jahr zusätzlich für Investitionen in neue Geräte und Reinigungsmittel nötig.

In der Kita sollen jeweils zwei Kräfte täglich für etwa drei Stunden reinigen, was 0,77 Vollzeit-Stellen entspräche. In der Grundschule Tanneck würden vier Kräfte täglich je für etwa 3,25 Stunden tätig werden, was 1,67 vollen Stellen entspräche. „Die Reinigung mit eigenem Reinigungspersonal ist auf jeden Fall flexibler. Da es sich um städtische Bedienstete handelt, besteht ein direkter Zugriff und Weisungsmöglichkeit auf das Reinigungspersonal“, sagt Wiegels. Die Erfahrung lehre, dass die Identifikation des städtischen Reinigungspersonals mit ihrem Objekt sehr viel höher sei, als bei Fremdreinigungsfirmen, die teilweise mit wechselndem Personal arbeiteten. Es sei vorgesehen, dass die Umstellung auf Eigenreinigung in den Einrichtungen zum 1. Juli erfolgt, so Wiegels. „Ich gehe gefestigt davon aus, das die politischem Entscheidungsträger dem Konzept folgen werden“ erklärt der Verwaltungschef. Die schnelle Umstellung sei schließlich erklärter Wille.

Die öffentliche Sitzung beginnt heute um 19 Uhr im Rathaus am Markt

Tagesordnung

In der Sitzung wird der neue und alte Bürgermeister Jan Wiegels formal ernannt und vereidigt. Außerdem werden der Abschlussbericht und die Verabschiedung der Behindertenbeauftragten Hilke Wegner erwartet. Sie wird von Thorsten Blasey abgelöst.

Zudem stehen der Jahresabschluss der Stadt und der Schlussbericht des Rechnungsprüfungsamtes auf der Agenda. Auch die Umwidmung der Straßen „Auf dem Steinfeld“ und „Martin-Luther-Weg“

stehen an. Im übrigen geht es um neue Verwaltungsgebühren, die Bürger bezahlen müssen.

• Welche Leistung der Stadt für Sie teurer wird, lesen Sie auf der Homepage der Stadt unter folgendem Kurzlink: http://bit.ly/1XIzzv6

Von Florian Grombein

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