Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Schmalkost für den Kick auf dem Wasser

Lankau Schmalkost für den Kick auf dem Wasser

Vier junge Ruderinnen erzählen, welche Herausforderungen und Gefühle ihr Sport mit sich bringt.

Voriger Artikel
Brandstiftung? Drei Feuer in einer Nacht
Nächster Artikel
Betrunkene Würstchen-Diebe geschnappt

Die jungen Ruderinnen der Nationalmannschaft (von rechts) Judith Anlauf (26, Hamburg), Leonie Pieper (23, Ulm), Lena Reuß (19, Koblenz), Katrin Thoma (26, Frankfurt) bereiten sich im Kreis Herzogtum Lauenburg auf die Weltmeisterschaft in Rotterdam vor. Im Interview erzählen sie von ihrem Leben für den Sport.

Quelle: Stefanie Ender

Lankau. Lankau Erschöpft aber zufrieden sitzen sie beim Abendbrot. Die jungen Ruderinnen der deutschen Nationalmannschaft rühren das vom Chef des Landschulheims Lankau gekochte Hühnchen aber nicht an. Sie essen Brote und als Nachtisch einen Apfel. Judith Anlauf, Leonie Pieper, Lena Reuß und Katrin Thoma bereiten sich auf die Weltmeisterschaft im Doppelvierer in Rotterdam vor, zu der sie am Freitag aufbrechen. Sie erzählen im LN-Interview, warum sie auf deftiges Essen verzichten und welche spannenden Momente sie deshalb erleben.

„Wenn alle an einem Strang ziehen und gemeinsam rudern, dann fliegen wir quasi über das Wasser.“ Leonie Pieper,

WM-Teilnehmerin

Am Freitag fahrt ihr nach Rotterdam zur Weltmeisterschaft. Wie sieht euer Tagesablauf denn in diesen Tagen aus?

Leonie: Der sieht relativ einfach aus. Wir stehen auf und rudern, dann essen wir, dann rudern wir wieder. Nur das Essen nimmt in diesen Tagen ab.

Warum ist das so?

Leonie: Wir fahren in der Klasse Leichtgewicht. Das heißt, wir dürfen im Durchschnitt nur 57 Kilogramm wiegen, jede Einzelne von uns maximal 59 Kilogramm.

Nach einem langen Training habt ihr doch bestimmt richtig Hunger. Wie schafft ihr es, euch selbst zu disziplinieren?

Judith: Solange ich zuhause bin, kann ich mich gut kontrollieren. Dann mache ich einfach einen großen Bogen um köstliches Essen. Hier wird uns das Essen zur Essenszeit vorgesetzt. Dann nein zu sagen, ist herausfordernd.

Leonie: Eigentlich brauchen wir nur ein gutes Management. Jede von uns macht sich einen Plan, wie viele Kalorien sie verbraucht und wie viel sie essen kann. Ich finde es gut, dass das jeder selber entscheidet, denn sonst würde es Zickenkrieg geben. Schließlich haben wir auch eine Gewichtsgrenze als Team.

Judith: Ja, das finde ich auch. Am schlimmsten ist es, wenn sich die Teamkollegen vorrechnen, wie viel sie gegessen haben.

Katrin: Außerdem verbrennt jeder von uns unterschiedlich schnell Kalorien.

Wieviel Zeit eures Tagesablaufes macht das Rudern aus?

Katrin: Jetzt gerade machen wir weniger. Dafür schlafen wir mehr.

Judith: Wir haben uns das Training sogar so legen können, dass wir die Olympia-Doppelvierer verfolgen konnten. Im Trainingslager ist das möglich.

Katrin: Wenn ich keine Weltmeisterschaft vorbereite, dann versuche ich eine oder zwei Trainingseinheiten am Tag zu absolvieren. Das ist das Maximum, denn ich studiere auch noch Physik.

Leonie: Ja, das kenne ich. Ich studiere auch, nämlich Sportwissenschaften. Ich denke, im Groben trainieren wir alle im gleichen Umfang. Und zwar bis zu 20 Stunden pro Woche.

Lena: Zeit für andere Dinge muss bleiben. Ich habe in diesem Jahr mein Abitur gemacht.

Judith: Ich arbeite als Ingenieurin bei Airbus in der Montagesystem- entwicklung. Manchmal schaffe ich deshalb nur eine Trainingseinheit am Tag. Dafür fahre ich aber mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Das klingt nach einem vollen Programm. Gibt es in eurem Leben denn noch Raum für andere Hobbies?

Leonie: Es ist nicht so, dass ich nur für den Sport lebe. Aber weil ich es ernst nehme, ist nicht mehr viel anderes nebenbei zu machen.

Lena: Also Freunde treffen geht immer bei mir.

Judith: Ich frage mich, was ich mit der ganzen Zeit anfangen würde, wenn ich kein Training hätte. Im Winter habe ich manchmal eine Tiefphase. Dann gehe ich aus Gewohnheit zum Training.

Katrin: Naja, andere haben eben Nebenjobs oder treiben eine andere Sportart. Das sehe ich bei meinen Kommilitonen. Allerdings, wie jetzt kurz vor dem Wettkampf, besteht mein Leben nur aus rudern und zur Uni gehen. Wenn es im Winter mehr Zeit gibt, dann kann ich auch mal weggehen.

Viele junge Menschen in eurem Alter gehen feiern. Wie ist das mit eurem Sport vereinbar?

Katrin: Andere in unserem Alter gehen bestimmt viel öfter feiern. Die fahren auch in Urlaub statt in den Ferien ins Trainingslager. Aber für mich lohnt sich diese Art zu leben.

Judith: Ich mag es lieber, mit Freunden gemütlich zu kochen, als exzessiv tanzen zu gehen.

Lena: Weggehen ist in Ordnung. Aber wer abends weggehen kann, kann auch am nächsten Morgen trainieren.

Und wenn ihr dann wieder im Boot sitzt, wie fühlt es sich dann an, sich rückwärts über das Wasser fort zu bewegen?

Judith: Es ist ein schönes Gefühl, wenn das Boot durchrollt. Beim Rudern mache ich eine zyklische Bewegung, genauso wie beim Fahrradfahren. Der Unterschied ist, dass das Fahrrad genau die gleiche Bewegung macht. Das Boot bewegt sich vor und zurück. Wenn ich in Fahrt bin, rollt es unter mir durch. Dann hole ich, wenn ich von der Auslage mit dem Ruder zurückgehe, auch das Boot zurück.

Wenn das Rudern synchron abläuft, macht es richtig Spaß. Von außen sehen wir bestimmt wie Tausendfüßler aus.

Leonie: Wenn alle an einem Strang ziehen und gemeinsam rudern, dann fliegen wir quasi über das Wasser. In der Leichtgewichtsklasse können wir eine Geschwindigkeit von bis zu 20 Stundenkilometern erreichen.

Lena: Wenn das Boot erstmal ins Laufen kommt, ist es das Größte.

Leonie: Gut ist, wenn wir so schnell loskommen, wie möglich.

Lena: Ja, wenn man das hinbekommt.

Welcher Moment ist der spannendste für euch?

Leonie: Zwei Minuten vor dem Start. Dann ist die Ampel auf Rot gestellt. Wir haben uns dann schon warm gemacht und bewegen uns nicht mehr. In dem Moment sind die Nerven zum Zerreißen gespannt.

Katrin: Es gibt dann auch verschiedene Kameras, die beim Training nicht da sind. Und alle Nationen werden vorgestellt. Das müssen wir abwarten, bevor es richtig losgeht.

Leonie: Zur letzten Weltmeisterschaft haben sie als letztes China mit dem offiziellen Namen ausgerufen. Die Worte „People’s Republic of China“ waren unendlich lang und haben noch lange nach dem Start in meinen Ohren geklungen.

Judith: Ja, manchmal liegt man dort ewig mit dem Boot rum. Ich erinnere mich daran, dass ich die Kameradrohnen damals als einen Hornissenschwarm wahrnahm.

Interview: Stefanie Ender

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lauenburg
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den Dezember 2017 zu sehen!

Jetzt geht es los - Aber wann ist der perfekte Zeitpunkt zum Weihnachtsbaumkauf?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.