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Lauenburg Schnipp, schnapp, Fell ab: Kampf der Hundefriseure in Basthorst
Lokales Lauenburg Schnipp, schnapp, Fell ab: Kampf der Hundefriseure in Basthorst
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21:02 15.09.2013
Pudelrüde "Willi" wurde von Besitzerin Angela Unger aus Berlin gestylt. Die erfahrene Hundefriseurin schneidet bei ihrem Hund "freestyle", lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen. Quelle: jeb
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Basthorst

Zum Mekka der Hundefriseure wird an diesem Wochenende die Gemeinde Basthorst. Neben den Wettkämpfen der Hundefriseure um silberne Trophäen gab es für Fachbesucher gestern auch Fachreferate, unter anderem über „Petgrooming — rassetypische Formen und Variationen“, „Katzenpflege im Hundesalon“ oder darüber, ob Dienstleistungen ohne Preisdiskussionen heute noch möglich sind.

Bei den Hundemessen in Wotersen und auf Gut Basthorst gibt es teilweise skurrile Hundefrisuren zu sehen.

Für die Nicht-Fachleute stand natürlich der Show-Ring im Mittelpunkt ihres Interesses. Dort frisierten Anfänger im Handwerk der Hundefriseure ihre eigenen Hunde. Natürlich wollte jeder gewinnen, denn für den eigenen Salon ist das natürlich die beste Werbung, wenn man so einen Wettkampf erfolgreich bestritten hat. Wie gut die Teilnehmer gestern Vormittag waren, wird deutlich, wenn man hört, dass die Richter erst am Abend über die Platzierungen entschieden haben. Für die Zuschauer zumindest zählte der weiße Pudel von Angela Unger aus Berlin zu den Top-Favoriten.

Anja Reiteritsch betreibt in Trittau schon seit vielen Jahren ein Salon als Hundefriseurin. Sie hat diese Veranstaltung organisiert, die früher nur eine Fortbildung für Hundefriseure war. „Wir wollten das publikumswirksamer gestalten und daraus ist jetzt eine Workshop-Meisterschaft entstanden“, sagt die kleine Powerfrau aus Trittau. Für die Öffentlichkeit ist es schon toll, wenn man zusehen kann, wie die Hunde im wahrsten Sinne des Wortes in Form gebracht werden. Im Wettkampf haben die Hundefriseure zweieinhalb Stunden Zeit. Solange müssen die Vierbeiner ruhig bleiben, und das zumeist im Stehen. Damit auch kein Tier vom Tisch fallen kann, sind alle Hunde mit einer kleinen Leine an einem so genannten Galgen angebunden.

Fragt man die Hundefriseure, hier sind übrigens nur Frauen am Start, warum sie sich denn für diesen Job entschieden haben, so ist die Antwort überall gleich: Sie wollten ihre Leidenschaft zum Beruf machen. Die Leidenschaft sieht man den Frauen übrigens auch als Laie an. Sie alle haben Saß im Umgang mit Hunden, haben Spaß, etwas zu schaffen, was später jeder bewundern kann. Oftmals sind es Einheitsschnitte, wie sie bei Rassehunden typisch und gewollt sind. Aber es gibt auch Hundefriseure, die viel lieber so schneiden und trimmen, wie es ihnen gefällt. Übrigens werden alle Hunde, mit Ausnahme von Terriern, vor dem Trimmen gebadet und geföhnt. Terrier werden auch nur gezupft und nicht geschoren oder geschnitten. Bei der Bewertung achten die Richter hauptsächlich auf die Arbeitstechnik, den Umgang mit dem Tier und die Sauberkeit der Arbeit.

Während die drei Richter Britta Matthes (D), Jean Beets (D) und Denys Lorraine (I) sich vor dem Wettkampf alle Vierbeiner anschauen, dabei besonders die Pfoten unter die Lupe nehmen, geben sie den Teilnehmern auch schon den einen oder anderen Tipp, weiß Anja Reiteritsch zu berichten.

„Für die Hunde kann das hier schon Stress bedeuten, wenn sie im Licht der vielen Scheinwerfer und mit dem ganzen Publikum um den Ring zweieinhalb Stunden ruhig bleiben müssen“, sagt Wettkampfrichter Jean Beets im Gespräch mit den LN. Wer am Ende die beste Arbeit abgeliefert hat, wird erst am Abend bekannt gegeben.

Wer jetzt noch Interesse hat, den „Groomern“, wie die Hundefriseure immer öfter genannt werden, auf die Finger zu schauen, kann das auch heute noch machen. Die erste Runde im Rahmen der Meisterschaft beginnt allerdings schon um 8.30 Uhr. Dann geht es ums „Handtrimmen“. Nach der kurzen Mittagspause ab 14 Uhr folgt der Wettkampf mit den Pudeln und in der Championklasse mit allen Rassen.

Der Eintritt kostet fünf Euro

Jens Burmester

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