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Lauenburg Schock in Mölln: Regionalbahn rammt Baum und entgleist
Lokales Lauenburg Schock in Mölln: Regionalbahn rammt Baum und entgleist
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18:16 04.02.2016
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Mölln

Der Regionalexpress 83 Richtung Kiel ist gestern Morgen bei Mölln gegen einen umgestürzten Baum gefahren und entgleist. Ein Schock für die 34 Fahrgäste an Bord des Triebwagens mit dem Namen „Büchen“. Menschen wurden bei dem Unfall nicht verletzt. „Mit etwa 120 km/h“, so die Aussage des Triebwagenführers Norbert Klinkowski an der Unfallstelle, „ist die Regionalbahn gegen einen Baum gekracht, der quer über dem Bahngleis lag.“ Er habe den Baum gar nicht bemerkt, da er wegen Regens eine schlechte Sicht gehabt habe. Er habe Angst gehabt, dass die Bahn umkippe und die Böschung herunterfalle.

Doch die Fahrgäste und er hatten Glück. Nach einer Vollbremsung brachte der Triebwagenführer die Regionalbahn nach etwa 200 Metern und etwa 150 Meter vor einem ehemaligen Bahnübergang kurz vor dem Industriegebiet zwischen Grambek und Mölln zum Stehen. Die Passagiere mussten auf offener Strecke – teilweise mit Hilfe von Leitern – den Zug verlassen. Mit einem Bus konnten sie anschließend in Richtung Lübeck weiterreisen. Der Regionalexpress 83 kam aus Lüneburg und war auf dem Weg über Lübeck in die Landeshauptstadt Kiel.
Ein Reisender war sichtlich mitgenommen von dem Ereignis und wurde von einem Experten der Möllner Feuerwehr für psychosoziale Betreuung versorgt. Vielen Fahrgästen stand der Schreck noch ins Gesicht geschrieben, als sie sich in den Bus setzten, um ihre Fahrt fortzusetzen. Im Vorbeigehen berichtete ein Fahrgast, dass es mächtig gekracht hatte und dann der Zug stark bremste. Mehr habe er nicht mitbekommen.

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Ein Regionalzug ist am Dienstag bei Mölln in Schleswig-Holstein entgleist, nachdem er gegen einen umgestürzten Baum gefahren war.

Möllns Wehrführer Sven Stonies war gleich nach seinem Eintreffen in den Zug gestiegen und hatte die Fahrgäste über die aktuelle Lage informiert. „Ich habe den Reisenden empfohlen, lieber im warmen Zug zu warten, als draußen im Wald. Letztlich hat es ja nicht lange gedauert, bis wir die Vorarbeiten zur Evakuierung abgeschlossen hatten und auch der Bus am Gerätehaus bereit stand.“ Noch bevor der Notfallmanager der Bahn eingetroffen war, hatte die Feuerwehr mit der Evakuierung begonnen. Über Steckleitern, die an den Zug angestellt wurden, kletterten die 34 Passagiere aus dem Zug und gingen zu Fuß bis zum stillgelegten Bahnübergang. Von dort wurden sie von der Feuerwehr mit Kleinbussen zur Feuerwache im Grambeker Weg gebracht, wo sie in einen Ersatzbus stiegen.
Die Möllner Feuerwehr geriet beim Rettungseinsatz selbst noch in eine missliche Lage. Wegen der vielen Regenfälle war der Weg völlig aufgeweicht, so dass sogar ihr Rüstwagen in einem Matschloch stecken blieb. Mit Hilfe der Seilwinde konnte die Feuerwehr den Wagen wieder befreien.
Die abgeknickte Buche wurde klein gesägt und vom Gleis geräumt. Der Triebwagen konnte seine Fahrt nicht selbst fortsetzen und musste abgeschleppt werden, nachdem er wieder auf das Gleis gehoben worden war. Die eingleisige Bahnstrecke Lübeck–Lüneburg war zwischen Ratzeburg und Büchen für mehrere Stunden gesperrt. Die Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.

Jens Burmester

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