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Schock vor der Haustür: Wildschweine im Wohngebiet

Schwarzenbek Schock vor der Haustür: Wildschweine im Wohngebiet

Wildschweine erobern Schwarzenbek. Mehrfach wurden Tiere in den vergangenen Tagen unweit der Innenstadt gesichtet. Jäger machen die zunehmende Urbanisierung für die Situation verantwortlich. Außerdem verwirrten die abgeernteten Maisfelder die Sauen.

Typische Szene am Mittwoch bei Ritzerau: Im letzten Moment brechen vor dem Maishäcksler sechs Wildschweine aus dem Mais und rasen über das bereits abgeerntete Feld. Dort warten die Jäger.

Quelle: jeb

Schwarzenbek. Eveline Busch hat nicht schlecht gestaunt, als Nachbarn ihr ein Foto zeigten, das ein kapitales Wildschwein direkt vor ihrer Haustür zeigt – und das mitten in Schwarzenbek. „Das muss irgendwann morgens gewesen sein. Ich habe davon gar nichts mitbekommen“, sagt Busch. Ein mulmiges Gefühl habe sie nun schon. Offensichtlich habe das Tier versucht, in den Garten zu gelangen, aber an der massiven Tür sei es dann nicht weitergekommen. Ein weiteres Foto zeigt, wie ein Wildschwein – möglicherweise dasselbe Tier – entlang der Hecke auf dem gepflasterten Gehweg spaziert.

Eveline Busch wohnt in der Bismarckstraße. Rund 50 Meter weiter verlaufen die Bahngleise. Dahinter beginnt mit dem großen Supermarkt am Ritter-Wulf-Platz die Innenstadt der 16000-Einwohner-Stadt.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten Autofahrer immer wieder davon berichtet, dass Wildschweinrotten entlang des Zubringers Nord, einer der Haupteinfallstraßen der Stadt, auf der Suche nach Nahrung die Bankette durchwühlen würden. Kurz bevor dieser Teil der B 404 im Ortszentrum auf die B 207 trifft, geht die Bismarckstraße ab. Eine Lage weitab vom nächsten Wald oder Maisfeld.

Andreas-Peter Ehlers, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, macht neben dem allgemein deutlichen Anstieg der Wildschwein-Population speziell das Wachstum der Stadt für die Situation in Schwarzenbek verantwortlich. In den vergangenen Jahren hat sich der Ort gerade Richtung Sachsenwald immer weiter ausgedehnt. Der Mühlenkamp galt einst als das größte zusammenhängende Neubaugebiet des Landes.

Dieser Post sorgt derzeit für große Diskussionen bei Facebook. Er stammt von einer Nachbarin in Schwarzenbek.

Dieser Post sorgt derzeit für große Diskussionen bei Facebook. Er stammt von einer Nachbarin in Schwarzenbek.

Derzeit läuft zwischen Zubringer Nord und der Bismarckstraße die Erschließung des letzten verbliebenen Ackers als Wohngebiet. Die Stadt am Sachsenwald ist inzwischen mit den Wohngebieten praktisch überall an ihre Grenzen gestoßen – und die bestehen vor allem aus Wald.

Eine alte Schwarzenbekerin wundert das Verhalten der Wildschweine nicht. Es gebe in dem Bereich am Strange ein Gehölz, in dem immer schon Wildschweine gewesen wären. Zu deren Revier hätten auch die Wiesen und Äcker drumherum gehört, wo jetzt Häuser mit Gärten entstanden seien. Wenn also nun der Zugang zu den angestammten Revieren durch Gartenzäune versperrt sei, würden die Schweine halt weiterziehen.

Die beidseitig stark bewachsene Straße Zubringer Nord und die renaturierte alte Bahntrasse nach Bad Oldesloe führen die Tiere als „grüner Korridor“ quasi bis ins Ortszentrum. Auch für die gerade jetzt verstärkte Anwesenheit der Tiere dort hat Jägerchef Ehlers eine Erklärung. „Durch das Verschwinden der Maisfelder im Zuge der Ernte von einem Tag auf den anderen verlieren die Wildschweine ihre Deckung und sind dann erst einmal orientierungslos“, sagt Ehlers.

Hinzu komme der Komposthaufen im menschlichen Garten als große Verlockung. „Wenn die Tiere dann dabei irgendwie gestört werden, verlaufen sie sich schon einmal und sind dann mitten in einem Wohngebiet oder wie zuletzt in Heide in der Innenstadt“, sagt Ehlers. So könnte es durchaus sein, dass die vergangene Woche in der Bismarckstraße vor der Haustür der Familie Busch gesichtete Wildsau nicht die letzte ihrer Art gewesen ist, die dem Wohngebiet einen Besuch abstattet. Für die Einwohner heißt es dann: Tür zu und abwarten.

 Von Holger Marohn

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