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Lauenburg Schräge Reeperbahn im eigenen Garten
Lokales Lauenburg Schräge Reeperbahn im eigenen Garten
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23:29 02.02.2018
In seinem Büro bewahrt Bruno Freystatzky Erinnerungen aus seiner langen aktiven Zeit als Tischtennis-Spieler auf.

Heute wohnen hier Bruno Freystatzky und seine Frau Hanna. Er wurde 1943 in jenem Haus geboren, das inzwischen 376 Jahre seiner Familie gehört. Freystatzky ist weit über das Lauenburgische hinaus bekannt, da er lange Vizepräsident des Norddeutschen Tischtennisverbands und selbst hervorragender Spieler war, der sogar schon an einer Weltmeisterschaft teilnahm. In mehr als 60 Jahren absolvierte er für die Lauenburger Sportvereinigung mehr als 1000 Punktspiele. Seinen Abschied als Aktiver nahm er erst Anfang 2018.

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Vor genau 400 Jahren, also 1618, baute sich ein Schustermeister namens Marten Schele ein dreistöckiges Fachwerkhaus an der Straße Hohler Weg 6 in Lauenburg. 1642 wurde es an Andreß Freystatzky verkauft, und dessen Familie lebt seitdem ohne Unterbrechung in dem schmucken Bauwerk – das ist nun wirklich nicht alltäglich.

Bruno wird nicht der letzte Frey- statzky sein, dem das Grundstück Hohler Weg 6 gehört, denn er hat es bereits seinem ältesten Sohn Lars überschrieben. Der detaillierte Familienstammbaum weist auch einiges über den ersten Freystatzky in diesem Haus aus: Er hieß Andreß mit Vornamen, stammte aus Mähren und war Seilermeister von Beruf. Eine andere Bezeichnung für diese Tätigkeit war Reepschläger, und genau so einen Mann suchte man damals in der kleinen Stadt an der Elbe. Zahlreiche Elb- und Stecknitzschiffer werden ihre Takelage im 17. Jahrhundert von Meister Freystatzky bezogen haben. Er soll sogar die Seile für die Lauenburger Schlossbrücke gefertigt haben, die damals noch eine Zugbrücke war.

Reepschläger brauchen stets eine Reeperbahn, also eine lange Strecke, auf der die dünneren Seile zu dicken Tauen verflochten werden. Und hinter dem Haus, das Andreß Freystatzky erworben hatte, bot sich eine solche Reeperbahn, wenn sie auch zum Lauenburger Schlossberg hin steil bergauf ging. Noch heute ist dies mit fast 1500 Quadratmetern das weitaus größte Grundstück in der Straße.

Im Laufe der Jahrhunderte nagte der Zahn der Zeit auch an diesem Gebäude, auch wenn das Elbhochwasser ihm wegen der erhöhten Lage nichts anhaben konnte. Dennoch war 1989 eine Grundsanierung nötig, die in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt erfolgte. Mehr als ein Jahr lang wurde geplant, drei Monate dann intensiv gearbeitet.

Der morsch gewordene Teil des Eichen-Fachwerks wurde ersetzt, aber nicht mit neuem Holz, sondern mit anderen alten, besser erhaltenen Balken. Die Fassade bekam neue Fenster und neue Verfugungen, die Haustür wurde nach historischem Vorbild nachgebaut. „Das ganze Innenleben wurde auf den Kopf gestellt“, berichteten die Lübecker Nachrichten damals. Familie Freystatzky habe „etliche Tage der offenen Türen und Wände erlebt“. Das Ergebnis konnte sich laut LN sehen lassen: „Dies ist ein neues Schmuckstück in der Lauenburger Altstadt.“ Die Restaurierung damals sei „eine Riesenarbeit gewesen“, erzählt Bruno Freystatzky, „aber sie hat sich gelohnt.“ Von seiner gemütlichen Wohnung im ersten Stock aus sieht er schließlich fast jeden Tag, wie Touristen beim Bummel durch die Altstadt sein Haus bewundern.

Natürlich werfen sie auch einen Blick auf die Informationstafel, die die Stadt an diesem und vielen anderen historischen Gebäuden in Lauenburg anbringen ließ. Dies Bauwerk hat wirklich einiges zu erzählen.

Goldene Inschrift

Viele Besucher der Stadt Lauenburg bleiben vor dem Haus Hohler Weg 6 stehen, um sich die Inschrift am Fachwerkbalken über der Eingangstür anzuschauen oder die mit Blattgold belegten Buchstaben zu fotografieren. Der Text zieht sich über die gesamte Hausbreite hin und lautet „Oh Herr Jesu Christ, Hilf zu jeder Frist und wenn mir Hilfe ist in Not und stehe mir bei früh und spät, bis all mein Tun ein Ende hat.“

 Norbert Dreessen

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