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Lauenburg Schüler nähen Taschen aus Sandsäcken
Lokales Lauenburg Schüler nähen Taschen aus Sandsäcken
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21:39 29.10.2013
Schüler der Albinus-Gemeinschaftsschule in Lauenburg haben eine Firma gegründet. Aus ausgemusterten Sandsäcken, die bei der jüngsten Flut mit Sand gefüllt wurden, nähen sie Taschen. Celina Burmeister (15, l.) und ihre Mitschüler zeigen die „Sand Bag“. Koordinatorin des Projektes ist Ingrid Bindzus. Quelle: Fotos: Grombein

Im vergangenen Jahr wurde die Schülerfirma der Albinus-Gemeinschaftschule in Lauenburg Landessieger beim Wettbewerb „Junior“ des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Und auch in diesem Jahr hat sich der Wahlpflichtkursus um Schulpatin Ingrid Bindzus ein besonders pfiffiges Projekt überlegt, um das ein Hauch lauenburgischer Geschichte weht. In fleißiger Arbeit produzieren die 17 Schüler diesmal schicke Taschen aus Sandsäcken, die bei der letzten Flut Lauenburg vor den Wassermassen schützten. Wie jedes Jahr können Aktionäre sich am Projekt beteiligen und damit die Firma finanziell unterstützen.

„Wir konnten schon den Landtagsabgeordneten Olaf Schulze und Bürgermeister Frank Ruppert als Aktionäre gewinnen“, sagt Celina Burmeister, Vorstandsvorsitzende der aktuellen Schülerfirma, im Textilraum der Schule. Im Hintergrund sitzen ihre Klassenkameraden und nähen, planen und beraten auf Hochtouren. Ihr Ziel: 200 Taschen herzustellen und zu verkaufen. Der schlichte Sandsack ist dabei mit dunkelgrünem Stoff aufgepeppt worden. Verschiedene Designs werden angeboten. Der braune Schriftzug „Sand Bag“ aus Leder wurde auf die Vorderseite des Prototyps genäht.

Es ist aber nicht nur die Produktion der Taschen — das Handwerkliche, was die Schüler aus Lauenburg leisten. Marketing, Vertrieb, das Design einer Homepage und am Ende jedes Monats eine steuerliche Erfassung der wirtschaftlichen Bewegungen der Firma stehen auf dem Programm. „Wir bekommen sogar einen Lohn: „50 Cent pro Stunde“, erklärt Pressesprecher Marius Thiedemann. Ein Jahr lang arbeiten die Schüler zwei Stunden pro Woche im Rahmen des Wahlpflichtkurses daran. Einen Vorstand mit Geschäftsführer, Finanzbuchhalter, technischem Leiter und einem Marketingleiter haben sie gewählt. 90 Aktien für je zehn Euro wurden verkauft, um ein Stammkapital zu bilden.

„Die Aktien sind stets auf einen Schlag vergeben“, berichtet Ingrid Bindzus, die so ein Projekt seit mittlerweile 15 Jahren immer wieder mit einer anderen Klasse realisiert. Und am Ende, nach dem Verkauf möglichst vieler Taschen, bekommen die Aktionäre ihre Investition und eine Dividende ausgezahlt. „Das hat jedes Jahr geklappt. Im letzten Jahr konnten wir pro Anleger über zwei Euro Dividende auszahlen“, berichtet die Schulpatin.

• Wer sich für eine Tasche interessiert, schreibt an lauenburg@outlook.de

Bundesweites Projekt
Die Erfolgsgeschichte von „Junior“ begann 1994, als das Institut der deutschen Wirtschaft das Programm ins Leben rief. Es geht den Initiatoren um die Förderung eines gründungsfreundlichen Klimas und darum, Unternehmerpersönlichkeiten zu fördern. Von den Kultusministerien als Schulprojekt anerkannt, bietet „Junior“ mittlerweile in 15 Bundesländern den organisatorischen Rahmen zur Gründung von Schülerunternehmen an.
• Infos zur den Teilnahmebedingungen auf www.juniorprojekt.de

Florian Grombein

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