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Lauenburg Schule braucht Kooperationspartner
Lokales Lauenburg Schule braucht Kooperationspartner
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21:21 01.03.2016
Geballte Kompetenz. Von links: Schulrätin Katrin Thomas, Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig, Moderator Jörg-Rüdiger Geschke, BBZ-Leiter Ulrich Keller, Dr.Ulrich Hoffmeister (IHK Lübeck). Quelle: Fotos: Silke Geercken
Schule muss sich öffnen. Die Anforderungen sind so stark gewachsen, dass die Lehrer die Aufgaben um Bildung und Erziehung nicht mehr allein tragen können. Rund 150 Lehrer aus dem Kreis nahmen am Montag an einer Fortbildung in Schwarzenbek teil.

„Fragen Sie nicht soviel, ob man das darf.“

Professor Matthias von Saldern, Lüneburg

Die Wirtschaft will helfen, fordert aber Schüler, die „neugierig sind und den Mund aufmachen“. Dr. Ulrich Hoffmeister (IHK Lübeck): „Wir suchen keine Musterschüler, sondern junge Leute, die Ausdauer mitbringen und mit Kritik umgehen können.“ Auf die Frage von Moderator Jörg-Rüdiger Geschke, wie die Unternehmen helfen könnten, die Schüler besser auf den Beruf vorzubereiten,gab es eine klare Antwort: „Gar nicht. Die Wirtschaft interessiert nicht, ob die Schulen überlastet sind. Wir müssen gemeinsam Ziele definieren, um die Schüler fit fürs Leben machen. Dazu gehört, in Betriebe zu gehen, Unternehmer in die Schulen einzuladen.“

Die Veranstaltung begann mit einem Impulsreferat von Professor Matthias von Saldern (Uni Lüneburg) zum Thema „Schule öffnet sich — Vernetztes Handeln mit außerschulischen Partnern“. Der Referent empfahl, Partner zu suchen, da die gewachsenen Aufgaben allein von Schule nicht mehr zu bewältigen seien. „Sie müssen versuchen, die neuen Aufgaben in den alten Strukturen zu schaffen“, so von Saldern. Dabei müssten die Veränderungen in den Schulen passieren, nicht vom Bildungsministerium angeordnet sein. „Das Schulsystem ist ein zäher Partner.“ Eine Vernetzung gelinge nur über einzelne Personen (Lehrer), die langfristig verstetigt werden müsse. „Machen Sie einfach und fragen Sie nicht soviel, ob man das darf“, forderte von Saldern die Lehrer auf. Partner als außerschulischen Lernort zu erkennen, ergebe einen hohen Mehrwert. Die Vermittlung von Fachwissen allein genüge nicht, sondern es sei zu überlegen, wie man theoretisches Wissen anwendbar machen könne. Auch Schulrätin Katrin Thomas appellierte an die Schulen, „die Türen aufzumachen“, dann kämen einem die Künstler schon entgegen. „Trauen Sie sich, neue Wege zu gehen, dafür andere Dinge auch mal wegzulassen.“ Der Leiter des Berufsbildungszentrums Mölln, Ulrich Keller, sprach von den Erfahrungen seiner Schule, die bereits viele Kooperationspartner habe. „Machen Sie mit, es lohnt sich. Kooperation entlastet und verteilt die Arbeit auf viele Schultern.“ Auch Schwarzenbeks Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig machte den anwesenden Pädagogen Mut.

Schulkooperationen seien keine Frage der Finanzen. Bei Interesse ließen sich Wege finden, Ressourcen zu nutzen. „Nicht immer gleich Nein sagen“, so die Empfehlung der Verwaltungschefin.

Dass es bereits einige Kooperationen der Schulen im Kreis mit Vereinen und Wirtschaft gibt, zeigte der zweite Teil der Veranstaltung gestern in der Gemeinschaftsschule Schwarzenbek. In einem Forum stellten Schulen Kooperationsbeispiele vor.

Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung mit dem gemeinsamen Ziel, die Schüler mitzunehmen und voran zu bringen.

Beispiele aus der Praxis modernen Unterrichts

Schulgarten und Ruder AG bietet die Albinus-Gemeinschaftsschule Lauenburg ihren Schülern an. Die Gemeinschaftsschule Stecknitz bildet zusammen mit dem ASB Lübeck Schulsanitäter aus. Der Verein „Gefangene helfen Jugendlichen“ macht Prävention in der Gemeinschaftsschule Schwarzenbek. Die Gemeinschaftsschule Büchen hat eine von der Klimaschutzmanagerin betreute Energie AG. Das sind fünf von insgesamt 36 Kooperationen, die gestern in der Schwarzenbeker Gemeinschaftsschule vorgestellt wurden. Lehrer und Eltern aus dem Kreis hatten die Möglichkeit, sich die Projekte anzuschauen und Anregungen für eine eventuelle Kooperation in der eigenen Schule zu holen. Im zweiten Teil der Veranstaltung „Schule öffnet sich“ gab es Informationen, Präsentationen und Gedankenaustausch. Deutlich wurde: Schule heute ist viel mehr als Fachunterricht in der Klasse. Ein beachtliches Leistungsspektrum, das weiter ausgebaut werden soll, um die Schüler, die im Elternhaus vieles nicht mehr erfahren, fit fürs Leben zu machen. ge

Silke Geercken
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