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Schwarzenbek: Angst vor dem Feuerteufel steigt

Schwarzenbek Schwarzenbek: Angst vor dem Feuerteufel steigt

Langsam wird es wirklich unheimlich. Vier Wochen nach dem Großbrand des ehemaligen China-Restaurants „Jade“ an der Hamburger Straße in Schwarzenbek schließt die Polizei Brandstiftung nicht mehr aus. Die Sorge vor einem Feuerteufel steigt.

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Jetzt gibt es Klarheit: Der Großbrand des China-Restaurants „Jade“ ist auf Brandstiftung zurückzuführen.

Quelle: Foto: Timo Jann

Schwarzenbek. Und das vor dem Hintergrund zahlreicher anderer Brände in der Stadt, die von Unbekannten gelegt wurden. Bisher konnte man sich beim „Jade“ noch an die Möglichkeit klammern, dass dort ein Defekt zum Brand geführt haben könnte. Das ist jetzt vom Tisch und die Sorge vor einem Feuerteufel steigt.

„Der Sachverständige des Landeskriminalamtes hat das Objekt jetzt untersucht und auf dessen Erkenntnisse hin können wir eine technische Ursache als Auslöser des Feuers ausschließen“, erklärte gestern Joachim Böhm, der Leiter der zuständigen Kriminalpolizei in Geesthacht. Heißt im Klartext: Das Feuer wurde gelegt, fraglich ist aber, ob gezielt oder unbeabsichtigt. „Wir ermitteln jetzt weiter und werden versuchen, mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen. Vielleicht können wir dort noch Hinweise erlangen“, berichtete Böhm. Der Hausbesitzer (61) und ein Mieter (41) hatten sich am 15. Mai vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Ob sie nachts gegen 2 Uhr aber etwas beobachtet hatten? Unklar. Die Polizei werde laut Böhm auch Fahrlässigkeit prüfen.

Das frühere Restaurant und ein direkt angebautes älteres Nachbargebäude dienten zuletzt nur noch wenigen Menschen als Bleibe, ein Investor plant den Abriss und den Neubau eines Mehrfamilienhauses.

Die Feuerwehr war nach dem Alarm stundenlang im Großeinsatz, die Retter setzten sich der Gefahr Krebs erregender Asbestfasern aus (wir berichteten).

Seit dem 15. März mussten Schwarzenbeks Feuerwehrleute zu 58 ihrer in diesem Jahr bisher 82 Einsätzen ausrücken. 18 davon seit März dürften auf Brandstiftungen zurückgehen. Es fing am 15. März mit Altpapiercontainern an, es folgten brennende Mülleimer, ein Flächenbrand, dann zahlreiche meistens mit Grillanzündern angesteckte Autos und in der Rülau wurde ein brennender Grillanzünder sogar in ein Wohnhaus geworfen. Dann kam der Großbrand des „Jade“ und wieder mehrere brennende Autos. „Der Anteil von Bränden ist in diesem Jahr bisher außergewöhnlich hoch, eigentlich überwiegen bei unseren Einsätzen ja immer die Hilfeleistungen“, sagt Feuerwehrchef Thorsten Bettin.

Ob die Taten zusammenhängen, ist unklar, die Polizei spricht offiziell nur von einer Häufung, noch nicht von einer Serie. Das sei erst möglich, wenn es Hinweise auf einen konkreten Täter oder eine Tätergruppe gebe, heißt es. Und das sei nicht der Fall – denn die Beamten haben keine konkreten Spuren auf den oder die Täter.

Schwarzenbeks Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig: „Die Brandserie in Schwarzenbek erschüttert die Stadt. Wie alle Bürgerinnen und Bürger sind auch wir mit den Ängsten und Sorgen konfrontiert und machen uns Gedanken um die Gesundheit aller. Nicht zuletzt müssen wir auch an die hohen Belastungen und die Gesundheit der ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden denken. Sowohl die örtliche Polizei als auch die ermittelnde Kriminalpolizeistelle Geesthacht arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung der Brandanschläge in unserer Stadt.“

Der Brand begann an der Rückseite

Die Flammen an dem ehemaligen China-Restaurant loderten beim Eintreffen der Feuerwehr auf der Rückseite, an dem kleinen Sackgassenstück der Gülzower Straße, wo auch die Amtsverwaltung ihren Sitz hat. Dort schlugen die Flammen im Bereich einer kleinen Terrasse meterweit nach oben und griffen auf den Dachstuhl über. Möglich, dass das Feuer von außen auch auf das Erdgeschoss übergegriffen hatte und gar nicht von innen nach außen gelangt war. tja

 Timo Jann

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