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Lauenburg Zug-Waggons mit Flüssiggas drohten zu explodieren
Lokales Lauenburg Zug-Waggons mit Flüssiggas drohten zu explodieren
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18:28 26.07.2018
Großeinsatz in Schwarzenbek: Beinahe wäre am Mittwochabend ein mit gefährlichem Flüssiggas beladener Kesselwaggon explodiert.  Quelle: Timo Jann
Schwarzenbek

„Zum Glück konnten die Lokführer den Brand mit einem Feuerlöscher eindämmen, den Rest haben wir dann erledigt“, berichtete Schwarzenbeks Feuerwehrchef Thorsten Bettin. Die Ladung des Zuges war brisant: Der betroffene Waggon und zwei weitere angekuppelte Kesselwagen waren mit jeweils gut 30.000 Liter Flüssiggas beladen. „Das hätte unter etwas längerer Hitzeeinwirkung explodieren können“, verdeutlicht Bettin.

Eine Erwärmung des Transportbehälters hätte zu einem Druckanstieg führen und für eine Berstgefahr mit schlagartiger Freisetzung einer entzündbaren Dampfwolke führen können, die mit der Folge einer Druckwelle als explosiv gilt. Das geladene unsichtbare Kohlenwasserstoffgas entwickelt giftige und reizende Dämpfe.

Wegen der Gefahr, die von dem Kesselwaggon ausging, hatte die Leitstelle neben der Schwarzenbeker Feuerwehr auch den Löschzug Gefahrgut und ein Großaufgebot des Rettungsdienstes alarmiert. Bettin: „Der Zug hielt genau auf Höhe des früheren Bahnübergangs Meiereistraße, sodass wir von beiden Seiten aus anfahren konnten. Das war perfekt so.“ Von der Nordseite aus wurde ein Löschangriff vorgenommen, im Süden sammelte sich der Rettungsdienst.

Die Feuerwehrleute waren längere Zeit mit Kühlarbeiten an der heißen Bremse und der erhitzten Hülle des Kesselwagens beschäftigt, um die Gefahr zu bannen. Der Waggon wurde die ganze Zeit per Fernthermometer und Wärmebildkamera überwacht.

Bahnstrecke wurde komplett gesperrt

Die Bahnstrecke wurde wegen des Einsatzes durch die Notfallleitstelle der Bahn komplett gesperrt. Der Zugverkehr zwischen Hamburg und Berlin musste deshalb umgeleitet werden. Vorsorglich hatte die Feuerwehr Warnposten abgestellt, die die Gleise beobachten sollten, weil zwischenzeitlich auf Grün gestellte Signale für Irritationen gesorgt hatten.

Der beschädigte Waggon wurde noch in der Nacht aus der Zugreihe genommen, sodass der Güterzug schließlich seine Fahrt ohne den betroffenen Kesselwagen Richtung Berlin fortsetzen konnte. „Dort, wo der Zug stoppte, war es für uns von der Erreichbarkeit zwar ganz positiv, aber warum man den Zug in die Stadt fahren ließ, ist mir unverständlich. Vielleicht hatte man die Situation erst nicht so schlimm eingeschätzt“, so Bettin.

tja

 

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