Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Eltern wollen Begrenzung der Kita-Kosten
Lokales Lauenburg Eltern wollen Begrenzung der Kita-Kosten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:52 02.11.2018
Zahlreiche Besucher, vor allem Eltern von Kitakindern, verfolgten die Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses der Schwarzenbeker Stadtvertretung. Quelle: Matthias Wiemer
Schwarzenbek

Die Europastadt im östlichen Speckgürtel Hamburgs erfreut sich beachtlichen Wachstums, doch der bringt auch beachtliche Probleme mit sich. Eines davon ist die unzureichende Versorgungslage mit Kindergartenplätzen. Junge Familien sind zwar von der Stadt gewollt, doch die haben Ansprüche, vor allem bei der Kinderbetreuung. Die ist in Schwarzenbek rar und teuer – zu teuer, bekundeten jetzt wieder einige Dutzend Eltern bei der jüngsten Sozial- und Kulturausschusssitzung. Über 400 Euro pro Kind ist ihnen eindeutig zu viel.

Die Eltern sind schon lange frustriert über die massiven und in kurzen Abständen erfolgten Erhöhungen der Kita-Beiträge. Doch dieses Mal entlud sich der Zorn einiger Eltern auch gegenüber dem zuständigen Ausschuss der Stadtvertretung. Denn die Zahlen der Verwaltung verheißen nichts Gutes. Die Kitakosten seien in diesem Jahr erneut um 100000 Euro gestiegen, sodass die Eltern auch bei dem Bestreben der Stadt, die Steigerungen der Kitagebühren so gering wie möglich zu halten, für die Betreuung noch tiefer in die Tasche greifen müssten.

Intensiv genutzte Fragestunde

Eine eigens angesetzte Fragestunde beim Tagesordnungspunkt „Finanzierung und Gebühren Kindertagesstätten“ drohte zwischenzeitlich leicht außer Kontrolle zu geraten, als der Ausschussvorsitzende Rüdiger Jekubik (SPD) massiv mehr Sachlichkeit im Auditorium anmahnte.

Klarer Fall, die Eltern hatten mehr erwartet als eine nüchterne Leinwandpräsentation von Kosten, Zuschüssen und Entwicklungsprognosen, die ohnehin nur mit dem Thema Vertraute verstehen konnten. Als bei der Frage eines Zuhörers nach Alternativen des Ausschusses zum Verwaltungsvorschlag die Antwort kam: „Das geht nicht so schnell, wir sind ja alle Feierabendpolitiker“, mischte sich unter den Zuhörerreihen Enttäuschung mit Entrüstung. Schließlich sei man gekommen, um Ideen oder besser noch Beschlussvorschläge des Ausschusses zu hören und nicht schlicht Kenntnisnahme, bemängelten Besucher.

Das sei alles zu langsam, zumal die nächste Sitzung dieses Gremiums bereits für kommenden Montag, 5. November, angesetzt ist. Jekubik versuchte immer wieder, die Wogen zu glätten. Man sei sich des Kostendrucks für die Eltern bewusst und bemüht, Lösungen zu finden, könne aber nichts versprechen. Und es dürfe nicht erwartet werden, dass man die Kita-Eltern stärker als andere Bürger oder Einrichtungen berücksichtige. Jekubik: „Viele andere haben auch Wünsche, denen wir alle gerecht werden sollen.“

Unterschiedliche Gebühren

Da die Stadt selbst keine Kitas betreibt, werden Gebühren und Zuschüsse von Kreis und Land direkt an die verschiedenen Träger weitergereicht, die unterschiedliche Preise erheben. Demnach kostet ein Kitaplatz durchschnittlich 392 Euro. Hauptsächlich wegen Tariferhöhungen, so die Verwaltungsvertreterin Kathrin Kipke, stehe eine Erhöhung auf 422 Euro für das kommende Jahr an. Der dem Ausschuss unterbreitete, aber nicht weiter beratene Verwaltungsvorschlag sah als Kompromiss eine Einheitsgebühr vor. Die sollte höher als 2018, aber niedriger als die ausgewiesene Steigerung für 2019 sein und etwa bei 400 liegen. Demnach würden rund 100000 Euro am städtischen Haushalt hängen bleiben.

Ein Vorschlag, der auf wenig Gegenliebe bei den betroffenen Eltern stieß. Sie wollen eine Deckelung der Gebühren, besser noch: eine Entlastung. In Hamburg etwa und in anderen Bundesländern würde es Obergrenzen für Kitagebühren geben oder gar keine erhoben, betonten Elternvertreter. Schleswig-Holstein ließe in dieser Frage die Eltern im Regen stehen.

Ein Großvater berichtete, seine Kinder müssten für die Kita-Betreuung seiner Enkel mittlerweile an die 900 Euro im Monat aufbringen. Welche Familie könne sich so etwas leisten? Solche Fehlentwicklungen hätte die Stadt Schwarzenbek viel früher erkennen und gegensteuern müssen, zumal es seit einiger Zeit Haushaltsüberschüsse gebe, warf der Besucher dem Ausschuss vor. Ein Verwaltungsvertreter wies darauf hin, dass die Überschüsse zur Schuldentilgung und nicht für Neuausgaben zu verwenden seien.

Vorschläge gefragt

Am Montag, 5. November (18.30 Uhr Rathaus), wollen die Kitaeltern handhabbare Vorschläge aus dem Ausschuss hören. Bis dahin wollten Ausschussmitglieder auch noch einmal gesondert mit Vertretern der organisierten Kitaeltern getroffen haben. Rüdiger Jekubik: „Es herrscht Einigkeit, dass die Beiträge zu hoch sind. Aber eine auch vom Land angestrebte Deckelung auf 200 Euro Gebühren pro Kind wird wohl nicht hinzukriegen sein.“

Matthias Wiemer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

220 Lehrstellen sind zurzeit in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg unbesetzt. Das geht aus einer Statistik der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe hervor. Azubis werden fast überall gesucht.

01.11.2018

Seit Donnerstag ist das Seniorenzentrum in Edmundsthal-Siemerswalde offizieller Teil der Johanniter GmbH. Damit bieten die Johanniter in der Klinik am Runden Berg und im Seniorenzentrum mit der Klinik für Geriatrie und einem angeschlossenen Seniorenheim in Edmundsthal-Siemerswalde in Geesthacht mehr als 700 Menschen Arbeit.

01.11.2018
Lauenburg Geburtstagsfeier auf der Dominsel - Wäre A. Paul Weber heute ein Grüner?

2018 wäre der Maler und Grafiker A. Paul Weber 125 Jahre alt geworden. In seinem Ratzeburger Museum, dem A. Paul Weber Haus, wird der Geburtstag am Sonntag, 4. November, mit einem ganztägigen Programm gefeiert.

01.11.2018