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Lauenburg Schwarzenbeker Stadtverordnete wechselt von der CDU zur SPD
Lokales Lauenburg Schwarzenbeker Stadtverordnete wechselt von der CDU zur SPD
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13:40 01.06.2018
Heike Wladow. Quelle: Archiv: Geercken
Schwarzenbek

Der politische Hammer in Schwarzenbek kam am Freitagmorgen per Mail. „Neue Wege werde ich in der Wahlperiode 2018 bis 2023 als Mitglied der SPD-Fraktion gehen“, teilte die direkt gewählte CDU-Kandidatin Heike Wladow per Mail mit. Sie habe „in den Tagen seit der Kommunalwahl leider erkennen müssen, dass Frauen bei einigen Männern auch heute noch - 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts - keinen gleichwertigen Status“ hätten. Außerdem schreibt Wladow, dass „die Ereignisse der letzten Wochen außerdem auch einen massiven Eingriff in mein Privatleben mit sich“ gebracht hätten. Als Frau könne sie diese Handlungsweise auf keinen Fall akzeptieren.

Zum endgültigen Bruch kam es vermutlich während der Fraktionssitzung der CDU Anfang der Woche, bei der es auch um die Verteilung von Ämtern gegangen sein soll. Wladow war nicht nur Spitzenkandidatin der CDU bei der Kommunalwahl, sondern galt auch als Kandidatin für den Posten der Bürgervorsteherin. Während die SPD Wladow mit einem „Herzlich Willkommen“ begrüßte und ihre Kompetenz lobt, gibt es aus den Reihen der CDU-Fraktion bislang keine Reaktion.

Für die konstituierende Stadtverordnetenversammlung hat der Wechsel massive Auswirkungen. Die SPD hat nun voraussichtlich neun, die CDU nur noch acht Sitze. Damit hat die SPD voraussichtlich doch wie vor fünf Jahren wieder das Vorschlagsrecht für den Bürgervorsteher. Auch wird die SPD vermutlich zwei Ausschüsse leiten dürfe, die CDU nur noch einen. Und auch die Mehrheitsverhältnisse in den Ausschüssen ändern sich. SPD und Grüne hätten laut Stadtverwaltung nun jeweils mit fünf von neun Sitzen eine Mehrheit. In der neuen Stadtvertretung allerdings voraussichtlich nicht. In den vergangenen Wahlperioden hatte es wiederholt in der Schwarzenbeker Kommunalpolitik „Bäumchen-wechsel-dich- Spiele“ in fast alle Richtungen gegeben, mit denen Mehrheitsverhältnisse verschoben hatten. Die konstituierende Sitzung ist am Montag, 11. Juni, um 18.30 Uhr im Rathaus.

Wladow zog 2008 erstmals für die CDU-Fraktion über ihr gewonnenes Direktmandat in die Stadtverordnetenversammlung ein. 2012 wurde sie dann Fraktionsvorsitzende.

Holger Marohn

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