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Schwarzenbeks Bürgervorsteher Freiberg gibt Ämter zurück

Schwarzenbek Schwarzenbeks Bürgervorsteher Freiberg gibt Ämter zurück

Als Gründe nannte der 63-Jährige gesundheitliche Probleme und Zeitmangel für andere Aufgaben. Stellvertreter Roman Larisch (CDU) übernimmt den Posten kommissarisch.

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Konrad Freiberg mit seinem Retriever „Samson“ beim LN-Interview zu Beginn seiner kommunalpolitischen Karriere im Juli 2012.

Quelle: Fotos: Ge

Schwarzenbek. Für viele Bürger kommt die Nachricht überraschend, einige werden sehr enttäuscht sein: Bürgervorsteher Konrad Freiberg (SPD) ist mit sofortiger Wirkung von allen seinen politischen und parteipolitischen Ämtern zurückgetreten. Der 63-Jährige nannte persönliche Gründe für seine Entscheidung, politische schloss er auch auf Nachfrage aus.

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als Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im November 2006 in Berlin.

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Bereits am Mittwoch hatte Freiberg der Bürgermeisterin persönlich mitgeteilt, dass er sein Mandat als Stadtverordneter und damit verbunden auch sein Amt als Bürgervorsteher mit sofortiger Wirkung niederlegen werde. Eine Entscheidung, die nicht ganz überraschend kommt. Freiberg hatte dahingehende Überlegungen bereits vor einigen Wochen angekündigt. „Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber es gibt hierfür gute Gründe: Mein Arzt hat mir den dringenden Rat gegeben, verstärkt auf meine Gesundheit Rücksicht zu nehmen. Hinzu kommt die Betreuung meiner erkrankten Mutter. Das kostet Zeit“, so Freiberg. Anfang des Jahres war der aktive Bürgervorsteher bereits kürzer getreten, nachdem eine Herzschwäche bei ihm diagnostiziert worden war. „Ich benötige mehr Zeit für andere Interessen, möchte segeln, radfahren. Überall, wo es schön ist, werde ich zu finden sein“, sagte Freiberg. Er betonte, dass es keine politischen Gründe gebe, fügte aber auch hinzu, dass die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Stadtverordneten besser sein könnte.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rüdiger Jekubik bedauerte den Schritt. „Herr Freiberg war angeschlagen, in sofern war der Schritt zu erwarten. Wir verlieren ein ausgesprochen aktives Mitglied mit besten Kontakten zu Kreis und Land und sogar bundesweit. Die Lücke wird nicht so einfach zu füllen sein.“ Die Aufgaben in der Partei werde Stellvertreterin Susanne Heyer-Borchelt übernehmen, stellvertretender Bürgervorsteher ist Roman Larisch (CDU). „Wir müssen in Ruhe nach einem Nachfolger Ausschau halten“, so Jekubik. Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig: „Mir tut es außerordentlich leid, wir haben gut und konstruktiv zusammengearbeitet. Ich wünsche Herrn Freiberg alles Gute.“

Bestürzt über den Entschluss Freibergs ist auch Inge Salewski von der Bürgerinitiative gegen den Bahnlärm. „Herr Freiberg hat uns immer stark unterstützt mit seinem Sachverstand, uns manche Tür geöffnet und sogar Geld für Plakate aus seinem privaten Etat zur Verfügung gestellt. Wir bedauern den Schritt sehr“, so Salewski.

„Ich möchte mich engagieren. Der Stillstand hier in Schwarzenbek ärgert mich“, sagte Freiberg 2012 im LN-Interview. Es blieb nicht bei der Worthülse. Er nahm die Fäden schnell in die Hand, wurde 2012 zum Vorsitzenden der SPD gewählt und 2013 als Bürgervorsteher der Stadt Schwarzenbek vereidigt. Das drängendste Problem Schwarzenbeks, die Haushaltskonsolidierung, wollte er gemeinsam mit allen Fraktionen lösen. Leider stellte sich diese Aufgabe als besondere Herausforderung dar. Schwarzenbek ist Konsolidierungsgemeinde und hat kein Geld für große Sprünge. Als weitere Punkte nannte Freiberg mehr Attraktivität in der Innenstadt und ein neues Konzept für das Amtsrichterhaus. Letzteres ist gelungen durch die Übernahme durch Gut Lanken. Die Innenstadt und ihr größtes Problem, die Bauruine Markt 6/8, sind bis heute nicht gelöst. Hoffnungen machte die Raiffeisenbank Lauenburg, die das Grundstück Ende 2014 gekauft hat.

Zur Person
Konrad Freiberg (63), der erst 2011 mit Frau und Hund von Hamburg nach Schwarzenbek gezogen war, hatte sich in kurzer Zeit in die kommunalpolitischen Belange eingearbeitet und mit seiner offenen Art vielen Bürgern bekannt gemacht. Der ehemalige Kriminalhauptkommissar und Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei war seit 2013 Bürgervorsteher.

Silke Geercken

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