Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Schwarzenbeks Forderungen an die Bahn
Lokales Lauenburg Schwarzenbeks Forderungen an die Bahn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:25 14.09.2016
Am Bahnhof Schwarzenbek wuchern noch die Pflanzen. Die Deutsche Bahn hat bisher nur die Hecke am Stellwerk geschnitten. Quelle: Fotos: Stefanie Ender

Selbst an einem sonnigen Vormittag sieht der Schwarzenbeker Bahnhof noch traurig aus. Die Toiletten sind geschlossen, fünf Lampen in der Unterführung funktionieren nicht und Müll liegt auf den Wegen zu den Gleisen. Nur der Verein für soziale Arbeit und Integration belebt das ehemalige Bahnhofsgebäude. Die Deutsche Bahn hat seit der letzten Besichtigung durch die LN vor zwei Wochen nur die Büsche am Stellwerk geschnitten.

Deutsche Bahn und Bürgermeisterin wollen konkrete Pläne für den verwahrlosten Bahnhof ausarbeiten.

Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig drängt auf schnelle Lösungen. Sie hat viele Ideen zur Verbesserung, die morgen in Verhandlungen mit der Deutschen Bahn besprochen werden: Eine verbesserte Beleuchtungsanlage in der Unterführung müsse her. Außerdem will sie mehr Sauberkeit am Bahnhof und weitere Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder. „Wir wollen erreichen, dass auch hochwertige Räder hier sicher geparkt werden können“, sagt sie. Die Stadt Schwarzenbek denkt auch über eine Ladestation für e-Bikes nach.

Bisher wirkt vor allem die Unterführung zwischen den Gleisen dunkel und kahl. Ein Grafittiboard im Tunnel soll hier den Weg zwischen den Bahngleisen verschönern. Außerdem will die Stadt einen Fahrkartenschalter. „Es ist schon schwierig genug, etwas durch die Spiegelung am Bildschirm zu erkennen“, sagt Bürgermeisterin Borchers-Seelig beim Testkauf am Fahrkartenautomat. „Und sich auch noch in Eile durch die ganzen Menüs zu klicken, ist Nerven raubend.“ Der Seniorenbeirat habe bereits vorgeschlagen, eine Art Fortbildung für ältere Menschen am Bahngleis zu geben. Sie solle die Scheu vor dem Gerät nehmen. Ein Leitfaden mit Fotos soll das unterstützen. Von der konkreten Umsetzung habe Borchers-Seelig noch nichts gehört. Die Deutsche Bahn indes plane eine HVV Servicestelle, sagt Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. Morgen und in der nächsten Woche werden die genauen Planungen mit der Stadt Schwarzenbek gemacht. Wer das Ganze bezahlen soll, ist noch unklar.

In den vergangenen zwei Wochen ist am Bahnhof noch nicht viel passiert. Nur die Hecke vor dem Stellwerk, die vorher komplett die Sicht versperrt hat, wurde geschnitten. Nun dürfen sich Reisende des Anblickes auf das leer stehende Kioskgebäude erfreuen. Dessen Wiedereröffnung steht übrigens noch in den Sternen. Bisher ist nicht geklärt, wer der neue Besitzer wird. Ansonsten wuchern immer noch Pflanzen rings um die Gleise. Die Deutsche Bahn mache „Vegetationsrückschritt, wenn es erforderlich ist“, so Meyer-Lovis.

Wer am Bahnhof auf Toilette gehen will, hat Pech gehabt. Die WCs sind geschlossen. Auch für kältere Tage ist der Bahnhof nicht gewappnet. Bisher gibt es zwar Unterstellmöglichkeiten, die sind aber offen. Ute Borchers-Seelig fordert deshalb beheizte und geschlossene Warteräume. Und sie plant den Busbahnhof vor dem Bahnhofsgelände barrierefrei zu machen. Unter Umständen wird er auf die andere Seite an der Plantangente verlegt.

Der Verein für soziale Arbeit und Integration

Er sorgt für einen Lichtblick am traurigen Bahnhof: Der Verein für soziale Arbeit und Integration hat sein Café gestern offiziell eingeweiht. Es ist schon seit Juli für alle Besucher unter der Woche geöffnet. „Wir überlegen, auch am Wochenende auf zu machen“, sagt Victoria Böttcher, Sozialmanagerin und Vorsitzende des Vereins.

Die Einrichtung ist teilstationär und bietet Eingliederungshilfe für Menschen mit Alkohol- und Drogenproblemen.Alkohol- und Drogenproblemen.

Stefanie Ender

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In ersten sieben Monaten 2016 gab es pro Mitarbeiter durchschnittlich 17,26 Fehltage – Ratzeburger Politiker äußern sich besorgt – Bürgermeister Voß: Sind auf gutem Weg.

14.09.2016

Das Pindakaas Saxophon Quartett spielt in Nusser Kirche.

14.09.2016

Außerdem soll die Chip-Pflicht eingeführt werden – Stadtvertreter wollen auch Zweitwohnungssteuer erhöhen.

14.09.2016
Anzeige