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Lauenburg Schwierige Zeiten für den Ratzeburger Seniorenbeirat
Lokales Lauenburg Schwierige Zeiten für den Ratzeburger Seniorenbeirat
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13:12 10.01.2017
Nur zu fünft tagte der Seniorenbeirat gestern mit (v. l.) Vorsitzender Jürgen Pfeiffer, Rolf Peters, Manfred Sack, Nachrücker Norbert Hinz, Protokollant Lutz Jakubczak (Stadt Ratzeburg) und Günter Deutschmann. Quelle: Joachim Strunk

Er selbst bezeichnet sich als „Multiplikator“, „Senioren-Trainer“ und früherer Berater in einer Awo-Stelle für sozial Benachteiligte. Insofern wolle er sich auch im Seniorenbeirat engagieren, erklärte Norbert Hinz (70). Andere sehen in ihm dagegen einen politischen Rechtsaußen, der in der Rechtsstaatlichen Liga (Nachfolgegruppierung der NPD unter Führung des Kreistagsmitglieds Kay Oelke) mitwirkt. Hinz dazu: „Wieso? Die ist doch nicht verboten!“

Uneinigkeit im Gremium durch Nachrücker Norbert Hinz – Roswitha Struensee und Roeßler traten aus Protest zurück.

Dass Herr Hinz dem Seniorenbeirat Mauschelei unterstellt hat, nehme ich nicht hin. Dafür erwarte ich eine Entschuldigung.

Jürgen Pfeiffer, Vorsitzender

des Ratzeburger Seniorenbeirats

Nach der letzten Seniorenbeiratswahl im Frühjahr 2016 scheiterte Hinz nur mit einer Stimme. Nach dem Tod von Harald Mix im Herbst 2016 rückte er ins Gremium nach. Doch zuvor war er im Oktober zur Sitzung gekommen und hatte von der Zuhörerbank dem Beirat und seinem Vorsitzenden Jürgen Pfeiffer „Mauscheleien“ vorgeworfen. Dafür forderte dieser gestern eine Entschuldigung.

„Wer sich entschuldigt, klagt sich an!“, konterte Hinz. Das sehe er überhaupt nicht ein. „Soweit kommt’s noch!“ Vielleicht sei seine Reaktion „spontan und etwas voreilig“ gewesen. Aber er sei sauer gewesen, dass er mit seiner Meldung bei jener Sitzung nicht zu Wort gekommen sei, weil die Tagesordnung wegen der anwesenden Presse über den Haufen geworfen wurde. Eine Entschuldigung lehnte er auch auf erneute Nachfrage ab.

Beistand erhielt der ehemalige Bäckermeister von Manfred Sack, der monierte, dass schon die Beiratswahl im letzten Frühjahr negativ beeinflusst worden war. Als nämlich eine „politische Parteigängerin“ – die auch gestern anwesende Bärbel Kersten (SPD) – lautstark den politischen Leumund des Norbert Hinz anzweifelte. Auch stünde es einem überparteilichen Gremium wie dem Seniorenbeirat nicht zu, im Internet über die Vergangenheit oder Tätigkeit eines Kandidaten zu recherchieren. Woraufhin Pfeiffer Sack entgegnete: „Herr Hinz ist kein Unbekannter in Ratzeburg. Da war keine Recherche nötig.“

Günter Deutschmann, seines Zeichens 2. Vorsitzender, erklärte sich bereit, den vakanten Posten des Schriftführers (entstanden durch den Rücktritt Roswitha Struensees, die von Hinz wegen übler Nachrede angezeigt worden war und deshalb jeglichen Kontakt mit diesem kategorisch ablehnt) zu übernehmen. Hierüber herrschte bei Deutschmanns eigener Enthaltung Einstimmigkeit.

Schwieriger wurde es beim Antrag Pfeiffers, die Sitzungen nur noch zwei- statt einmonatlich anzuberaumen. Dies sei praktikabler, weil der Vorsitzende schon zwei Wochen vorher zur nächsten Sitzung einladen müsse. Hier gab es ein knappes 3:2 dafür. Durch den Rücktritt Struensees und Dr. Friedemann Roeßlers, der es ebenfalls ablehnt mit Hinz zusammenzuarbeiten, und die krankheitsbedingten Ausfälle von Arno Lehnhardt und Jürgen Möller ist es knapp geworden im Beirat. Was wäre die Alternative für eine Lösung des Problems? Selbstauflösung? Neuwahl? Das lehnen Pfeiffer und Deutschmann ab.

„Wir sind in der Pflicht unserer Wähler“, so Deutschmann.

 Joachim Strunk

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