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Lauenburg Ortsumgehung Lauenburg vor Meilenstein
Lokales Lauenburg Ortsumgehung Lauenburg vor Meilenstein
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16:22 05.10.2018
Lastwagen drängen sich täglich auf der Bundesstraße 5 durch Lauenburg. Ändern könnte das nur eine Ortsumgehung. Quelle: LN- Archiv
Lauenburg

„Dieser Scopingtermin ist ein ganz wichtiger Schritt. Hier können alle Beteiligten und vor allem auch die Naturschutzverbände ihre Vorschläge machen“, sagt Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede. Für den 18. Oktober hat das Land dazu in die Lauenburger Stadtverwaltung eingeladen. Und die Runde könnte groß werden.

Denn das Scoping dient dazu, den sowohl räumlichen wie auch in der inhaltlichen Tiefe erforderlichen Untersuchungsumfang festzulegen. Und weil die Ortsumgehung Lauenburg voraussichtlich ganz nah zur Grenze nach Niedersachsen und nach Mecklenburg-Vorpommern geplant werden wird, werden auch Behörden und Verbände aus allen drei Ländern beteiligt. Nicht zuletzt haben auch noch die Bahn und das Wasser- und Schifffahrtsamt als Anlieger der voraussichtlichen Trasse bei den komplexen Planungen ein Wörtchen mitzureden.

Nach der Erteilung des Planungsauftrages habe sich das Planungsteam als erstes vor Ort ein genaues Bild der Besonderheiten und Herausforderungen gemacht, teilt das Land auf Anfrage mit. Und für die Stadt gibt es ein Extralob: Da zur Stadt Lauenburg „seit Langem ein intensiver Kontakt“ bestehe, seien die dort bereits erbrachten Vorleistungen in einem vorherigen Termin bereits ausgetauscht worden. Auch mit der Bürgerinitiative BAB habe es bereits eine Besprechung gegeben, eine weitere Besprechung mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung stehe demnächst an.

Und auch erste Überlegungen zu den technischen Varianten hätten die Planer bereits zu Papier gebracht. „Parallel hierzu läuft die Planungsraumanalyse durch einen beauftragten Fachgutachter“, heißt es aus dem Kieler Verkehrsministerium. Diese sei Grundlage für den Scoping-Termin.

Bislang nicht im Zuge des Baus der Ortsumgehung vorgesehen ist der Neubau oder die Ertüchtigung der Elbbrücke in Lauenburg. „Aufgrund der jüngsten Probleme mit der Brücke sollte man darüber allerdings vielleicht auch noch einmal nachdenken“, fordert Bürgermeister Thiede.

Durch den Neubau der Ortsumgehung soll einerseits die Lärmbelastung reduziert werden und andererseits soll die Bundesstraße durch Entfall des Tempolimits von 30 Kilometers pro Stunde wieder voll verfügbar sein, heißt es in der Projektbeschreibung. Auch müsse die neue Trasse hochwassersicher gebaut werden. Die Ortsumgehung diene der Entlastung der beengten Ortsdurchfahrt im Zuge der Hafenstraße und einer verbesserten Erreichbarkeit des südöstlich der Elbe gelegenen Gewerbegebietes.

B 209 verläuft von Lüneburg kommend über Lauenburg nach Schwarzenbek und quert dabei die Elbe und den Stecknitz-Hafen. Im Zuge der Hafenstraße kommt es aufgrund der hohen Verkehrsbelastung insbesondere durch die vielen Lastwagen zu erheblichen Lärmbelastungen. Trotz Einschränkung der Geschwindigkeit durch ein Tempolimit auf 30 Stundenkilometer kommt es noch zu Überschreitungen der als gesundheitsgefährdend eingestuften Werte an den Häusern.

Der Auftrag mit den Planungen zu beginnen, hat Minister Bernd Buchholz (FDP) Mitte Mai an den Landesbetrieb verkehr erteilt. In der Vorplanung werden mehrere Varianten entwickelt, mit unterschiedlichen Kriterien bewertet und abschließend eine Vorzugsvariante ermittelt. Die derzeit im Bundesverkehrswegeplan vorgeschlagene Variante würde durch zwei FFH-Gebiete verlaufen. Daher werden zusätzlich zu dieser Variante weitere Varianten entwickelt und in die nachfolgende Prüfung einbezogen. Alle Varianten werden verkehrlich, wirtschaftlich, raumstrukturell und in Bezug auf ihre Auswirkungen auf die Umwelt bewertet. Für diese Bewertung sind entsprechend auch Kartierungen des Bestandes von Flora und Fauna erforderlich.

Vor allem diese erfordern Zeit und gelten als hoch bedeutsam. Der Raum und Inhalt dafür werden nun bei dem Scopingtermin abgestimmt. Die eigentlichen Kartierungen werden dann im Jahr 2019 durchgeführt und anschließend eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung erstellt. In dieser Zeit werden parallel vor Ort weitere Grundlagen durch Baugrunduntersuchungen und Vermessungen ermittelt. Außerdem wird die Verkehrsuntersuchung erstellt, die technischen Linienvarianten weiter ausgearbeitet und die schalltechnischen Untersuchungen und sonstigen Sondergutachten erarbeitet, heißt es in der Verlaufsbeschreibung des Landes.

Holger Marohn

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