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Lauenburg Seeheizung funktioniert wie Kühlschrank – nur umgekehrt
Lokales Lauenburg Seeheizung funktioniert wie Kühlschrank – nur umgekehrt
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18:31 14.02.2018
Der planende Ingenieur Markus Feistle (l.) und der ausführende Ingenieur Fred Burmester betrachten am Möllner Schulsee den Plan für die komplexe Anlage. Die moderne Heizzentrale entnimmt dem Gewässer Energie zum Heizen der vier Gebäude. Quelle: Fotos: Florian Grombein
Mölln

„Das ist reine Physik. Wir nutzen den Effekt, den man zu Hause vom Kühlschrank kennt – nur umgekehrt“, sagt Markus Feistle, Ingenieur für Gebäudetechnik aus dem Möllner Planungsbüro „Wrage Herzog + Partner“. Ein Kompressor und ein Entspannungsventil kommen zum Einsatz. In Kombination mit einem Gas-Spitzenlastkessel wird 50 Grad warmes Wasser erzeugt und in das Heizsystem des Gebäudeensembles gespeist. Überwiegend handelt es sich dabei um Fußbodenheizungen.

Im Norden ist die Seeheizung für den Möllner Sitz der Stiftung Herzogtum Lauenburg ein Unikum. In Süddeutschland ist man weiter beim Heizen über Gewässer mittels Wärmepumpe. Doch wie um alles in der Welt kann man mit vier Grad Celsius kaltem Wasser vier Gebäude beheizen?

„Durch dieses Verfahren benötigen wir nur ein Viertel der Energie, die konventionelle Heizungen benötigen“, sagt Feistle. Für vier Teile Wärme müsse man beim Blick auf die erzeugten Kilowattstunden nur einen Teil Strom aufwenden. Eine ähnliche Effizienz kenne man von Blockheizkraftwerken. In Kombination mit der Wärmedämmung der vier Gebäude des Stadthauptmannshofes an Dach und Fenstern gelinge es so, die Temperatur angenehm zu gestalten. Wie bei allen Fußbodenheizungen reagiere das System jedoch recht träge.

Nach dem Prozess fließt das Seewasser wieder unverändert zurück in den Schulsee – nur dass es dann etwas kälter ist. „Wir klauen dem Wasser ein bisschen Wärme“, sagt Feistle und lächelt.

Wirkungen auf die Temperatur des Sees werde die Heizung nur sehr lokal begrenzt haben. Deshalb werde es für Schwimmer oder Schlittschuhläufer in der Nähe des Ablaufes entsprechende Hinweisschilder geben. Denn Temperatur kann unter Umständen Wirkungen auf Strömungen oder die Stärke einer möglichen Eisschicht haben.

Die Untere Wasserbehörde, der Fachdienst Wasserwirtschaft, musste den Bau dieser Anlage genehmigen. Denn wie bei einem Kühlschrank spielen Chemikalien wie Kältemittel oder Frostschutzmittel eine Rolle. Damit davon auf keinen Fall etwas in die Umwelt gelangt, wird die Energie des Seewassers nur genutzt, um einen völlig getrennten Wasserkreislauf mittels Wärmetauscher zu erhitzen. Hinzu kommen Sensoren, die das Wasser permanent kontrollieren.

Das Ensemble aus Herrenhaus, den ehemaligen Lehrerwohnungen, dem weißen „Erlebnisreich“- Gebäude und dem Stadthauptmannshaus wird auf diese Weise sehr umweltfreundlich – weil emissionsarm – beheizt.

Die Energieeffizienz und CO2-Bilanz der Gebäudebeheizung wird deutlich verbessert. Die neue Heizzentrale ersetzt zum Großteil ältere dezentrale Gasheizkessel und -thermen in den einzelnen Gebäuden.

Für die Auslegung des Systems wird von einer Entnahmetemperatur von mindestens 4 Grad Celsius und einer Rückspeisetemperatur von mindestens 2 Grad Celsius (Frostsicherheit) ausgegangen. Feistle sagt:

„Es ist somit davon auszugehen, dass Erosionen sowie Auswirkungen auf Flora und Fauna weitestgehend vermieden werden.“

Von Florian Grombein

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