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Lauenburg Seltener Anblick: Schlange stehen vor der Schule
Lokales Lauenburg Seltener Anblick: Schlange stehen vor der Schule
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21:14 28.12.2017
Langes Anstehen, um in die Schule zu kommen: Ehemaligentreffen an der LG. Quelle: Fotos: Biller(4)/jann(2)

Nieselregen in der abendlichen Dunkelheit und anstehen vor der Kasse: Rund 1000 Menschen zahlten Eintrittsgeld, um die Lauenburgische Gelehrtenschule (LG) in Ratzeburg zu besuchen. Und einige Gäste machen es immer wieder, alle zwei Jahre. „Es ist so etwas wie der dritte Weihnachtsfeiertag“, hieß es. Seit 1985 findet in den ungeraden Jahren wieder regelmäßig das Treffen der ehemaligen Schüler statt. Seit Vereinsgründung wird die Veranstaltung vom Ehemaligenverein organisiert. Live-Musik von Jessen und Melzer, eine Disco in der Aula, verschiedene Bars und zahlreiche Gelegenheiten, sich auszutauschen: Das macht das Ehemaligentreffen aus.

Ehemaligentreffen sind auch dank des Internets beliebter denn je. Jetzt trafen sich Ex-Schülerinnen und -Schüler sowie Lehrkräfte in Ratzeburg und Schwarzenbek zu fröhlichen Wiederbegegnungen bei der Lauenburgischen Gelehrtenschule und zum Lupus-Treffen.

„Die Veranstaltung braucht keine Werbung, das ist ein Selbstgänger“, weiß Gudrun Zunker zu berichten. Sie ist seit 1985 als Helferin dabei. Ehemann Ulrich Zunker schenkt in der Haifischbar Bier aus.

Er hat bis 1970 die LG als Schüler besucht. Ein Jahr später hatte er hier bereits als Student einen Lehrauftrag und von 1981 bis zu seinem Ruhestand an der LG unterrichtet. „Seit zwei Jahren muss ich nicht mehr hierherkommen“, sagt Ulrich Zunker, „aber heute werde ich voraussichtlich bis fünf Uhr morgens hier beschäftigt sein“. Jürgen Greve führt seit Vereinsgründung die Kasse des Ehemaligenvereins mit seinen 228 Mitgliedern. Auch Greve ist ehemaliger Schüler und ehemaliger Lehrer der LG. Vor 60 Jahren hat er sein Abitur gemacht und bis 2002 war er hier als Lehrer tätig.

Später wurde er noch einmal für zwei Jahre reaktiviert. „Mein Sportlehrer damals war der bekannte Karl Adam“, erinnert sich Jürgen Greve.

„Dafür sind wir zu alt“, schmunzeln Silvie Winter und Dr. Ulrich Gehrke bei einem Blick in die noch gähnend leere Disco in der Aula. Ulrich Gehrke gehört dem ersten Jahrgang an, der am neuen Standort der LG eingeschult wurde. Mit gemischten Erinnerungen kehrt er unregelmäßig zum Ehemaligentreffen in die Schule zurück. „Mit so einigen Lehrern war es damals eine echt harte Zeit.“

Spanferkel für die „Lupis“

Spanferkel und Getränke, wo sonst Mathematik gepaukt wird, dazu Geschichten von früher: Zum Lupus-Treffen verwandelte sich ein Klassenzimmer des Schwarzenbeker Gymnasiums an der Buschkoppel in einen Raum voller Erinnerungen an die Schulzeit. 70 Ex-Abiturienten trafen sich vor Heiligabend zum traditionellen Treffen des Ehemaligenvereins der Europaschule. „Wir haben uns gedacht, es wäre ganz schön, dieses Treffen mal in der Schule abzuhalten“, sagte Schulleiterin Birgit Roschlaub. „Das ist ja total klasse hier. Ich kenne die neue Schule noch gar nicht, denn zum 50-jährigen Bestehen des Schwarzenbeker Gymnasiums konnte ich nicht anreisen, weil wegen eines Sturms keine Züge fuhren“, berichtete Andrea Pape. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Christian Siemers, Paul Czech, Frederike Schmidt, Karsten Tolle und Stefan Meckel hatten das Treffen als Organisatoren und Vorstandsmitglieder des Lupus e.V. vorbereitet. Der Verein wurde 1984 gegründet und hat die lieb gewonnene Tradition des Treffens für Schüler geschaffen. Immer am Abend vor dem 24. Dezember treffen sich die „Lupis“. Die weiteste Anreise dürfte Axel Rose gehabt haben:

Er kam aus den USA. „Zehn Tage Heimaturlaub“, berichtete der Schwarzenbeker, der für seinen Arbeitgeber, die Körber AG, für mindestens zwei Jahre in Fargo arbeitet. Stolz berichtete Rose, der in Schwarzenbek in der Feuerwehr aktiv war, dass seine Anwärterschaft bei der Feuerwehr von Fargo verkürzt wurde und er nun voll im Einsatzdienst steht.

Claudia Stirnat (30, Hamburg), Anne Eckardt (29, Kankelau), Laura Dehne (30, Berlin) und Michaela Schalm (31, Hamburg), Abi 2007, trafen sich beim Blättern in den Abizeitungen wieder. „Das Lupus-Treffen vor Heiligabend passt immer sehr gut, da sind viele Ehemalige eh oft bei der Familie zu Besuch“, sagte Eckhardt. Auch Physiklehrer Peter Krull, war dabei. „Man hört hier total spannende Geschichten, was so aus den Schülern geworden ist. Da sieht man, dass Schule zu etwas nütze ist.“

Revival für LG-Ehemaligentreffen in 1985

Ehemaligentreffen der LG gab es ab 1895 alle fünf Jahre. Bis in die 1970er Jahre trafen sich ehemalige Schüler mit ihren Lehrern in verschiedenen Häusern der Ratzeburger Gastronomie. Dann verlor sich das Interesse.

Ulrich Zunker gehörte 1985 zu den Organisatoren, die das regelmäßige Treffen alle zwei Jahre am 27. Dezember wieder zur Institution machten. thobi

Thomas Biller U. Timo Jann

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