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Lauenburg Sieben Möllner Familien verloren Zuhause
Lokales Lauenburg Sieben Möllner Familien verloren Zuhause
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20:52 24.06.2016
Eine Polizeiabsperrung an der Rückseite: Oben links ist der besonders verbrannte Balkon der Wohnung zu erkennen, wo der Brand ausbrach.

Das Feuer erschütterte ganz Mölln. Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Posener Straße 32 starb vor gut drei Wochen ein 72-Jähriger Möllner in den Flammen. Die Polizei hat die Ermittlungen mittlerweile abgeschlossen. „Die Brandursache ist unbekannt und wird sich aufgrund des Brandzehrung nicht feststellen lassen“, teilte Polizeisprecher Holger Meier auf LN-Nachfrage mit. Es gebe keine Hinweis auf ein Fremdverschulden. Durch die Flammen verloren auch sieben Mietparteien ihr Zuhause. Von einem Tag auf den anderen obdachlos – unkomplizierte Hilfe war nötig. Bürgermeister Jan Wiegels und Ordnungsamtsleiter Torsten Wendland verschafften sich noch am Brandort einen Überblick über die Katastrophe. Das DRK und die Stadt Mölln richteten deshalb ein Spendenkonto ein.

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Der Schock ist bei Beobachtern bereits verdaut – Doch die Menschen, die durch die Flammen ihr Heim verloren, spüren die Folgen noch immer – Bewohner retten Habseligkeiten aus der Brandruine.

Spenden für Brandopfer

Das Konto wird beim DRK Ortsverein Mölln geführt. Spenden können dort eingezahlt werden, um dann in Abstimmung mit der Stadt an die Betroffenen ausgezahlt zu werden.

Die Kontonummer lautet:

DE50 2305 2750 0005 0038 22.

Empfänger: DRK Ortsverein Mölln.

Verwendungsweck: „Spende Brandgeschädigte Posener Straße“

„Ich war wie gelähmt. Als ich nach Hause kam, sah ich die Flammen und den Rauch“, berichtet eine ältere Bewohnerin, die vor dem schrecklichen Feuer im Parterre des Brandhauses lebte. Sie kann kaum in Worte fassen, was sie in diesem Moment fühlte. Dieser Tage ist sie wieder am Ort der Katastrophe und sucht ein paar dringend benötigte Dinge in der Wohnung zusammen.

Es stinkt verbrannt. Durch die Rauchentwicklung und das Löschwasser sei der Aufenthalt dort nicht möglich. An den acht Klingelschildern des Wohnblocks stehen noch die Namen der Bewohner. An allen Briefkästen erwecken Schilder mit der Aufschrift „Keine Werbung einwerfen“ den Eindruck, dass hier noch jemand lebe. Eigentlich will die Hausverwaltung damit nur verhindern, dass die Kästen überquellen, weil niemand sie leert. Über die Brandursache wird viel spekuliert. Allerdings halten sich die Bewohner aus Rücksicht um die Hinterbliebenen bedeckt.

„Ich habe mir eine Ferienwohnung genommen. Zum Glück zahlt die Versicherung den Schaden“, berichtete die Bewohnerin aus dem Erdgeschoss. Nun steht das Gerüst einer Dachdeckerei am Haus. Die Dachpfannen haben die Handwerker fast ganz abdecken müssen. Auf dem Rasen liegen Haufen mit verkohlten Schindeln und zerbrochenen Ziegelsteinen. Vor dem Fenster im zweiten Stock, wo der Brand ausbrach, haben Feuerwehrleute Spanplatten geschraubt. Auf der Rückseite des Hauses hängt noch die Polizeiabsperrung. Auch die Balkone des Hauses haben gelitten und müssen erneuert werden.

„Es hat immer wieder laut geknallt als die Scheiben von der Hitze geplatzt sind“, erinnert sich ein Nachbar aus dem nächsten Block. Die Feuerwehrleute seien auch in seinem Haus gewesen, um an wichtige Fenster zu gelangen und sicherzustellen, dass der Brand nicht auf das Nachbargebäude übergreift. „Zum Glück hat die Brandmauer gehalten“, berichtet der ältere Herr. Bei dem Einsatz haben die Feuerwehrleute auch in seinem Haus Türen aufbrechen müssen.

Der Spendenstand liegt derzeit bei über 1000 Euro, teilt Fabian Schlicht vom DRK Ortsverein Mölln mit. Es besteht also noch Luft nach oben. „Die Hauptbetroffene Ehefrau des Brandopfers ist weiterhin privat untergebracht“, berichtet Bürgemeister Jan Wiegels. Den Betroffenen sei auch angeboten worden, vorübergehend im Altenheim Langhans-Stift unterzukommen. Laut Ordnungsamtsleiter Wendland haben drei Familien das Angebot angenommen. Zwei davon seien aber mittlerweile weitergezogen. Alle anderen seien bei Freunden untergekommen.

Seine Behörde ist für die Unterbringung Obdachloser zuständig. Von den 17 Eigentumswohnungen, die zumeist vermietet seien, wurden drei Wohnungen durch das Feuer, vier weitere Wohnungen durch Löschwasser zum Teil erheblich beschädigt. Insgesamt waren 150 Retter am Einsatz beteiligt. Die Schadenshöhe wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. Das beschädigte Gebäude wird von der Susanne Wilke Hausverwaltung in Stockelsdorf bei Lübeck betreut. „Es ist nach diversen Gutachten noch nicht abzusehen, wie hoch die Schadenssumme ist und wann das Haus wieder bewohnbar ist“, erklärt Susanne Wilke.

 Florian Grombein

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