Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Sieben Verkehrstote im Lauenburgischen
Lokales Lauenburg Sieben Verkehrstote im Lauenburgischen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:13 24.03.2016
Eine Mahnung zum vorsichtigen Fahren: Ein Gedenkkreuz an einer Unfallstelle an der B 207 zwischen Dassendorf und Brunstorf. Quelle: Timo Jann

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Herzogtum Lauenburg ist um satte 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. In Stormarn hingegen stieg die Zahl der Unfälle lediglich um 1,2 Prozent. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle vergangenes Jahr ist im Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg von 2014 auf 2015 um 5,7 Prozent auf zusammen nunmehr 11013 Unfälle angestiegen. 7422 Mal krachte es im Direktionsbereich innerorts. Wesentlich beigetragen zu dieser Entwicklung hat eine weitere Fortsetzung der stetig steigenden Zahl von Unfällen im Kreis Herzogtum Lauenburg. Die hat sich im Zehnjahresvergleich fast verdoppelt. Gestorben an den Folgen der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr sind insgesamt zwölf Menschen, vier mehr als noch im Vorjahr.

Traurige Bilanz: Zahl der Unfälle im Kreisgebiet um 11,3 Prozent gestiegen — aber weniger Alkohol am Steuer.

Sieben Tote gab es im Lauenburgischen. Fünf Autofahrer — und zwei Fußgänger in Schwarzenbek. Einmal hatte eine 39-Jährige unachtsam die Hamburger Straße dort überqueren wollen. Unachtsamkeit war auch der Grund für den anderen tödlichen Fußgängerunfall, als ein 91-Jähriger im November über die Straße wollte. Unterm Strich aber, betont Kay-Uwe Güsmer, „waren 85 Prozent der Opfer erfreulicherweise nur leichtverletzt“, 724 Menschen von insgesamt 848.

Bei 80 Unfällen unter Alkoholeinfluss wurden 46 Personen verletzt. Es wurden 15 Unfälle unter Drogeneinfluss festgestellt, bei denen sieben Menschen verletzt wurden. Aber es gab keinen einzigen getöteten Biker im Lauenburgischen. „Da haben wir schon ganz andere Jahre erlebt“, sagt Statistiker Kay-Uwe Güsmer vom Bereich Verkehrsüberwachung, selber Motorradfahrer. Allerdings ist die Zahl verunglückter Kinder größer geworden und dabei gleichzeitig die Zahl verletzter Kinder. Am häufigsten als Radfahrer. 93 Kinder waren 2015 in einen Unfall verwickelt. 51 davon als Radfahrer. Überhaupt verzeichnet die Schutzpolizei im Lauenburgischen einen Anstieg von Radfahr- und Fußgängerunfällen. Junge Fahrer verursachten 161 Unfälle, wobei einer tödlich verletzt wurde. Senioren ab 65 Jahren verursachten 191 Unfälle.

1801 Personen wurden vergangenes Jahr im gesamten Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg verletzt. Die Unfallhäufigkeit, heißt es zur Verkehrsunfallentwicklung, ist zurzeit auch geprägt von den vielen Baustellen auf den Autobahnen. Der deutliche Anstieg der Unfallzahlen auf der A 1 etwa sei im Wesentlichen auf die rege Bautätigkeiten bei Bad Oldesloe und Lübeck zurückzuführen. So stieg allein auf der A 1 die Zahl der Unfälle von 1151 in 2014 auf 1448 in 2015, eine Zunahme um 297. Oftmals wurde das Stauende übersehen.

Und es gibt immer wieder Unfälle, bei denen das Rotlicht missachtet wurde. 175 mal krachte es wegen Missachtung des Rotlichtes in Stormarn im vergangenen Jahr, aber nur 47 Mal im Lauenburgischen.

Dafür ertappte die Polizei wesentlich mehr Raser auf den lauenburgischen Straßen und mehr Fahrer, die nicht angeschnallt fuhren oder Biker ohne Helm. Und in Stormarn mehr Leute, die beim Fahren telefonierten. Dort ergingen 767 Bußgeldbescheide an die Telefonierer. „Eine Fahrt mit dem Smartphon am Ohr ist wie Fahren unter Drogeneinfluss.“ Und er lässt durchblicken, dass die Zahlen bei der Verkehrsüberwachung noch anders aussehen könnten, wäre die Polizei nicht durch Einsätze wie beim G-7-Treffen und angesichts der Flüchtlingslage gebunden gewesen wäre.

Eine Interpretation, warum die Zahlen der verschiedenen Unfallarten schwanken und sich je nach Region unterscheiden, bleibt diese Statistik weitgehend schuldig. „Wir vergleichen zurzeit das Unfallgeschehen“, sagt Güsmer. „Die Ergebnisse nehmen dann Einfluss auf die Überwachungsmaßnahmen.“ Die Unfallschwerpunkte haben die Beamten schon herausgefiltert.

Im Lauenburgischen ist es in Brunstorf die Kreuzung von B 207 auf Höhe der Dorfstraße (K 67). Viermal wurde dort 2015 die Vorfahrt beim Abbiegen missachtet. Es gab Verletzte, aber keine Toten. Der andere Schwerpunkt liegt innerorts in Geesthacht an der Schnittstelle der Straße Trift und Berliner Straße (B 5), Vorfahrtsmissachtungen waren auch der Grund für die Unfälle. Es gab dabei zwei Schwerverletzte. Was dort unternommen wird, kann Güsmer noch nicht sagen. „Wir sind in der Auswertung“. Danach entscheide die Unfall-Kommission.

Fahrtraining in Blankensee

Die lauenburgische Kreisverkehrswacht und die Polizeidirektion Ratzeburg laden zum Motorrad-Sicherheitstraining in den Ausbildungspark Lübeck in Blankensee, Am Flugplatz 4, ein. Die Biker sollen ihre Fahrfähigkeiten beim Training überprüfen, verbessern und erhalten. Vom 16. April bis 2. Juli bieten die Veranstalter an Wochenenden ihre ganztägigen Kurse an.

Ein Aufbaukursus kostet 120 Euro, ein Grundkursus 95 Euro. Anmeldungen unter der Ratzeburger Telefonnummer 04541/8092130 oder -/8092131.

Von Uwe Krog

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Hafen GmbH ist frustriert: Der Wohnungsbau in der neuen Hafencity wird voraussichtlich den Umschlag verhindern. In spätestens einem Jahr ist Schluss.

24.03.2016

Schüler freuen sich über die Osterferien, Schulabgänger über geschaffte Prüfungen und alle anderen über freie Ostertage.

23.03.2016

Ev. Kirchengemeinden Gründonnerstag, 24. März Aumühle, Bismarck-Gedächtnis-Kirche: 19 Uhr Gottesdienst mit Feierabendmahl, Pastorin Johanna Thode und Dr. Christian Bendrath.

23.03.2016
Anzeige