Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Siebenbäumen: Dicke Luft bei den „Marienkäfern“
Lokales Lauenburg Siebenbäumen: Dicke Luft bei den „Marienkäfern“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:27 14.06.2018
Vor dem Umzug in die Gemeinderäume wurden von den Eltern alle Möbel und andere Gegenstände gründlich gereinigt.
Siebenbäumen

Am vergangenen Freitag traf man sich – in angespannter Stimmung – zu einem Elternabend mit der Kirchengemeinde, die Träger der Kita „Marienkäfer“ ist. Bereits Anfang Mai hatten besorgte Eltern und das Personal der Kita nasse Wände und eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen des Kindergartens bemerkt und um Überprüfung gebeten. Damals wurde noch darauf verwiesen, dass es sich um Feuchtigkeit mangels ausreichender Lüftung der Räumlichkeiten handeln sollte.

Nasse Wände, Schimmel und keine Lösung in Sicht. Das ist die Situation, mit der Eltern und Kinder des Siebenbäumer Kindergartens „Marienkäfer“ derzeit leben müssen. Am Sonntag mussten sie in die Gemeinderäume umziehen, weil der Kindergarten ab Montag geschlossen wurde.

Erst nachdem Eltern Anfang Mai eigene Messungen vorgenommen hatten, wurden weitere Nachforschungen angestellt und letztlich ein erheblicher Wasserschaden aufgrund eines Rohrbruches festgestellt. Unstrittig ist inzwischen, dass eine umfassende Sanierung der Räumlichkeiten notwendig ist und die Kinder anderweitig untergebracht werden müssen.

Seitens der Gemeinde, die Gebäudeeigentümer und Vermieter ist, versprach Bürgermeister Ralf Petersen (SPD) eine schnelle Instandsetzung: „Das defekte Wasserrohr ist schon repariert. Nun muss noch eine Trocknung erfolgen, die die Gemeinde kurzfristig veranlassen wird. Anschließend müssen Wände neu tapeziert und Fliesen neu verlegt werden.“

Mit einem beauftragten Architekten wurde eine Lösung mit kindgerechten Wohncontainern entwickelt, die auf dem Gelände aufgestellt werden können. Bislang klappte das noch nicht. Auch nicht, nachdem ein externer Gutachter eine Gefahr für die Kinder durch Schimmel in den durchnässten Räumlichkeiten ausgemacht hatte.

So gab es von den Eltern viele kritische Nachfragen an die Kirchengemeinde, warum über einen Monat nach Feststellung des Schadens noch immer keine Ausweichcontainer beschafft wurden. Pastorin Rogall-Machona, die als Vertreterin des Trägers anwesend war war, berichtete den Eltern, dass noch keine Container bestellt wurden, da die Kirche prüfe, wer die Kosten tragen müsse. Der zeitliche Verzug sorgte für Unmut. Es wurden Vorhalte laut, dass die Kirche finanzielle Belange über die Gesundheit der Kinder stelle. Insbesondere Eltern von Allergiker-Kindern äußerten ihre Sorgen.

Rogall-Machona erklärte den Eltern, dass ab Montag die Kita-Räume nicht mehr genutzt werden dürften. „Die Gemeinde Siebenbäumen stellt die Räume des Gemeindehauses zur Betreuung der Kinder zur Verfügung“, erklärte Bürgermeister Ralf Petersen auf der Sitzung. Dieser Notnagel wurde von den Eltern kritisch aufgenommen, da hinsichtlich der Eignung der Räume Zweifel bestehen. Weder Steckdosen mit Kindersicherung, noch eine geeignete Umzäunung zur vielbefahrenen B 208 direkt vor der Tür seien vorhanden. Auch eine kindgerechte Ausstattung fehle. Darüber hinaus hatte man sich seitens der Kirchengemeinde noch keine Gedanken über den Umzug gemacht. „Das Krisenmanagement des Kindergartenträgers, der Kirche, ist desaströs“, sagte Annika Treumann (38), die dem Elternbeirat des Kindergartens angehört.

Die Eltern nahmen daraufhin die Sache selbst in die Hand und schleppten am Sonntag Möbel ins Gemeindehaus um die Ecke. Sie zogen einen provisorischen Bauzaun um das Gebäude, damit kein Kind auf die B 208 direkt vor dem Gebäude laufen kann.

Nach LN-Informationen muss Pastorin Rogall-Machona schon frühzeitig vom Ausmaß des Schadens gewusst haben, soll ihrer Kita-Leiterin aber verboten haben, die Eltern darüber zu informieren. Da die Pastorin derzeit im Urlaub ist, wollte die LN vom stellvertretenden Kirchengemeinderatsvorsitzenden Rudolf Breitling eine Stellungnahme einholen. Breitling selbst war am Sonntag vor Ort, packte mit an. Er machte den LN gegenüber deutlich, dass nicht die Kirche allein als Trägerin für Kosten (Miete, Container) aufkommen müsse, sondern auch Kreis, Kommune und andere Institutionen.

Von Jens Burmester

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nicht nur bei der Fußball-WM in Russland wird gefeiert. Auch bei uns gibt es dieses Wochenende gute Partys, die ihr definitiv nicht verpassen solltet.

14.06.2018

Die „Blaue Flagge“ weht wieder am Ziegelsee. Der Wassersportverein Mölln von 1925 (WSV) und der Möllner Motorboot Club (MMC), am Ziegelsee beheimatet, hatten sich erneut um das internationale Umweltsymbol für Sportboothäfen beworben.

14.06.2018

Erich Bünger strebt sein 30-jähriges Jubiläum als Bürgermeister an: Seit 1994 ist der 72-Jährige mittlerweile im Amt des Bürgermeisters im Zentralort des Amtes Sandesneben(-Nusse) ...

14.06.2018