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So soll der Kanal ausgebaut werden

Mölln So soll der Kanal ausgebaut werden

Es ist das größte Bauvorhaben im Lauenburgischen seit Kaisers Zeiten: 838 Millionen Euro sind im Bundesverkehrswegeplan für den Elbe-Lübeck-Kanal vorgesehen. Doch was dieses Planwerk wert ist, wird sich erst in den nächsten Wochen entscheiden.

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Die Kanalbrücke bei Lanze und Buchholz muss erneuert werden.

Quelle: Holger Marohn

Mölln. Für 838 Millionen Euro soll der Elbe-Lübeck-Kanal ausgebaut werden. So steht es im Bundesverkehrswegeplan. Doch was dieses Planwerk wert ist, wird sich erst in den nächsten Wochen entscheiden. Dann stehen die Ausbaugesetze für die verschiedenen Bereiche der Ertüchtigung an. Eine erste Lesung ist für den heutigen Donnerstag in Berlin im Kabinett angesetzt. Ziel ist, den Kanal für die Transporte mit den 110 Meter langen Großmotorgüterschiffen (GMS) auszubauen. Derzeit kann er als Wasserstraße der Klasse 3 nur von kleineren Binnenschiffen befahren werden.

838 Millionen Euro stehen für den Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals bereit. Doch entlang der Wasserstraße gibt es viele Probleme, die in diesem Zuge angegangen werden müssten - angefangen von zu kleinen Schleusen bis hin zu Brücken mit zu geringer Durchfahrtshöhe.

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Die Wassertiefe

Je mehr Ladung Schiffe haben, desto mehr Wasser verdrängen sie und liegen damit auch tiefer im Wasser. Derzeit ist der Kanal durchgängig nur für Frachter und andere Wasserfahrzeuge mit einem Tiefgang von maximal 2,10 Meter schiffbar. Da hilft es auch wenig, dass die Wassertiefe im Bereich der Wasserscheide bei Mölln bis zu drei Meter beträgt. Lediglich der Lauenburger Hafen mit dem Lösch- und Ladeplatz kann mit einem Tiefgang von bis zu 2,30 Metern angefahren werden. Ziel des Ausbaus ist es, die schiffbare Wassertiefe durchgängig auf 2,50 zu erhöhen. Dafür muss nicht nur der Kanal auf mindestens 2,80 Meter ausgebaggert werden, sondern auch die Böschungen müssen neu gesichert werden. Auch die Breite des Kanals wird für einen Begegnungsverkehr von jetzt 32 auf 55 Meter erweitert. Problematisch kann der Ausbau im südlichen Bereich werden. Dort liegt das Umland unter dem Wasserspiegel des Kanals, der durch Spundwände gesichert wird. Ob deren Gründungstiefe ausreicht, muss geprüft werden. Die Kosten für die Erhöhung der schiffbaren Tiefe werden auf rund 450 Millionen Euro geschätzt.

Die Kurven

Längere und breitere Schiffe benötigen mehr Platz, wenn es um die Kurve geht. Als Engpass gilt hier die S-Kurve zwischen Siebeneichen und Güster. Voraussichtlich muss der Kanal dort begradigt werden. Einen Plan gibt es noch nicht, eine Kostenschätzung aber schon: 48 Millionen Euro.

Die Schleusen

Ohne eine Vergrößerung der Schleusenkammern werden keine größeren Schiffe den Kanal nördlich von Witzeeze befahren können. Außerdem stammen die Hebebauwerke bis auf die 2006 erneuerte Schleuse Lauenburg noch aus der Kaiserzeit. Zwar wurden sie seit 1990 grundinstandgesetzt, dabei aber nicht vergrößert. So haben sie weiterhin nur eine Länge von 80 Metern bei einer Breite von zwölf Metern.

Außerdem wird ihre bauliche Restlebensdauer vom WSA auf 20 bis 30 Jahre nach Grundinstandsetzung geschätzt. Den schlechtesten Zustand weist die Schleuse Witzeeze auf. Ihr „Abgang“ wird in einem Gutachten des ISL-Baltic Consult aus dem Jahr 2009 für das Jahr 2017 erwartet. Die anderen fünf alten Schleusen wären zwischen 2028 und 2031 „fällig“. Mit dem Neubau der Schleuse Witzeeze zum Auftakt wäre dann schleusentechnisch die Schiffbarkeit für Großmotorgüterschiffe bis Mölln gegeben. Ansatz ist, bei dem vorgesehenen Neubau der sechs Schleusen die Schleuse Lauenburg als Blaupause zu verwenden (die LN berichteten). Die Planung und Genehmigung der Schleuse Lauenburg dauerte damals rund acht Jahre, der Bau dann gut fünf Jahre. Die Kosten betrugen vor zehn Jahren rund 40 Millionen.

Im Bundesverkehrswegeplan wird laut Bundestagsabgeordnetem und Infrastruktur-Berichterstatter des Haushaltsausschusses Norbert Brackmann (CDU) unter Berücksichtung der Preissteigerungen von Kosten in Höhe von 45 bis 50 Millionen Euro je Schleuse ausgegangen. Gesamtinvestitionen inklusive Planungskosten: rund 300 Millionen Euro.

Die Brücken

Für einen modernen Kanal ist eine Durchfahrtshöhe unter den Brücken von mindestens 5,25 Metern erforderlich. Derzeit läuft unter der Regie des WSA ein Erneuerungsprogramm für bundeseigene Kanalbrücken. In den vergangenen Jahren wurden bereits die bundeseigenen Brücken in Kronsforde (1998), Lankau (2005), Dalldorf (2007) und Krummesse (2008) sowie die landes- und kreiseigenen in Güster (2006) und Berkenthin (2010) neu gebaut und dabei auch angehoben. Doch acht Brücken fehlen noch. Die niedrigste Durchfahrtshöhe der verbliebenen Bauwerke weist die Brücke an der Schleuse Büssau mit 4,40 Metern auf. Für diese sowie die Brücken in Lanze-Buchholz und Basedow gibt es fertige Pläne. Die letzte noch zu erneuernde Brücke in Verantwortung des WSA ist die an der Schleuse in Witzeeze.

Ihr Neubau würde im Zuge des Schleusenneubaus erfolgen. Grundsätzlich geklärt ist auch die Anhebung der Kirchsteigbrücke in Berkenthin. Für die Straßenbrücken bei Anker und die „halbe Brücke“ in Büchen ist das Land verantwortlich; für die Bahnbrücke bei Dalldorf die Deutsche Bahn. Die reine Bauzeit wird jeweils auf ein bis zwei Jahre geschätzt. Für die Erneuerung der Brücken sind durchschnittlich fünf Millionen Euro angesetzt, zusammen also Kosten von etwa 40 Millionen Euro.

Holger Marohn

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