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Lauenburg So verhalten Sie sich richtig bei einem Wildunfall
Lokales Lauenburg So verhalten Sie sich richtig bei einem Wildunfall
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11:27 13.10.2016
Großeinsatz auf der B 404. Die Bundesstraße war eineinhalb Stunden gesperrt. Vorne das Wildschwein.
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Schwarzenbek

Folgende Tipps gibt der ADAC zum richtigen Verhalten nach einem Wildunfall:

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Zum Glück entdeckten die Retter das versteckt im Wald liegende Unfallwrack und befreiten das Opfer.

Die meisten Wildunfälle ereignen sich in den Monaten Oktober und November im Berufsverkehr während der Dämmerung. Nebel und verschmutzte oder glatte Fahrbahnen steigern das Unfallrisiko.

Deshalb rät der ADAC allen Verkehrsteilnehmern, jetzt besonders aufmerksam unterwegs zu sein. Dazu gehört, auf Landstraßen den Straßenrand im Blick zu behalten, die Geschwindigkeit zu drosseln, bremsbereit zu sein und den Abstand zum Vordermann zu vergrößern.

Taucht ein Tier auf, gilt es kurz zu hupen, abzubremsen und abzublenden. Beim langsamen Vorbeifahren sollte man auf Nachzügler gefasst sein. Im Falle eines Zusammenstoßes: Lenkrad festhalten und rasch abbremsen. Ausweichmanöver sind keine gute Alternative.

Kommt es zum Unfall, sind folgende Maßnahmen zu ergreifen: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Unfallstelle mit dem Warndreieck sichern.

Polizei oder Jäger verständigen, denn es gibt eine Wildunfallmeldepflicht. Das gilt auch dann, wenn das Tier nach der Kollision flüchtet. Bei der Standortbestimmung helfen Navigationsgerät oder die GPS-Funktion des Handys.

Das Tier auf keinen Fall berühren, wenn es noch lebt.

Totes Wild wenn möglich von der Straße entfernen, um weitere Unfälle mit Nachfolgenden zu vermeiden.

In jedem Fall von der Polizei oder dem Jagdpächter eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen. Sie wird in der Regel von der Versicherung zur Schadensregulierung verlangt.

Unfallbeteiligte sollten sich keinesfalls vom Unfallort entfernen, bevor Polizei oder Jäger eingetroffen sind. Ein verendetes Tier darf nicht im Kofferraum mitgenommen werden. Das könnte im schlimmsten Fall als Wilderei ausgelegt werden.

200 000 Wildunfälle

Im Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg haben sich im Jahr 2015 im Kreis Herzogtum Lauenburg 1327 Wildunfälle ereignet und in Stormarn 1033.

Deutschlandweit meldet das Statistische Bundesamt mehr als 200000 Wildunfälle. Im Jahr 2015 wurden 2433 Verkehrsteilnehmer dabei leicht verletzt und 608 schwer. 13 Menschen starben.

Die meisten Kollisionen gibt es mit Rehwild, Unfälle mit Wildschweinen nehmen laut Deutschem Jagdverband jedoch weiter stark zu – ihr Anteil betrug im Jahr 2015 acht Prozent.

Schwerer Wildunfall: 29-Jähriger kämpft um sein Leben

Nach einem schweren Unfall ist es Rettungskräften in der Nacht zum Mittwoch gelungen, einen Autofahrer noch vor Ort auf der Bundesstraße 404 zwischen Schwarzenbek und der Autobahn 24 wiederzubeleben. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde der Mann in das Krankenhaus St. Georg nach Hamburg gebracht. Sein Zustand gilt nach Polizeiangaben weiter als kritisch.

Nach ersten Erkenntnissen war der 29 Jahre alte Autofahrer aus Wentorf bei Hamburg wahrscheinlich gegen 22.30 Uhr auf der B 404 im Sachsenwald mit einem Wildschwein kollidiert. Direkte Unfallzeugen gibt es nicht. Der Toyota des Mannes geriet daraufhin von der Fahrbahn ab und landete drei Meter tiefer im dichten Gebüsch. Fatal: Das Auto war von der Straße nicht zu sehen. Ein anderer Autofahrer meldete der Polizei schließlich das verendete Wildschwein, das auf der Straße lag. Bei der Absuche an der Unfallstelle entdeckten Polizisten dann eine Schleuderspur und kurz darauf den auf dem Dach liegenden Wagen.

Die Beamten forderten um 22.45 Uhr umgehend Unterstützung an und befreiten zusammen mit dem anderen Autofahrer den Fahrer aus dem Wrack. Er zeigte keine Lebensäußerung. Die Helfer leiteten sofort dessen Wiederbelebung ein. Eine Polizistin, ein Rettungsassistent der Feuerwehr und ein Notarzt-Team schafften es durch die Bemühungen, die Herzfrequenz wieder zu starten und die Beatmung zu sichern.

Unklar ist allerdings, wie lange der Mann ohne diese Funktionen kopfüber in dem Toyota gehangen hatte. Die Ärzte in Hamburg kämpften auch gestern weiter um das Leben des 29-Jährigen.

Die Bundesstraße war aufgrund der Rettungs- und Aufräumarbeiten etwa eineinhalb Stunden lang gesperrt. Der durch den Unfall völlig zerstörte Toyota musste mit einem Abschleppwagen geborgen und abtransportiert werden.

tja

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