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Lauenburg So viele Flüchtlinge wie nie an einem Tag kommen im Kreis an
Lokales Lauenburg So viele Flüchtlinge wie nie an einem Tag kommen im Kreis an
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21:18 17.12.2015
Ihr Hab und Gut zusammen gepackt in Müllsäcken und Kartons, machen sich die Flüchtlinge auf dem Weg vom Bus zum Kreishaus. Quelle: Fotos: Marohn

Sie kommen aus dem Irak, Afghanistan, Syrien, Armenien und Eritrea. Als die Flüchtlinge in der Ratzeburger Wasserstraße am Kreishaus aus dem Reisebus aussteigen, haben viele von ihnen ihre wenigen Sachen in blauen Müllsäcken oder Kartons zusammen gepackt. Viel ist es oft ohnehin nicht. Denn auf die Flucht mitnehmen konnten die meisten nicht viel mehr als das, was sie am Leib trugen. 70 Flüchtlinge — so viel wie nie zuvor an einem Tag — sind gestern im Kreis angekommen. Ursprünglich angekündigt waren vom Land 39 Personen. Es scheint, als ob das Land in den Erstaufnahme-Einrichtungen kurz vor der verkündeten „Weihnachtsruhe“ ab dem 23. Dezember noch einmal alle Tore geöffnet hat.

„Normalerweise klappt der Informationsfluss inzwischen ganz gut, und wir wissen zehn Tage vorher nicht nur wie viele, sondern auch in welcher Zusammensetzung die Flüchtlinge ankommen“, sagt Fachbereichsleiter Karsten Fries. Ankommen bedeutet für die gestern aus Kellinghusen zugewiesenen Flüchtlinge erst einmal das Foyer des Kreishauses. Die zwei Dutzend Plätze auf den gepolsterten Sitzgarnituren dort sind schnell belegt. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern hat Pech. Sie muss stehen. Die kleinen Kinder hocken auf den Müllsäcken mit Kleidung, schlafen wenig später ein.

Die Mitarbeiter am Empfang kennen die Ankunftsituation inzwischen. Schnell wird eine Plastiktüte mit kleinen Stofftieren aus dem Schrank geholt und die Tiere werden an die Jungen und Mädchen verteilt. Die Kleinen lächeln ein erstes Mal im Lauenburgischen.

Die folgende Prozedur ist Routine. Ein Mitarbeiter der Ausländerbehörde sammelt für die Registrierung zunächst einmal die so genannten „Bümas“ ein. Die Bescheinigungen über die Meldung als Asylsuchender“ mit einem Foto haben sie in der Erstaufnahme ausgestellt bekommen. Es sind oft die einzigen Ausweisdokumente, die die Flüchtlinge haben. Und sie sind wertvoll. Denn inzwischen dienen sie auch als Arbeitsberechtigung.

Wie die Flüchtlinge verteilt werden, steht eigentlich schon fest — so sich denn nicht kurzfristig etwas an der Gruppe geändert hat. „Wir versuchen, die Flüchtlinge so zu verteilen, dass wir ihnen nicht nur von der Anzahl her, sondern auch von der Art der von den Kommunen gemeldeten Unterkünfte gerecht werden“, sagt Fries. Bis in den Nachmittag hinein dauert die Registrierung. Dann geht es in die Gemeinden. Statt die Flüchtlinge wie vor einigen Monaten noch mit Kleinbussen zu verteilen, chartert der Kreis nun oft Reisebusse — die Dimensionen haben sich auch hier geändert.

Holger Marohn

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