Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Sorge um den Bahn-Pendlerverkehr
Lokales Lauenburg Sorge um den Bahn-Pendlerverkehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:10 15.04.2016
Wie viele Güterzüge rollen künftig durch Schwarzenbek und wie laut sind sie zu hören? Diese Frage treibt die Bürger seit Jahren um. Quelle: Matthias Wiemer
Anzeige
Schwarzenbek

Teilnehmen werden die SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Nina Scheer und Kirsten Lühmann, Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) und DB-Nordchefin Manuela Herbort.

Anlass ist der Entwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP).

 

Nina Scheer lädt zum Gespräch über die Bahn

Die Diskussionsveranstaltung in Schwarzenbek beginnt am Mittwoch, 20. April, um 18 Uhr in Schröders Hotel. Das Ende ist für 20 Uhr vorgesehen.

Statt eines Trassenneubaus für den wachsenden Güterverkehr werde dort der Ausbau bestehender Schienenwege favorisiert. Das betreffe unter anderem Schwarzenbek, aber auch Büchen als Mobilitätsdrehscheibe Nord-Süd/Ost-West, heißt es. In den vergangenen Monaten hatte sich Minister Meyer bereits zweimal mit Vertretern der Kommunen in Büchen getroffen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann hatte zuletzt Entwarnung für die Anwohner der Bahnstrecke gegeben.

Güterverkehr: Klar ist, dass der BVWP-Entwurf trotz entsprechenden Forderungen aus Niedersachsen keinen Bau von Überhol- und Beschleunigungsgleisen für Güterzüge auf dem Streckenabschnitt vorsieht.

Klar ist aber auch, dass ohne diesen Bau aufgrund freier so genannter Slots vor allem nachts deutlich mehr Güterzüge auf der Strecker verkehren könnten. Diese Zeitfenster sind jeweils etwa sechs Minuten lang und beziehen sich auf eine Richtung. Aktuell wird seitens der Bahn von einer Kapazität von 54 Güterzügen gesprochen. Ein sechs Jahre altes Gutachten hat in einer überschlägigen Berechnung sogar freie Kapazitäten für 150 Züge ermittelt.

Einer der limitierenden Faktoren für die Kapazität der Strecke ist der Eisenbahnknoten Büchen, neuerdings auch als Mobilitätsdrehscheibe bezeichnet. Da der Knoten höhengleich ist, blockieren querende Züge des Personennahverkehrs die Hochgeschwindigkeitsstrecke Hamburg-Berlin mit jeder Querung in beiden Richtungen für etwas sechs Minuten. Eine der Sorgen ist, dass unter einer stärkeren Nutzung der Strecke Hamburg-Berlin der Pendlerverkehr nicht nur von und nach Hamburg, sondern auch zwischen Lübeck und Lüneburg leiden würde.

Lösung wäre ein so genanntes Querungsbauwerk, also eine Brücke oder ein Tunnel. Dieses wäre allerdings nur im Zuge eines Ausbaus der Strecke Lübeck-Lüneburg machbar. Dieser von Schleswig-Holstein beantragte zweigleisig-elektrifizierte Ausbau steht weiterhin im Bundesverkehrsplan, wenn auch nicht im vordringlichen Bedarf. Eine Sorge der Anwohner ist, dass damit auch Güterzüge wieder auf der Strecke verkehren könnten.

Zwischen Büchen und Hamburg plant das Land, die Kapazitäten im Nahverkehr deutlich auszubauen. Ab 2019 sollen im RE1 60 Prozent mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen — durch längere Züge mit acht Waggons. Zuvor müssen dafür die Bahnsteige in Schwarzenbek und Müssen verlängert werden. Ebenfalls geplant ist ein Halbstundentakt in den Hauptverkehrszeiten von 6 bis 9 Uhr und 15 bis 18 Uhr.

Vorerst weiter leben müssen die Pendler bei einigen Verbindungen mit überholbedingten längeren Halten in Büchen und Schwarzenbek. Durch die Umstellung der Zeitfenster für die ICE-Züge zwischen Berlin und Hamburg waren diese erforderlich geworden.

Von Holger Marohn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige