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Lauenburg Sorge vor den Einflüssen von Salafisten auf Schüler
Lokales Lauenburg Sorge vor den Einflüssen von Salafisten auf Schüler
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21:13 10.11.2017

Um mögliche Antworten zu finden, hatten die Kreisfachberatung Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und die Koordinierungsstelle für die integrationsorientierte Aufnahme von Flüchtlingen (KosiA) zu einem Workshop nach Büchen eingeladen. Knapp 30 Teilnehmer hatten sich zu der ganztägigen Veranstaltung eingefunden, die über das geplante Zeitmaß noch etwas hinausging. Das Interesse am Thema ist groß, die Verunsicherung auch: „Kein Gruppenfoto, bitte“, hieß es aus Sorge einiger Teilnehmer vor der salafistischen Szene. Tobias Meilicke gehört zum Team des Landesprogrammes gegen religiös begründeten Extremismus „Provention“.

Mit-Initiator der kreisweiten Veranstaltung Andreas Bockholt von der KosiA. Quelle: Fotos: Biller
Tobias Meilicke: „Es ist nie zu spät, zu intervenieren. Es wird nur schwieriger“.

Beratungsstelle

Die Präventions- und Beratungsstelle gegen religiös begründeten Extremismus in Schleswig-Holstein ist unter dem Dach des Landesprogrammes PROVENTION aktiv. Träger ist die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. in Kiel. Das Team begleitet auf Anfrage Fachtagungen und Workshops.

Kontakt und Informationen unter Tel. 0431/7394926 oder www.provention.tgsh.de

Der Projektleiter – „es ist nie zu spät, zu intervenieren. Es wird nur schwieriger“ – begleitete den Workshop fachlich. Nach seinen Worten sind 390 Salafisten landesweit dem Verfassungsschutz bekannt. Diese würden verstärkt im Hamburger Umland versuchen, Einfluss auch auf Kinder und Jugendliche zu gewinnen. „Aber es gibt auch Fälle auf dem flachen Land“, sagt Tobias Meilicke. Zielgruppe sei die Altersgruppe von etwa 13 bis 22 Jahren. „In der Pubertät sind Kinder und Jugendliche auf der Suche nach ihrer Identität und suchen Halt und Geborgenheit in einer Gemeinschaft. Auch die Rebellion gegen das Elternhaus kann den Einfluss von Salafisten begünstigen“, so Meilicke. In mehreren Gruppengesprächen und einzelnen Übungen erarbeiteten die Teilnehmer Strategien zum Umgang mit gefährdeten Jugendlichen. Es müsse immer wieder Kontaktangebote geben, auch Briefe können ein Mittel sein, Kontakt wieder herzustellen. Das Fördern anderer Interessen und das Vorleben eigener Begeisterung für eine Sache wurden genannt.

Für den Umgang mit betroffenen Jugendlichen empfahl Tobias Meilicke, „statt von Problemen zu sprechen, besser zu sagen, dass man sich Sorgen mache“. Als ein weiteres Beispiel, nannte Meilicke das gemeinsame Kochen: „Das ist eine gute Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, ohne sich immer in die Augen sehen zu müssen“. Andreas Bockholt von der KosiA sah sich am Ende des Workshops bestätigt, dass es kreisweit einen Bedarf am Thema und der Vernetzung miteinander gibt. Nach den Wünschen der Teilnehmer soll ein loses Netzwerk gebildet werden und es besteht Interesse an einem weiteren Fachtag und Dialogkreisen.

Thomas Biller

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