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Lauenburg Sorgsame Pflege für seltene Schönheiten
Lokales Lauenburg Sorgsame Pflege für seltene Schönheiten
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18:10 28.07.2018
Mitglieder des BUND, Kreisgruppe Lübeck, mähen zweimal jährlich die Feuchtwiesen im Kastorfer Mühlenbachtal in Bliestorf. Quelle: Fotos: Strunk (2), Bund Hl (2)
Bliestorf

Sie sind fast überall verschwunden, die bunt blühenden, artenreichen Feuchtwiesen in unserer Landschaft. Da die moderne Landwirtschaft kein wirtschaftliches Interesse an ihrer geringen Ertragskraft hat, wurden sie trocken gelegt und aufgedüngt, oder die Nutzung wurde aufgegeben und sie fielen brach. In jedem Fall schwanden Artenvielfalt und Schönheit dahin.

Schon seit den 1980er Jahren haben Lübecker BUND-Mitglieder eine 10000 Quadratmeter große Wiesenfläche im Kastorfer Mühlenbachtal in Bliestorf unter ihre „Fittiche“ genommen: Dank ihres Einsatzes blühen hier im Mai bis zu 3000 Orchideen und seltene Feuchtwiesenblumen.

BUND Kreisgruppe Lübeck

Wer Lust hat mitzuhelfen, sollte sich beim BUND Lübeck melden: www.bund-luebeck.de,

E-Mail: info@bund-luebeck.de oder auch bei Reinhard Degener:

reinhard.degener@gmx.de

Eine der wenigen verbliebenen Feuchtwiesen befindet sich im Kastorfer Mühlenbachtal bei Bliestorf. Hier blühen im Mai auf den etwa einen Hektar großen Talwiesen tausende rote Knabenkräuter, gelbe Sumpfdotterblumen, rosa Kuckuckslichtnelken und weißer Sumpfbaldrian neben vielen anderen seltenen Feuchtpflanzen-Arten.

Dass das idyllisch abseits der Straße L 92 zwischen Bliestorf und Lübeck-Kronsforde gelegene Kleinod erhalten blieb – genauer gesagt wiedererstanden ist – ist der „Lohn“ für 30 Jahre Betreuung und naturschutzgemäße Pflege durch ehrenamtliche Helfer des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) Lübeck. Jahr für Jahr im Sommer und Frühherbst werden die Wiesen von den zwei Dutzend Aktiven mit dem Balkenmäher gemäht und das Mahdgut mit Kunststoff-Planen von den sumpfigen Flächen gezogen. Weit über einhundert Arbeitsstunden werden so jährlich unentgeltlich erbracht.

Reinhard Degener, der die Arbeitseinsätze organisiert, erläutert die Entwicklung: „Einst wurden die feuchten Talwiesen von den Bliestorfer Bauern als Streuwiesen genutzt. Dann fielen sie brach, und es sollte dort die Gemeinde-Kläranlage gebaut werden. Die konnte zwar von Naturschutzseite an einen unschädlichen Standort verdrängt werden, aber mit dem inzwischen entstandenen hochwüchsigen Schilfbestand war die alte bunte Wiesenpracht verschwunden.“

Auf der Grundlage eines Gestattungsvertrages mit der Gemeinde Bliestorf als Eigentümerin übernahm schließlich der BUND die Betreuung der Flächen. Aus den damals noch verbliebenen etwa 20 Orchideenpflanzen seien dank der Pflegemaßnahmen nun wieder tausende geworden. „Das ist ein großartiger Erfolg für den Artenschutz.“

Anfangs wurden die eifrigen „Städter“ aus Lübeck, die an schönen Sommer- und Frühherbst-Abenden – oft nass geschwitzt – mit Mäher, Heuharke, Forke und Planen auf den Wiesen arbeiten und am Wegrand große Schilfberge auftürmen, von manchen Einheimischen mit Skepsis und Unverständnis beobachtet. Doch inzwischen – wo sich der Erfolg deutlich zeigt – „wird unser Tun anerkannt und einzelne Bliestorfer helfen sogar mit“, erzählt Degener. Dazu hätten auch Führungen beigetragen, zu denen die Bliestorfer Bevölkerung eingeladen wurde.

Unterstützt wird der BUND durch die Naturschutzbehörden und durch das Land Schleswig-Holstein, das den notwendigen Abtransport des Mahdgutes durch einen Bliestorfer Landwirt finanziell fördert.

„Dankbar sind wir auch der Gemeinde Bliestorf für die Bereitstellung der Wiesenflächen“, sagt Degener.

In diesen Tagen und Wochen sind die BUND-Leute wieder auf „ihren“ Wiesen aktiv. „Wir freuen uns über jeden Mithelfer, der sich an unseren Arbeiten für die Natur beteiligt“, sagt Hinrich Lass, der schon seit Jahren dabei ist. „Die Arbeit ist zwar bei der gegenwärtigen Wärme besonders schweißtreibend, aber sie macht an der frischen Luft und in der schönen Landschaft mit Gleichgesinnten Sinn und Freude.“

Joachim Strunk

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