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Lauenburg Spargelsaison: Jetzt gibt es Nachschlag
Lokales Lauenburg Spargelsaison: Jetzt gibt es Nachschlag
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20:23 25.06.2013
Uwe Berodt sticht den letzten Spargel erst am kommenden Sonntag, weil er eine späte Sorte hat und sein Spargel unter den Planen auch noch etwas mehr Wärme bekommt. Quelle: Fotos: Jens Burmester

— Spargelzüchter Aloys Rosen aus Alt Mölln fasst es in einem Satz zusammen: „Jeder Tag, den man dem Spargel jetzt nimmt, der fehlt im nächsten Jahr.“

Rosen beliefert viele Landwirte im Lauenburgischen mit seiner Zucht. Er weiß, dass einige weiterstechen. „Das mit dem Johannestag ist nur eine Orientierung. Es kommt nicht auf einen, zwei oder drei Tage früher oder später an“, sagt er. Er selber hat auf seinem Betrieb das Spargelstechen allerdings bereits eingestellt.

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Uwe Berodt sticht den letzten Spargel erst am kommenden Sonntag, weil er eine späte Sorte hat und sein Spargel unter den Planen auch noch etwas mehr Wärme bekommt.

Spargel gibt es auch nach dem offiziellen Ende der Saison noch auf dem Spargelhof Schaefer in Rondeshagen. Seniorchefin Elke Schaefer und ihre Enkeltochter Sophie erklären den Kunden, warum die Erntekolonne noch immer das Edelgemüse sticht. „Wir haben ja erst eine Woche später als üblich mit der Ernte begonnen. Statt Anfang Mai haben wir in diesem Jahr erst am 8. Mai mit der Ernte begonnen“, erklärt die Seniorchefin. Auf dem Schaefer-Hof wird ohne Plane gearbeitet. „Hier ist alles Natur“, sagt Elke Schaefer. Die 74-Jährige kennt sich aus, schließlich baut die Familie schon seit 25 Jahren Spargel an. So schlimm wie in diesem Jahr sei es noch nie gewesen. Für den wetterfühligen Spargel sei es sei in den Nächten viel zu kalt gewesen. „Jetzt machen wir noch bis zum Wochenende weiter. Dann aber ist endgültig Schluss, denn dann kehren unsere Saisonkräfte zurück nach Rumänien“, sagt Elke Schaefer. Seit 13 Jahren schon kommen die 42-jährige Simone und ihre Kolleginnen und Kollegen zu den Schaefers. Auch für die Arbeiter war es in diesem Jahr nicht so gut wie sonst. Sie werden nach Stunden bezahlt, und eine Woche weniger arbeiten heißt auch eine Woche weniger Geld verdienen.

Auch in Poggensee, etwas südlich von Rondeshagen, wird bei Familie Berodt noch immer Spargel gestochen. „Eigentlich ist Johanni Schluss mit der Spargelernte, aber auch wir haben später angefangen und bis zum Wochenende gibt es noch Nachschlag“, erklärt Uwe Berodt. Doch bevor seine Mitarbeiter auf die Spargelfelder gehen, sind erst die Erdbeeren dran. Denn die Saison hat auch hier begonnen. Ab 9 Uhr geht es dann in den Spargel. „Natürlich haben wir zu Beginn der Saison keinen Spargel stechen können. Das war für uns schon nicht einfach, denn den Verlust kann man kaum aufholen.“ Bei Berodt klingt schon ein wenig Frust mit, wenn er die bisherige Saison Revue passieren lässt. „Und dann sind wir ja auch noch gestraft mit den katastrophalen Straßenverhältnissen zwischen Nusse und Mölln, wo ja unsere Felder liegen“, ergänzt Berodts Frau Antje. Immer mehr Kunden seien weggeblieben. Das habe noch zusätzlich dazu beigetragen, dass die Geschäfte deutlich schlechter gelaufen seien, als in allen Jahren zuvor. Antje Berodt spricht dabei von bis zu 80 Prozent Einbußen, allein schon aus dem Grund, dass die Öffnungstage reduziert werden mussten. Dank einer recht späten Sorte und weil der Spargel unter den Folien noch genug wächst, haben die Berodts die Möglichkeit, eben noch ein paar Erntetage nach Johanni dranzuhängen.

„Wir bleiben bei der Tradition und hören am 24. Juni auf. Am Sonntag — einen Tag früher — haben wir für diese Saison den letzten Spargel gestochen“, sagt Andreas Löding von Lödings Bauernhof am See in Buchholz. Begründung: „Wir ernten ja kein Obst, das irgendwann einmal reif ist, sondern Spargel.“ Und wenn man die Triebe — das sind die Spargelstangen — zu lange abschneide, ehe sie Blätter bilden, hätte die Pflanze nicht genug Zeit, per Photosynthese Kraft in die Speicherwurzeln zu packen. Dann bestehe die Gefahr, dass die Ernte in der kommenden Saison kümmerlicher ausfalle.

Erntezyklus
Im ersten Jahr wird der Spargel gepflanzt. Im zweiten Jahr kann man etwa zehn Tage lang Spargel stechen.


Im dritten Jahr ist schon die halbe Erntezeit möglich und ab dem vierten Jahr kann man den Spargel durchgängig stechen.


Sortenabhängig kann man Spargel bis zu zwölf Jahre lang ernten, dann wird er zu klein. Dickere Sorten sind oft schon nach acht Jahren am Ende.

Jens Burmester und Hanno Hannes

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