Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Spielerisch Sprache lernen
Lokales Lauenburg Spielerisch Sprache lernen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:19 19.12.2015

An diesem Tisch werden viele Sprachen gesprochen: Russisch, Türkisch, Kurdisch, Englisch oder das in Pakistan übliche Urdu. Aber die Sprache, auf die es ankommt, ist Deutsch. Deswegen haben sich die Kinder und Jugendlichen um den großen runden Tisch im Gruppenraum des Ratzeburger Jugendtreffs „Gleis 21“ versammelt. Weil sie lernen wollen. Und damit das Lernen Spaß macht, spielen sie — Sprachlernmemory.

Heike Knebel (56) vom Jugendmigrationsdienst der Diakonie verteilt mit Begriffen bedruckte Bögen, Scheren, Kleber. Das Spiel muss erst noch gefertigt werden. Schnipp, schnapp und ausgeschnitten ist der Schnuller. Dann beklebt das Mädchen mit den dunklen Haaren und den flinken Fingern die Rückseite mit einem neutralen Muster. „Schnuller“ sagt das Kind, lächelt und legt die Karte in die Mitte des Tisches zu den bereits fertigen Kärtchen. Es dauert lange, bis die Anzahl der Bögen weniger und der Haufen in der Mitte größer wird. Die Jugendlichen zeigen sich die Karten und sprechen. Darauf kommt es an. Zuhören, begreifen, sprechen. „Ihr könnt viel mehr Sprachen als wir“, sagt Knebel.

Alle Angebote im „Gleis 21“ sind interkulturell ausgerichtet und offen für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. „Wir sind für alle da“, betont Leiterin Stephanie Petersen (40), um dann im Pädagogendeutsch anzufügen: „Primär geht es um außerschulische Lernangebote.“

Sprache ist nicht alles bei der Integration, aber ohne Sprachkenntnisse funktioniert alles andere nicht. Am Tisch sitzt auch ein junger Mann aus Eritrea. Seine Sprache spricht niemand hier. Zum Glück kann er Englisch und mittlerweile auch ein wenig Deutsch. Und falls gar keine Verständigung mit Worten mehr möglich ist, hilft der „Zeig mal!“ von Langenscheidt — ein Lexikon voller Bilder, geordnet nach Themengebieten. Ein Fingerzeig reicht zur Verständigung.

Nusrat ist eine junge Frau mit Kopftuch und einem fröhlichen Lachen. Sie hält das Kärtchen mit dem Schnuller hoch und fragt: „Wie heißt das auf Englisch?“ Irgendjemand weiß die Antwort: Pacifier. Sie stammt aus Pakistan und macht ein Praktikum im „Gleis 21“. Später will sie einmal Wirtschaftsinformatik studieren. Integration lohnt sich. Auch das lernen die Jugendlichen beim Sprachmemory — ganz spielerisch.

Hanno Hannes

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bibliothek am Möllner Berufsbildungszentrum eingeweiht.

19.12.2015

Bauernverband kritisiert Pläne — Befürchtung: Extensive Nutzung führt zur Versteppung der Natur — Besonders betroffen sind Betriebe entlang der Autobahn 25.

19.12.2015

Die Reiherente verdankt ihren Namen dem sonst für Graureiher typischen Schopf am Hinterkopf.

19.12.2015
Anzeige