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Lauenburg Sportabzeichen-Tour in Mölln: Der Fitnessorden für alle
Lokales Lauenburg Sportabzeichen-Tour in Mölln: Der Fitnessorden für alle
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18:37 11.05.2012
Auftaktveranstaltung der bundesweiten Sportabzeichen-Tour 2012 inMölln auf dem Schulberg.

„Inklusion und Integration“ lautete das Motto der gestrigen Veranstaltung auf dem Möllner Schulberg. Hier startete der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) seine Sportabzeichen-Tour 2012. Als Ausrichter hatte sich der DOSB die Möllner Sportvereinigung ausgewählt, die mit mehr als 3000 Mitgliedern nicht nur der größte Klub im gesamten Kreis, sondern mit 150 Jahren auf dem gestählten Rücken auch einer der ältesten Sportvereine im Herzogtum Lauenburg ist.

Mehr als 2000 Kinder und Jugendliche, darunter etwa 600 geistig oder körperlich Behinderte von allen Möllner Schulen, und zahlreiche ehrenamtliche Helfer, Sportabzeichenprüfer und Vereinsmitglieder versammelten sich gestern ab 8 Uhr morgens auf dem Sportgelände auf dem Schulberg, um hier für den „Fitnessorden für alle“ zu üben oder die Prüfung gleich an Ort und Stelle abzulegen.

Bei Inklusion, so Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, bei der Begrüßungsrunde, dächten manche vielleicht an Infusion. Doch mit dem „Tropf“ habe das nichts zu tun. Er machte Anja Reimann, der 1. Vorsitzenden der MSV, und ihren Mitstreitern, vor allem „den beiden Werners“, Werner Stippich, Abteilungsleiter Sportabzeichen, und Werner Lange, Assistent des Vorstandes, ein Kompliment: „Das ist hier gelebte Teilnahme. Behinderte und nichtbehinderte Sportler gehen miteinander normal um. Das ist unser Ziel. Wir wollen rein in die Gesellschaft.“

Dass dieses Ziel zuletzt hervorragend gelungen sei, darauf wies Wolfgang Tenhagen, Bundesbeauftragter für das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung, hin. Bundesweit haben im vergangenen Jahr 7518 geistig und körperlich behinderte Menschen ihr Sportabzeichen abgelegt, in Schleswig-Holstein waren es 390. „Der Zulauf aus dieser Gruppe bei uns im Land ist enorm. Die Zahl stieg von 7700 in 2008 auf jetzt 19800 Sportler.“

Wie wichtig Sport und auch der Leistungsgedanke für Menschen mit Handicap sind, darauf wies Gerd Schönfelder hin. Der körperlich Behinderte ist mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger bei den Paralympics. „Durch den Sport gewinnt man nicht nur mehr Lebensqualität, sondern die hier gemachten Erfahrungen sind wichtig fürs Selbstwertgefühl. Da sehen viele, dass sie manche Sachen besser können als Nichtbehinderte.“

Margit Budde, Mitglied des Präsidialausschusses Breitensport und Sportentwicklung im DOSB, bestätigte dies. „Es ist gut, dass hier beide Gruppen den Sport gemeinsam betreiben. Wenn man sieht, wie sich viele Behinderte über ihre Leistungen freuen können, das ist unglaublich.“

Ekkehard Wienholtz, Präsident des Landessportbundes, wollte den Integrationseffekt des Sports als Mittel gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit gewürdigt wissen und freute sich besonders, dass auch der Moscheeverein Mölln an dieser großen Breitensportveranstaltung teilnahm. Hier stimmte der Kieler Landes-Innenminister Klaus Schlie (CDU) zu, der insofern dem Sport immer auch eine gewichtige politische Rolle zugesteht.

Neben den hehren Worten der Polit-Prominenz gab es den ganzen Tag auch viel Spaß für die Teilnehmer - auf der Laufbahn oder an der Weitsprunggrube, auf dem Trampolin oder am Spielmobil des Landessportverbandes. Ein Highlight der Veranstaltung war sicherlich auch der Promi-100-Meter-Lauf, den Ex-Zehnkämpfer Frank Busemann gewann. Till Eulenspiegel siegte im Duell der Möllner Narren gegen sein türkisches Pendant Nasreddin Hodscha, der diese Niederlage jedoch weise und gelassen sah und sich nicht ärgerte.

Joachim Strunk

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