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Lauenburg Sportcoupé zerschellt an Möllner Hauswand
Lokales Lauenburg Sportcoupé zerschellt an Möllner Hauswand
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21:18 28.12.2017
Einsatzkräfte der Feuerwehr haben das Dach wieder auf den völlig demolierten VW Scirocco gelegt. Vorher hatten sie das Dach abgeschnitten, um die eingeklemmte Beifahrerin befreien zu können. Quelle: Jens Burmester
Mölln

„Das war der Kracher, im wahrsten Sinne des Wortes“, sagt Dörthe Schaar am Tag nach dem Unfall. In das Haus, in dem die 47-Jährige mit ihrem Mann lebt, war das Sportcoupé von Volkswagen geprallt. Der Knall des Aufpralls sei schon sehr heftig gewesen, sagt die Bewohnerin. Ihr Mann sei sofort nach unten gelaufen und habe einen Notruf abgesetzt.

Das verbogene Verkehrsschild wurde ersetzt, aber die Schäden am Haus sind noch deutlich sichtbar.

Schnell waren Notarzt und Rettungsdienst an Ort und Stelle. Die Wache liegt nur wenige hundert Meter von der Einsatzstelle entfernt. Auch die Feuerwehr traf nur wenig später ein. Es begann die aufwendige Rettung der Beifahrerin. „Der Fahrer war bei unserem Eintreffen schon im Rettungswagen und wurde bereits versorgt“, erklärte Möllns Gemeindewehrführer Sven Stonies. Die Beifahrerin aber sei im Fahrzeug eingeklemmt worden, sodass hier hydraulisches Rettungsgerät eingesetzt werden musste.

45 Feuerwehrleute im Einsatz

„Wir mussten das Dach abnehmen und dann den Vorderwagen abklappen. Dann mussten noch hydraulische Stempel angesetzt werden, um die Beine und Füße aus dem Fußraum zu befreien“, sagt Stonies. „Es war schon ein nicht alltäglicher Einsatz. Wir haben dabei alle unsere Schritte immer mit dem Notarzt und dem Rettungsdienst abgesprochen“, erklärt Stonies das Vorgehen. Insgesamt war die Möllner Feuerwehr mit 45 Mann im Einsatz.

Nachdem die Frau befreit und erstversorgt war, wurde sie unter Notarztbegleitung in die Lübecker Universitätsklinik gebracht. Zu diesem Zeitpunkt war eine Lebensgefahr für die 20-jährige Möllnerin nicht auszuschließen, hieß es an der Einsatzstelle.

Dörthe Schaar verfolgte das Geschehen vor ihrem Haus vom Fenster im Erdgeschoss aus. Der Fahrer sei noch selbst aus dem Auto gestiegen und habe deutlich gerufen, er sei doch nur 40 km/h gefahren. Die Spuren am Haus der Schaars und am Auto sagen allerdings etwas anderes aus. Der Sportflitzer war nach dem Aufprall an der Hausecke von dort zurückgeprallt und mit dem Heck auf dem gegenüber liegenden Fußweg zum Stehen gekommen. Der Tacho zeigte noch immer ein Geschwindigkeit von knapp 100 Stundenkilometern an.

Trümmerfeld auf der Straße

Die Straße glich einem Trümmerfeld. Blechteile lagen vor dem Haus der Schaars, die Batterie war herausgeflogen und etwa 15 Meter weiter vor dem Nachbarhaus auf dem Gehweg wieder gelandet. Ein Straßenschild war beim Aufprall abgeknickt und hing quer vor einem großen Fenster des Schaar- Hauses. Im Mauerwerk hatten sich zahlreiche Risse gebildet und das Fallrohr der Regenrinne wurde in Einzelteile gerissen.

Am Tag nach dem Unfall wurde das Unfallauto beschlagnahmt und soll nun von einem Gutachter untersucht werden. Auch die Beschädigungen am Haus der Familie Schaar sollen von einem Gutachter unter die Lupe genommen werden.

Für die Schaars ist es nicht das erste Mal, dass ein Wagen in ihr Haus fährt. „Vor etwa 12 Jahren war hier schon einmal ein Auto ins Haus gekracht und war im Wohnzimmer stehen geblieben“, erinnert sich Dörthe Schaar.

Auch im Haus nebenan, wo eine Steuerkanzlei und ein Rechtsanwaltsbüro untergebracht sind, habe es schon mehrfach eingeschlagen. „Schon zweimal mussten hier neue Fensterbänke gemauert werden, weil Autos hier hinein gefahren waren“, sagt Martin Röhrs, Mitarbeiter der Steuerberatungskanzlei Grothkopp und Partner.

Dörthe Schaar erinnert sich, dass es auch auf der anderen Straßenseite im Wasserkrüger Weg schon mehrfach gekracht habe. Sie schätzt, dass es hier in jedem Jahr bestimmt fünf Unfälle geben würde.

Von Jens Burmester

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