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19:12 13.07.2016
Kinderbuchautorin Birgit Butz aus Ziethen, stellt ihr zweites Kindergebärdenbuch „Otto geht spazieren“ vor. Quelle: Joachim Strunk

Kurz nachdem ihr Sohn geboren wurde, beschäftigte sich Birgit Butz das erste Mal mit der Gebärdensprache. Auf einer Internetseite aus den USA über „Baby Signing“

„Die Initialzündung war die Abschlussarbeit eines Kursus zum Thema Kindergebärden für Tagesmütter.“Birgit Butz, Autorin

war sie darauf aufmerksam geworden, weil diese Gebärdensprache es Kleinkindern schon ab einem Alter von neun Monaten ermöglicht, sich gegenüber Erwachsenen auszudrücken – viel eher als sie es mit der noch zu erlernenden Sprache können.

Als Beispiel nennt Birgit Butz das Krokodil. In der (deutschen) Sprache ein echter Zungenbrecher und nichts für Anfänger. In der Gebärdensprache führt man dagegen „nur“ die ausgestreckten Arme und Hände vertikal zusammen – das ähnelt dem langen Krokodilmaul, das auf und zu geht. Gebärde und Wort gemeinsam erleichtern dem Kind, den Zusammenhang zwischen dem Objekt und seiner Bezeichnung zu erkennen. Das erleichtert sowohl die Kommunikation als auch das Sprachelernen. Die Erfolge, die sie mit ihrem Sohn Ben (8) erzielte, waren für sie so faszinierend, dass sie auch andere daran teilhaben lassen wollte. So gab sie Workshops in Krabbelgruppen und hält Vorträge und Seminare bei den Familienbildungsstätten in Ratzeburg und Schwarzenbek.

„Auf die Idee, aus meinem ,Hobby’ auch ein Buch zu machen, kam ich, als ich zum Abschluss eines Tagesmütterkursus eine Arbeit schreiben musste. Das habe ich dann über Kindergebärden gemacht“, erzählt Butz. Da war die Grundlage geschaffen. Ebenfalls über das Internet kam sie in Kontakt mit der Gebärdendolmetscherin Anna-Kristina Mohos aus Berlin und die Illustratorin Kata Pap aus Ungarn. Gemeinsam entwarfen sie das kleine Pappbilderbuch, in dem der kleine „Otto“ auftritt.

Kurze altersgerechte Texte erzählen von seinen Erlebnissen. Auf den Bilderbuchseiten können die jungen „Leser“ ihre eigenen Spielsachen wiedererkennen und auch Neues entdecken. Auf jeder Doppelseite warten zudem drei Kindergebärden darauf, ausprobiert zu werden. „Auf diese Weise lassen Kindergebärden die Sprache des Kindes wachsen und fördern die Sprachentwicklung“, sagt Birgit Butz.

Bereits das erste Buch „Otto spielt“ war ein großer Erfolg. Die bekannte Kinderbuchautorin Kirsten Boie schrieb ein Grußwort – wie auch der bekannte Bauchredner und Kabarettist Sascha Grammel. Der schrieb zum eben erschienenen zweiten Buch „Otto geht spazieren“: „Ein Buch wie ein Glühwürmchen. Es leuchtet vor guter Laune und man freut sich zurecht, wenn man es sieht. Ein Riesenspaß für alle Sinne – für gehörlose und hörende Kinder gleichermaßen.“

Die beiden Kinderbücher sind im Kindergebärden Verlag (Eigenverlag) erschienen, über den Buchhandel sowie bei Amazon oder libri im Internet erhältlich und kosten 8,95 Euro.

• Weitere Informationen zu den Büchern und die Grußworte in voller Länge dazu unter www.kindergebärden.de.

Joachim Strunk

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