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„Sprit“ aus der Steckdose: Mölln und Ratzeburg rüsten auf

Ratzeburg/Mölln „Sprit“ aus der Steckdose: Mölln und Ratzeburg rüsten auf

Die Vereinigten Stadtwerke unterstützen eine Offensive für Elektroautos mit zwei öffentlichen Ladestationen — Es sind die ersten ihrer Art im Norden des Kreises.

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Nur den passenden Stecker muss der Kunde noch mitbringen, um an den neuen Strom-Ladesäulen tanken zu können. Möglich macht dies die Elektro-Offensive der VSG unter der Regie von Manfred Priebsch.

Ratzeburg. Fahrer von Elektroautos können künftig im Kreisnorden einfacher „tanken“. Auf dem Ratzburger Marktplatz und dem Möllner Kurpark-Parkplatz hat die Vereinigte Stadtwerke GmbH (VSG) gestern zwei Ladestationen in Betrieb genommen. Entsprechende öffentliche Anlagen gibt es bislang nur in Geesthacht und Wentorf/Hamburg. Künftig wollen auch die Kreisverwaltung und die Stadt Mölln verstärkt auf die E-Mobilität setzen. Die jeweilige Leistung der gestern ans Netz gegangenen Ladestationen von 22 Kilowatt reicht aus, um moderne Elektroautos innerhalb von knapp einer Stunde „vollzutanken“. Jetzt fehlt nur noch eine stärkere Verbreitung entsprechender Autos. Denn während die Bundesregierung zuletzt das Ziel von einer Million Elektroautos bis zum Jahr 2020 ausgerufen hat, gibt es im gesamten Kreis derzeit noch nicht einmal 100 Fahrzeuge.

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An Säule und Auto rastet der Stecker während des Ladens ein.

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„Natürlich ist das wie mit der Frage Ei oder Henne“, sagt Manfred Priebsch, bei den Vereinigten Stadtwerken für die E-Mobilität verantwortlich. Mit den nun aufgestellten Ladestationen wolle man aber als Vereinigte Stadtwerke seinen Teil zu der Förderung beitragen. Ob weitere Ladestationen im Netz der Stadtwerke hinzukämen, werde auch von der Resonanz abhängen, so Priebsch.

Ähnliche öffentliche Anlagen gibt es bislang nur in Wentorf/Hmb. sowie Geesthacht. In Mölln betreibt außerdem das Autohaus Riemer eine Ladestation während der Öffnungszeiten vor allem für Kunden.

„Mit dieser Ladestation kommen wir in der Unterstützung der Ziele unseres klimafreundlichen Verkehrskonzeptes einen weiteren Schritt voran“, lobt auch Möllns Bürgermeister Jan Wiegels das Engagement der Stadtwerke.

Und die Möllner sind nicht allein. Ende März bekommt die Kreisverwaltung drei BMW i3 Elektromobile als Leasingfahrzeuge ausgeliefert. Für die Dienstwagen soll eine entsprechende Ladestation in der Tiefgarage eingerichtet werden. „Für viele unserer Dienstfahrten hier im Kreis ist die Reichweite der Elektroautos völlig ausreichend“, sagt Kreissprecher Karsten Steffen. Auch Mölln will von der Elektro-Offensive des bayrischen Automobilbauers profitieren und hat ebenfalls einen i3 geordert. Elektrofahrräder haben beide Verwaltungen als dienstliches Fortbewegungsmittel seit Längerem.

Um ihr Ziel von einer Million zugelassener Elektroautos in Deutschland bis 2020 zu erreichen, hatte auch die Bundesregierung zuletzt eine große Offensive angekündigt. So sollen bis zum kommenden Jahr auf Autobahnraststätten in ganz Deutschland 400 Schnellladesäulen für Elektroautos entstehen. Auch Sonderabschreibungen für Elektroautos in Dienstflotten sind im Gespräch. Vor Ort will die VSG erstmal die weitere Entwicklung abwarten.

So funktioniert das Stromtanken

Öffentliche Elektrotankstellen gibt es nach Angaben des Portals e-tankstellen-finder.de im Kreis außerdem nur in Geesthacht (Schillerstraße und Forsthaus Grüner Jäger) sowie im Wentorf/Hbg. Bei letzterer Station kann sogar kostenlos rund um die Uhr getankt werden. Mit 460 Watt ist die Ladeleistung allerdings von der unter anderem mit Solarstrom gespeisten Elektrotankstelle relativ gering.

Zum Tanken wird eine persönliche Ladekarte von ladenetz.de benötigt. Das Volltanken eines Renault Zoe kostet bei 27,5 Cent je Kilowattstunde etwa sechs Euro.

Über eine Art Roaming wie beim Mobilfunk soll auch die Nutzung von Tankkarten anderer Anbieter möglich sein. Gearbeitet wird auch an einem Bezahlsystem ganz ohne Karte.

Holger Marohn

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