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Lauenburg Staatsanwaltschaft beendet Ermittlungen gegen Turowski
Lokales Lauenburg Staatsanwaltschaft beendet Ermittlungen gegen Turowski
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22:23 02.11.2013

Rechnungen des Rettungsdienstes waren fehlerhaft und doppelt abgerechnet. Deshalb erstattete der Kreis Herzogtum Lauenburg am 26. Oktober 2011 Anzeige wegen Verdachts auf Betrug gegen den Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Ins Visier der Fahnder geriet damals die lauenburgische DRK-Spitze, vor allem aber der ehemalige Geschäftsführer Martin Turowski. In der Folge des Falls trennte sich die wohltätige Organisation von ihrem Manager. Höhepunkt der Ermittlungen waren Hausdurchsuchungen in den Geschäftsräumen des DRK in Ratzeburg und im Privathaus von Turowski. Die Betrugsvorwürfe haben sich inzwischen als unhaltbar erwiesen. Das Verfahren wurde am 17. Oktober eingestellt.

„Es lagen keine Verdachtsmomente für weitere Ermittlungen beim DRK vor. Das Ermittlungsverfahren wegen Betruges ist nach Paragraph 170 Absatz 2 der Strafprozessordnung eingestellt worden“, erklärte Staatsanwältin Wenke Haker-Alm auf LN-Anfrage. Details zu den gesicherten Beweisen wollte sie jedoch nicht preisgeben. Es wird keinen Prozess geben. Deshalb werden einige Einzelheiten des Falles wohl auch für immer im Dunkeln bleiben.

Auf die Frage, warum trotz mangelnder Beweise über zwei Jahre ermittelt wurde, sagte sie: „Bei Wirtschaftsstrafsachen sind die Ermittlungen breit gefächert.“ Die Überprüfung von Konten dauere sehr lange. Konkret war es um die Anschaffung von drei Beamern im Wert von 3929,75 Euro und eine doppelte Mietzahlung gegangen. Die Kreisverwaltung Herzogtum Lauenburg hatte Unregelmäßigkeiten bei vom DRK eingereichten Rechnungen festgestellt und Anzeige erstattet.

„Für den Kreis Herzogtum Lauenburg ist die Akte geschlossen“, sagte auch Verwaltungssprecher Karsten Steffen den LN. Als die Mitteilung der Staatsanwaltschaft zur Einstellung der Ermittlungen im Kreishaus eintraf, legte die Kreisverwaltung vorsorglich Beschwerde gegen diese Entscheidung ein. Die wurde dann jedoch nach nichtöffentlichen Beratungen im Haupt- und Innenausschuss zurückgenommen.

Auch finanziell ist aus der Sicht des Kreises mittlerweile ein Schlussstrich unter die Abrechnungsfehler gezogen worden. Der DRK-Kreisverband hat nach Steffens Angaben alle für die Kreiskasse entstandenen Schäden erstattet.

Martin Turowski, der sich mittlerweile als Businesscoach eine neue Existenz aufgebaut hat, zeigte sich jetzt im Gespräch mit den LN erleichtert über den Ausgang. Die Entlassung aus den Diensten des DRK hat an seinem Image gekratzt.

Zwei Jahre lang hing das Verfahren in der Schwebe. Auf die Frage, wie er die Trennung vom DRK aufgenommen hatte, sagt er heute: „Ich hege keinen Zorn. Aber die Geschichte ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen.“ Das Vertrauen sei damals aufgrund der Vorwürfe geschwächt gewesen. „Es war aber richtig, sich im beiderseitigen Einvernehmen vom Kreisverband zu trennen.“ Und: „Die Beamer-Rechnungen waren offensichtlich nicht ordnungsgemäß. Ich vermute, dass es offen bleiben wird, wer dafür verantwortlich ist“, erklärte Turowskis Rechtsanwalt, Alexandros Arawidis. Es bleibe die Frage, ob überhaupt jemand den Kreis habe betrügen wollen oder ob es sich schlicht um ein Versehen gehandelt habe.

Wie es zu Unregelmäßigkeiten bei den Rettungsdienst-Rechnungen kommen konnte, kann sich auch Turowski nicht erklären. Er habe während der Ermittlungen keinerlei Einblicke in besagte Dokumente gehabt, sagte er den LN.

Ein Interview mit Martin Turowski

lesen Sie auf Seite 12

F. Grombein und M. Stein

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