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Lauenburg Stadt erklärt: Keine Anleinpflicht in Mölln
Lokales Lauenburg Stadt erklärt: Keine Anleinpflicht in Mölln
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19:12 24.07.2017

Viele Möllner wissen es, doch diverse Hundehalter hat es nun bei einer Diskussion auf Facebook überrascht: In Mölln herrscht kein Leinenzwang. Die Vierbeiner dürfen abgesehen vom Kurpark und den Wäldern überall frei herumlaufen. Zum Beispiel in der Innenstadt. Gerade auf den engen Wegen in der Hauptstraße können freilaufende Hunde aber gefährliche Situationen erzeugen, glaubt Gaston Prüsmann, Vorsitzender des hiesigen Tierschutzvereins.

Ein Fußgänger führt seinen  Hund am Möllner Mühlenteich an der Leine. In der Eulenspiegelstadt gibt es jedoch gar keine Anleinpflicht – nur im Wald und im Kurpark. Der Tierschutz rät trotzdem zum Anleinen. Quelle: Foto: Grombein

„In Mölln gilt keine generelle Leinenpflicht. Doch der Hund muss jederzeit abrufbar sein“, erklärt Prüsmann. Sprich: Er muss aufs Wort hören – und zwar in jeder Situation. Prüsmann hält es für unwahrscheinlich, dass ein Hund in jeder Lebenslage hört. Deshalb hat er seinen eigenen an einer langen Schleppleine. Er denkt dabei vor allem an die Sicherheit der Tiere. „Zum Beispiel in der Hauptstraße auf den schmalen Bürgersteigen. Wenn sich ein Hund dort erschreckt, könnte er vor ein Auto laufen“, sagt er.

Freilaufende Hunde in der Innenstadt sind für ihn schwer zu verantworten – das sei aber nur seine persönliche Meinung. Prüsmann ist überdies der Meinung, dass ein Leinenzwang nur ausgesprochen werden darf, wenn die Stadt auch Freilaufflächen ausweist. In Mölln gibt es sie im Gegensatz zu Ratzeburg bekanntlich nicht.

Ordnungsamtsleiter Torsten Wendland bestätigt, dass in Mölln nur wenige Flächen von der Anleinpflicht des Hundegesetzes betroffen sind. Dazu gehören Wälder und der Kurpark. Er bringt die fehlenden Freilaufflächen allerdings nicht mit den Möllner Gepflogenheiten in Verbindung. Freilaufflächen, wenn es sie denn gäbe, wären jedoch die einzige Möglichkeit, gefährlich eingestufte Hunde ohne Leine laufen zu lassen.

Im Gesetz aus Kiel wird zum Beispiel eine Anleinpflicht in Fußgängerzonen genannt. Ein Widerspruch? „Die Hauptstraße in Mölln ist keine Fußgängerzone, sondern eine Einkaufsstraße“, erklärt Wendland.

Er selbst empfiehlt es Hundehaltern, ihre Hunde dennoch anzuleinen. Denn eine Abrufbarkeit des Hundes sei nie voll gewährleistet. Etwa, wenn ein Hund plötzlich einem Kaninchen hinterherlaufe oder ein Mensch einem Tier auf dem Schwanz trete und der Hund dann aus Reflex zubeiße, könne es gefährlich für Mensch und Tier werden. „Hunde müssen außerdem gekennzeichnet sein und es muss eine Haftpflichtversicherung für sie bestehen“, erklärt Prüsmann.

In einer Pressemitteilung hat das Ordnungsamt kürzlich auf die noch immer bestehenden Probleme mit der Kennzeichnungspflicht hingewiesen. Das Ordnungsamt stelle bei Kontrollen noch immer viele Hunde ohne Chip und Marke am Halsband fest. „Festgestellte Verstöße stellen Ordnungswidrigkeiten dar, die mit Bußgeld bedroht sind“, heißt es.

Auch Hundekot auf den öffentlichen Gehwegen und in den Grünanlagen und Beeten nehme weiter zu. Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass es weder Aufgabe der Stadt noch der Grundstückseigentümer sei, den Hundekot fremder Hunde zu entfernen. Verantwortlich seien ausschließlich die Halter beziehungsweise Hundeführer.

Mehr Regeln für Hundehalter

Das Mitnehmen von Hunden ist laut Möllner Ordnungsamt in Badeanstalten sowie an Badestellen, auf Kinderspielplätzen, auf Liegewiesen, in Kirchen, Kindergärten, Krankenhäusern und Schulen, in Theater, Lichtspielhäusern, Konzert-, Vortrags- und Versammlungsräumen verboten.

Anleinpflicht besteht laut Hundegesetz in Fußgängerzonen, bei öffentlichen Versammlungen, in Aufzügen, bei Volksfesten, in Grünanlagen mit Ausnahme besonders ausgewiesener Hundeauslaufgebiete sowie in öffentlichen Gebäuden, öffentlichen Verkehrsmitteln, in Sportanlagen, auf Friedhöfen, Märkten und Messen.

Florian Grombein

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