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Lauenburg Stadtbücherei in die Barlach-Schule?
Lokales Lauenburg Stadtbücherei in die Barlach-Schule?
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09:27 16.03.2016
Die Stadtbücherei hinter dem Rathaus — ehemalige Turnhalle der ursprünglichen Lauenburgischen Gelehrtenschule — wurde mit Fördermitteln des Landes umgebaut — und ist nach wie vor funktionstüchtig. Quelle: Fotos: Strunk

Als eine „interessante Idee“, die „Charme“ habe und „sympathisch“ daherkomme, bezeichnete Klaus-Stefan Clasen von den Ratzeburger Grünen den Antrag der Freien Wähler Ratzeburg (FRW), den deren Fraktionsmitglied Andreas von Gropper am Montagabend im Bauausschuss vorstellte. Im Rahmen der Umsetzung des Städtebauförderprogramms „Kleine Städte und Gemeinden“ möchte die FRW den Umzug der Stadtbücherei aus ihrem bisherigen Domizil hinter dem Rathaus in die ehemalige Ernst-Barlach-Schule. Aus der ehemaligen Turnhalle der Lauenburgischen Gelehrtenschule, die Anfang der 1960er Jahre zum Rathaus umfunktioniert wurde, soll ein Gemeinschaftshaus, ein vielseitig nutzbares Kultur- und Veranstaltungszentrum werden.

Heiße Diskussion mit (v. l.) Werner Rütz, Martin Bruns (CDU), Bürgermeister Rainer Voß und Andreas von Gropper.

Nach dem Umzug der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen in den Neubau an der Mechower Straße steht die alte Ernst-Barlach-Realschule am Seminarweg 1 weitgehend leer.

Bürgermeister Rainer Voß hatte bereits frühzeitig die Idee entwickelt, aus dem historischen Gebäude ein kommunales Bildungszentrum zu machen. Mit der Volkshochschule und dem Stadtarchiv hat er bereits zwei Nutzer gefunden, „eine Verlegung der Stadtbibliothek passt nicht nur oberflächlich betrachtet gut dazu, sondern greift das Konzept des Bildungszentrums in geradezu idealer Weise auf und ergänzt es“, beschrieb von Gropper diesen Vorteil.

Weitere Gründe, die für die Umsetzung dieser Idee sprächen, seien, dass die für die Unterbringung des Stadtarchivs notwendigen Investitionen in die statische Aufrüstung und die Klimatechnik auch der Bücherei zugute kämen. Insofern würden die Kosten je Quadratmeter gesenkt. Ein gemeinsamer Lesesaal und der barrierefreie Ausbau würden die Investitionen ebenfalls rentabler machen. Als „Volumenbringer“ sorge die Stadtbücherei zudem für erhöhten Personenverkehr, der für alle Mieter, die von Öffentlichkeit und ehrenamtlichem Engagement profitieren, von Interesse sei.

Zudem gebe es kaum Probleme was Erreichbarkeit oder Parkmöglichkeiten beträfe, weil der Standort nur unwesentlich verändert würde.

„Einen zusätzlichen Reiz“ sehen die Freien Wähler in dem dann frei gewordenen Gebäude der aktuellen Stadtbücherei. Die Halle könnte zu einem Veranstaltungssaal für kleinere bis mittlere Veranstaltungen (bis rund 300 Personen) umgestaltet werden. Schon lange werde beklagt, dass die Stadt Ratzeburg über keinen geeignet großen Veranstaltungssaal verfüge. Der traditionelle Neujahrsempfang etwa findet seit einigen Jahren in der neuen LG statt, die Räumlichkeiten im Rathaus sind einfach zu beengt.

Der seinerzeit an die Turnhalle angebaute Neubau könne für mehrere logistische Anfordernisse genutzt werden: von der Garderobe über einen Backstage-Bereich bis hin zu einer kleinen Anrichte-Küche — oder als Standort für die städtische Tourist-Info.

Auch der Innenhof zwischen Rathaus und der Stadtbücherei könne „als Open-Air-Bereich veranstaltungstechnisch perfekt integriert“ werden, so von Gropper. Einen griffigen Namensvorschlag hat die FRW auch schon: Ein „Karl-Adam-Saal“ in der ehemaligen Sporthalle der alten LG leiste „einen wertvollen Beitrag zu Ausbau und Sicherung der Infrastruktur und böte mit seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge in Ratzeburg“.

Streit im Ausschuss

Den Antrag der FRW, den Andreas von Gropper quasi als Bitte um Aufnahme in die Maßnahmenliste zur Vorbereitenden Untersuchung in das Gebiet „Südlicher Inselrand“ stellte, wollte die Verwaltung — Bürgermeister Rainer Voß, Michael Wolf aus dem Bauamt sowie Gutachterin Ulrike Herrmann vom Planungsbüro „Stern“ — zunächst nicht annehmen.

Die „Kollegin“ aus dem Kieler Innenministerium, das letztlich über die Förderung entscheide, habe ihm, Wolf, bereits mündlich erklärt, dass der Umzug der Stadtbücherei und die darauf folgende Umnutzung des Gebäudes „in keinster Weise“ förderfähig sei und somit in der Maßnahmenliste keinen Platz habe. Warum, so Wolf weiter, solle man sich dann die Arbeit machen und das aussichtslose Projekt beantragen?

Dieses Argument ließen der Ausschussvorsitzende Werner Rütz und Andreas von Gropper (beide FRW) nicht gelten und beharrten — auch nach zwei Sitzungsunterbrechungen — auf ihren Antrag. Bei der Abstimmung votierten sieben zu drei Mitglieder für die Umsiedelung der Stadtbücherei. Mit 6:4 Stimmen votierte der Ausschuss allerdings gegen die Ausweitung des Maßnahmengebietes und damit gegen die Umgestaltung der Bücherei in ein Gemeinschaftshaus.

Von Joachim Strunk

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