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Lauenburg Stadtwerke investieren Millionen
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22:11 08.03.2018
Die VSG-Geschäftsführer Marius Lembicz (l.) und Heinz Grothkopp vor der aktuellen Firmenzentrale in Ratzeburg an der Schweriner Straße. Das Gebäude stammt aus den 1970er Jahren, ist renovierungsbedürftig und jetzt schon viel zu klein. Quelle: Fotos: Joachim Strunk

„Mit dem Gedanken haben wir uns schon seit 2016 intensiv beschäftigt“, bekennt VSG-Geschäftsführer Heinz Grothkopp. Beschäftigen müssen. Denn die VSG sucht stets und ständig nach neuen Mitarbeitern – insbesondere bei der VS Media, die 2009 als Tochter der Vereinigten Stadtwerke gegründet wurde und sich mittlerweile zum dritten, kräftigen Standbein neben VS Netz und VS Service gemausert hat.

Die erfolgreiche Tätigkeit der Vereinigte Stadtwerke GmbH (VSG) schlägt sich dank des boomenden Breitbandgeschäfts in kräftigem Wachstum nieder. Die Folge: Die bisherigen Räumlichkeiten platzen aus allen Nähten. Insofern plant die VSG zwei neue Standorte in Ratzeburg und Bad Oldesloe.

„Mit dem Gedanken beschäftigen wir uns schon seit 2016. Heinz Grothkopp,

VSG-Geschäftsführer

„Damals sind wir mit drei, vier Leuten im ehemaligen Amtsgebäude in Nusse gestartet“, erinnert sich Marius Lembicz, der die VS Media quasi aufgebaut hat und mittlerweile zum Co-Geschäftsführer neben Grothkopp bei der VSG aufgestiegen ist. 2015 war die Media-Truppe schon so stark, dass der Stadtwerke-Verbund das ganze Gebäude der Gemeinde Nusse abkaufte und komplett mit seiner Mannschaft belegte.

Doch der Platz reicht jetzt auch nicht mehr.

„In Ratzeburg hätten wir auf jeden Fall etwas machen müssen“, erklärt Grothkopp weiter. Denn das Gebäude aus den 1970er Jahren wurde zwar nach der Gründung der VSG 2001 aufgehübscht, doch mittlerweile herrscht hier Renovierungsstau. Und da das Gebäude ohnehin zu klein geworden ist, „haben wir uns überlegt, dann gleich ganz neu zu bauen“.

Insofern wollen die VSG zwei neue Standorte „auf der grünen Wiese“ jeweils am Stadtrand errichten – mit einer Investitionssumme im zweistelligen Millionenbereich. In Ratzeburg hat man sich ein drei Hektar großes Grundstück im Gewerbegebiet Neu-Vorwerk gegenüber von ATR-Landhandel reserviert, und in Bad Oldesloe anderthalb Hektar auf der Ackerfläche gegenüber dem Baumarkt „Obi“ im Gewerbegebiet an der A 1.

Während in Ratzeburg unmittelbar die Planungen beginnen und Baubeginn möglichst im nächsten Jahr sein soll, wird sich das Oldesloer Projekt erst danach anschließen. In der lauenburgischen Kreisstadt werden künftig die bisherigen Ratzeburger Mitarbeiter aus der Verwaltung (von der Schweriner Straße) sowie die Technik-Angestellten aus Mölln (Alt-Möllner Straße) zusammengeführt. Derzeit sind das rund 140 Personen.

In Mölln wird es künftig nur noch ein Kundenzentrum geben, das im alten Bahnhofsgebäude seinen Sitz haben wird. Für die Stadt Mölln sei für den Standortverlust „eine andere Art der Kompensation angedacht“, erklärt Möllns Bürgermeister Jan Wiegels. Zwar seien „noch nicht alle notwendigen Entscheidungen in sämtlichen Beschlussorganen der beteiligten Städte hierzu gefasst worden, so dass ich hierzu aktuell leider noch keine Auskunft geben kann“. Insgesamt aber sei „die Stadt Mölln mit dem Vorgehen einverstanden“. Auch den Verkauf des Bahnhofsgebäudes an die Stadtwerke bestätigt Wiegels.

Die Höhe des Kaufpreises sei jedoch vertraulich.

Am künftigen Standort Bad Oldesloe sollen dann in fünf, sechs Jahren (pro Neubauprojekt rechnet Grothkopp mit einem Jahr Planung und zwei Jahren Bauausführung) alle Oldesloer Mitarbeiter sowie die Media-Beschäftigten aus Nusse ihren Arbeitsplatz besetzen. Das sind aktuell rund 90 Mitarbeiter. „Hier wird dann auch ein bis zu 500 Quadratmeter großes Rechenzentrum entstehen“, kündigt Marius Lembicz an.

Was aus dem Nusser Gebäude wird, steht noch nicht fest. „Erst einmal sind wir hier ja noch die nächsten fünf Jahre“, so Lembicz. Danach könnte das Haus verkauft, vermietet oder aber weiter selbst genutzt werden. Wer weiß schon, ob das rasante Wachstum nicht anhält . . .

Gemeinsam sind sie stark

Im Jahr 2001 haben sich die drei lokalen Stadtwerke Ratzeburg, Mölln und Bad Oldesloe zur Vereinigte Stadtwerke GmbH (www.vereinigte-stadtwerke.de) zusammengeschlossen.

Aktuell beschäftigt die VSG 235 Mitarbeiter, sucht aber ständig neues Personal. Die letzten Zahlen stammen aus 2016: Bilanzsumme 207 Millionen, Umsatzerlöse 157 Millionen Euro.

Hintergrund der Kooperation waren die Liberalisierung auf dem Energiemarkt und der verschärfte Preiskampf. Alle drei Stadtwerke hatten ihr Rationalisierungspotential weitgehend ausgeschöpft und waren an eine betriebswirtschaftlich kritische Unternehmensgröße gestoßen.

Joachim Strunk

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