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Stiftung baut Literatur-Netzwerk auf

Mölln Stiftung baut Literatur-Netzwerk auf

Knapp drei Monate ist es her, dass die Kontroverse zwischen Vorstand der Stiftung Herzogtum Lauenburg und einigen Stiftungsbeiräten für Aufsehen sorgte. In der Folge löste sich der Literaturbeirat auf. Jetzt ist die Stiftung dabei, dennoch ein literarisches Netzwerk aufzubauen.

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Ein erstes Treffen der möglichen Netzwerkpartner hat im Möllner Stadthauptmannshof stattgefunden.

Quelle: Fotolia

Mölln. Veranstalter von Lesungen und Literaturinteressierte aus dem Nordkreis sollen die ersten Akteure sein, die im Rahmen des aus Kiel geförderten Kulturknotenpunktes finanziell unterstützt werden.

Ein erstes Treffen der möglichen Netzwerkpartner hat im Möllner Stadthauptmannshof stattgefunden.

„Wir wollen die Kultur im ländliche Raum über die Kulturknotenpunkte stärken. Jetzt haben wir zwei Regionen gefunden, die erste Partner für ein literarisches Netzwerk sein können“, erklärt Andrea Funk, Geschäftsführerin der Stiftung. Den einen Teil des Netzwerkes wollen Heike Bien aus Düchelsdorf, Iris Runge aus Sierksrade und ihre Mitstreiter aus der Stecknitz-Region bilden. Konkret haben sie den so genannten „Leseherbst“ organisiert, der vom 3. November bis zum 8. Dezember sieben Veranstaltungen bietet.

Sie kooperieren mit dem im Amt Berkenthin für Tourismus zuständigen Beamten. Dazu gehören Autoren- und Schauspielerlesungen, ein Poetry-Slam aber auch eine „Märchenstunde“. Der Hamburger Autor Konrad Lorenz oder etwa die Lübeckerin Eva Almstädt werden in Bergrade und in Niendorf lesen. Im Rahmen der Reihe organisiert Urte Brüggmann außerdem eine Lesung mit Dietmar Bittrich in Panten.

Einen weiteren Teil des Netzwerkes könnte ein Lesekreis im Amt Sandesneben Nusse bilden. Anja Schwiecker aus Duvensee und Anja Witten aus Trittau treffen sich regelmäßig mit anderen, um ihre Erfahrungen mit gelesenen Büchern auszutauschen. Die beiden Frauen waren beim Sondierungsgespräch dabei und können sich ebenfalls ein Engagement unter Förderung und Hilfestellung der Stiftung Herzogtum Lauenburg vorstellen.

Die Stiftung war im März 2015 von der damaligen Kultusministerin Anke Spoorendonk zum Kulturknotenpunkt erklärt worden. Die Ernennung bringt Fördergeld in Höhe von 20000 Euro pro Jahr mit sich.

Auf die Frage, ob man die Mitglieder des Literaturbeirats für die Arbeit in einem Netzwerk im Rahmen des Kulturknotenpunktes verloren habe, sagte Funk: „Das glaube ich nicht. Wir werden am 9. Oktober ein Kulturgespräch organisieren, in dem wir neue Strukturen ins Auge fassen wollen.“ Die Stiftung wolle sich weiter öffnen und auch Mitglieder des ehemaligen Literaturbeirats beteiligen.

Etwas brisant ist die neueste Initiative der Stiftung deshalb, weil die Beiräte im Rahmen der Kontroverse darauf beharrten, den Löwenanteil der Inhalte der Stiftungsarbeit geliefert zu haben. Diese Arbeit sei der Grund dafür gewesen, weshalb die Stiftung überhaupt zum Kulturknotenpunkt auserkoren worden sei, hatten Beiratsmitglieder den LN im Juli erklärt.

Entsprechend skeptisch verfolgt der zurückgetretene frühere Literaturbeiratssprecher Christoph Ernst die jüngste Entwicklung: „Ob die künftigen Veranstaltungen die bisherige Qualität ohne die bisherige Kompetenz eines Beirates aufweisen, wird sich zeigen“, sagt der Schriftsteller Ernst. Weil der Literaturbeirat sich auflöste, war unter anderem das diesjährige „Literarische Picknick“ im Rahmen des Kultursommers am Kanal im Stadthauptmannshof ausgefallen. Aktuell gibt es drei Netzwerke im Rahmen des Kulturknotenpunktes: Das Regionale Museumsnetzwerk, das Netzwerk Jugendkultur und das Schul- und Jugendtheater-Netzwerk.

Wer im Lauenburgischen oder in Stormarn lebt und literarisch aktiv ist, kann Teil des Netzwerkes werden. Kontakt: Telefon 0 45 42/870 00 oder info@stiftung-herzogtum.de

 Von Florian Grombein und Matthias Wiemer

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