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Storchensaison besser als befürchtet

Mölln Storchensaison besser als befürchtet

Zunächst sah es ziemlich bedenklich aus für die Störche im Lauenburgischen. Doch nun gibt es wohl doch noch ein gutes Ende. In seiner jetzt vorgelegten Bilanz resümiert der Nabu Mölln: Es war alles in allem doch noch ein ganz gutes Storchenjahr. 55 von 165 Nestern genutzt.

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Gleich zehn Störche auf einen Streich sitzen auf einer Wiese bei Hamfelde und putzten ihr Gefieder. Die kleine Kuhherde im Hintergrund störte das überhaupt nicht.

Quelle: Foto: Jeb

Mölln.  Mit insgesamt 27 Paaren haben nur sieben Storchenpaare weniger als im Vorjahr auf den lauenburgischen Horsten gebrütet.

LN-Bild

55 von 165 Nestern genutzt – 22 Jungtiere durch den vielen Regen umgekommen.

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Die Daten sind zusammengetragen, „Storchenvater“ Heinz- Achim Borck aus Mölln klappt seine Notizen zu, lehnt sich zurück und sagt: „Trotz aller Widrigkeiten war 2017 eine zufriedenstellende Weißstorchsaison.“

Für den Wappenvogel des Nabu, den Weißstorch, kann das ablaufende Jahr entgegen des landesweiten Trends trotz der wetterbedingten Probleme als noch einigermaßen glückliche Brutsaison bezeichnet werden. Die ersten Störche trafen im Lauenburgischen am 18. Februar in Lanze und Nusse ein, sagt Borck.

Insgesamt gesehen kamen die Vögel zu sehr unterschiedlichen Zeiten aus ihren Winterquartieren zurück. Die letzten seien erst Mitte Mai auf ihre Horste zurückgekehrt, geht aus seinen Notizen hervor.

Eine Neubesetzung erfolgte in Hollenbek bei Behlendorf. Da die Jungen aber in der großen Regenzeit geschlüpft waren, konnte das Paar in diesem Jahr nicht erfolgreich sein. In Hornstorf und Kehrsen wurden die Nester nach wenigen Jahren wieder neu besetzt. „Auf dem in Schulendorf neu aufgestellten Mast hielten sich den Sommer über immer Störche auf“, hat Borck in seiner Dokumentation festgehalten.

In Siebenbäumen brütete das Storchenpaar in diesem Jahr wieder auf dem Schornstein. Dort konnten sich die Störche erfolgreich gegen Nilgänse durchsetzen.

Glücklicherweise seien in diesem Jahr keine Fahrten zum Wildpark nach Eekholt notwendig gewesen, da sich keine Tiere verletzt hatten. In Sahms hat sich ein am Bein verletzter Altvogel erfolgreich an der Aufzucht seiner Jungen beteiligt.

Verluste von Altvögeln durch Kämpfe um die Besetzung der Nester sind dem Nabu-Experten nicht bekannt geworden. Was aber nicht heißt, dass es keine Auseinandersetzungen um „Wohnrechte“ gab. „In Kühsen hat es auch in diesem Jahr erbitterte Kämpfe um das Nest gegeben. Über den Sommer standen aber immer wieder Störche auf dem Nest“, sagt Borck. Dennoch gibt es auch einen tragischen Aspekt in der Bilanz 2017: Vor allem bedingt durch die vielen Regenfälle sind 22 Jungstörche umgekommen.

In Kehrsen konnte die Ringnummer eines Storches auf dem Nest abgelesen werden, die eines zweiten auf einer Grünlandfläche in Marienwohlde. Im Februar mussten Storchenhelfer tätig werden. So erfolgten Neuaufsetzungen von Plattformen, Verkleinerungen und Reinigungen der Nester in Büchen- Dorf, Lanze und Walksfelde. Diese Nester sind auch mit Füllmaterial für die neue Brutsaison ausgestattet worden.

In Lütau konnte das Nest nicht angefahren werden, der Untergrund war zu feucht; und in Lauenburg reichte die Leiterhöhe nicht, um eine Plattform auf den betreffenden Schornstein aufzusetzen. Für den kommenden Winter sind bereits wieder mehrere Hilfsmaßnahmen eingeplant.

Auch in diesem Jahr wurden erfolgreich Jungstörche im Tierpark Krüzen aufgezogen.

Die Storchenbetreuer des Nabu Mölln bedanken sich für die Rücksendung der bei den Nestbesitzern verteilten Erfassungsbögen und freuen sich weiterhin über jegliche Meldungen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg zum Thema Weißstorch. Da der Weißstorch unter das Artenschutzrecht fällt, werden die auflaufenden Daten gesammelt und am Ende der Storchensaison an das Michael-Otto-Institut im Nabu in Bergenhusen gemeldet, wo sie nicht nur schleswig-holstein-weit, sondern auch bundes- und sogar weltweit ausgewertet werden.

Der Nabu Mölln bedankt sich auch auch sehr bei allen Storchennestbesitzern, bei Privatleuten, Firmen und Feuerwehren des Kreises sowie besonders bei der Firma Manske Baumaschinen, Breitenfelde, für ihre Unterstützung der Schutzbemühungen.

Jetzt sammeln sich viele Jungstörche, um noch vor den alten Störchen gen Süden zu ziehen. Ende August ist stets der Höhepunkt ihres Vogelzuges.

So sieht es mit den Störchen in Schleswig-Holstein aus

358 Jungstörche sind in diesem Jahr in Schleswig- Holstein flügge geworden – kaum mehr als die 344 Jungvögel im Jahr 2016. In den beiden Jahren zuvor (2014/15) waren jeweils mehr als 500 Jungvögel gezählt worden – also rund ein Drittel mehr.

2016 hatte es zu wenige Mäuse in Schleswig- Holstein gegeben – die Hauptnahrung für Störche. „Es gab nicht genug zu fressen für den Nachwuchs“, sagt Jörg Heyna von der Nabu-Arbeitsgruppe Storchenschutz. Außerdem seien bei Revierkämpfen durch späte Heimkehrer Jungvögel getötet oder Gelege zerstört worden.

2017 hat sich das Problem der Revierkämpfe fortgesetzt. Grund ist die Zunahme der Störche, die über die mit 4000 Kilometer vergleichsweise kurze Westroute aus Nordafrika, aber immer öfter auch aus Spanien über Frankreich in den Norden kommen. „Diese Störche sind oft früher da als jene, die über die bis zu 10 000 Kilometer lange Ostroute kommen“, erläutert Nabu- Experte Uwe Peterson.

Wenn Westzieher Nester schon belegen, die eigentlich Ostziehern gehörten, kann es zu heftigen Kämpfen zwischen den Tieren kommen. „Normalerweise kommen Störche Ende März, der früheste Storch ist jetzt schon am 26. Januar bei uns gesehen worden“, sagt Peterson.

1400 Eier dürften die etwa 278 Brutpaare gehabt haben – nur aus jedem vierten Ei ging am Ende ein flugfähiger Storch hervor.

Monsunartiger Regen prasselte am 7. Juni und am 30. Juni herunter, teils 80 Liter in 24 Stunden pro Quadratmeter. Am 7. Juni hatten viele Jungvögel noch kein gewachstes Gefieder, sondern noch Dunen – also nicht wasserabweisend. In den vollgelaufenen Nestern sind die durchkühlten Jungvögel dann umgekommen.

278 Brutpaare gab es dieses Jahr in Schleswig-Holstein, ein wenig mehr als 2016 mit 269. Den absoluten Tiefpunkt bedeuteten 170 Horstpaare im Jahr 2005. Den höchsten registrierten Bestand gab es 1940 mit 2175 Brutpaaren und 5216 flüggen Jungstörchen.

Die meisten Störche gibt es in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Schleswig-Flensburg mit dem „Storchenort“ Bergenhusen. Im Kreis Plön dagegen gab es schon Jahre, in denen kein einziges Storchenpaar gesichtet wurde. Gering sind auch die Zahlen in den Kreisen Nordfriesland und Ostholstein.

165 Nester, verteilt auf die gesamte Kreisfläche, wurden 55 von

Störchen genutzt. In

Anker, Gülzow,

Kuddewörde und Nusse wurden je 4 Jungstörche aufgezogen; des Weiteren gab es zwei 1-er-, neun 2-er- und elf 3-er-Gelege.

Damit brüteten sieben Paare weniger als im Vorjahr, so dass

insgesamt 27 Brutpaare

erfolgreich 72 (2016 - 75) Jungtiere aufzogen. Sechs Paare hatten

keinen Bruterfolg.

 wr

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