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Lauenburg Streit unter Campern eskaliert: Mann angeschossen
Lokales Lauenburg Streit unter Campern eskaliert: Mann angeschossen
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20:45 22.07.2016
Hier hatte sich der Schütze verschanzt. Der Platz liegt gegenüber dem Wohnwagen des Opfers. Quelle: jeb
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Lehmrade

Worum es in dem Streit in der Nacht zum Donnerstag ging, ist laut Polizei noch völlig unklar. Klar ist nur, dass der 57-jährige Beschuldigte mit einer Waffe auf sein Opfer schoss und es dabei am Arm verwundete.

„Der Verletzte meldete sich gegen 1 Uhr in der Nacht bei der Möllner Polizei und bat um Hilfe, woraufhin die Beamten mit drei Streifenwagen zum Einsatzort fuhren“, schildert Polizeipressesprecher Andreas Rosteck die Ereignisse. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hat sich der Täter nach den Schüssen in seinem Wohnwagen, der schräg gegenüber dem des Opfers steht, verschanzt. Doch nach kurzer Zeit konnten die Beamten den Mann widerstandslos festnehmen.

Das 46-jährige Opfer musste zunächst mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden, konnte aber nach ambulanter Versorgung wieder entlassen werden und zum Campingplatz zurückkehren.

Als die Beamten den Wohnwagen des Täters genauer durchsuchten, stellten sie diverse Soft-Air-Waffen, Luftgewehre und Elektroschocker sicher. Weil die Polizisten bei dem Täter Atemalkohol feststellten, wurde ein freiwilliger Atemalkoholtest durchgeführt. Der Test ergab einen Wert von 1,87 Promille. Der Mann wurde vorläufig festgenommen und in das Zentralgewahrsam nach Lübeck gebracht. Dort wurde ihm eine Blutprobe entnommen.

Bei der Überprüfung der Personalien des Täters stellte sich heraus, dass gegen den Mann zwei Haftbefehle vorlagen. Nach einer Nacht in der Zelle sollte der Täter noch gestern dem Haftrichter beim Amtsgericht Ratzeburg vorgeführt werden.

Am Tag nach dem Vorfall hüllten sich die Bewohner des Campingplatzes in Schweigen. Die direkten Nachbarn hatten offenbar von dem Polizeieinsatz nichts mitbekommen. Kein Wunder, denn die Beamten mussten zu Fuß den etwa 250 Meter langen Weg zum Einsatzort zurücklegen.

Und das Opfer selbst wollte zunächst auch nichts sagen, ließ sich dann aber fotografieren und gab an, dass es am Arm verletzt sei. Der Mann bezeichnete sich als Müllmann von Mölln, weil er ständig den Müll an den Seen in der Umgebung sammelt. Die Camper kennen ihn nur als hilfsbereiten Mann, der oft mit dem Hund einer Camperin Gassi geht. Die Kripo ermittelt nun gegen den Täter wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

jeb

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