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Stubbens ganzer Stolz: von der Schule zum Gemeindezentrum

Stubben Stubbens ganzer Stolz: von der Schule zum Gemeindezentrum

2010 erfolgte der Um- und Ausbau, und nun gibt es genügend Platz für die Feuerwehr sowie für Veranstaltungen aller Art in dem 360-Seelen-Dorf.

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Hell, freundlich und zweckmäßig — die Räume im heutigen Gemeindezentrum von Stubben sind gründlich renoviert und können auch von Privatleuten für Feiern aller Art gemietet werden.

Quelle: Fotos: Norbert Dreessen

Stubben. Ein bisschen Stolz auf ihr Dorf und seine Menschen schwingt mit, wenn Dörte Schmidt Besucher durch das Gemeindezentrum des Ortes führt. „Fast jeder in Stubben hat beim Umbau der alten Schule zum Gemeindezentrum mit angepackt“, sagt die junge Bürgermeisterin, erst knapp ein Jahr im Amt. Dass hier ein wirklich schmuckes Gebäude entstand, sei nicht zuletzt „der enormen Eigenleistung der Bürger“ zu verdanken.

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1912 wurde die neue Schule in der Ortsmitte von Stubben gebaut. Hier sind zwei der drei Rundgiebel des Hauses zu sehen.

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Auch kleine Dörfer in Schleswig-Holstein konnten früher eine eigene Schule vorweisen. In Stubben diente diesem Zweck bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts ein reetgedecktes Fachwerkhaus, das genau an derselben Stelle stand wie das Nachfolgegebäude. 1909 entschied die Gemeinde, eine neue, größere und schönere Schule zu bauen. Drei Jahre später geschah es: Der Altbau wurde abgerissen, der Neubau zierte danach das Dorf.

Einer, der sich mit der Geschichte der Schule in Stubben bestens auskennt, ist Jürgen Jellmann. Er wuchs im Ort auf, besuchte die Dorfschule, wurde später selbst Lehrer und schreibt nun, inzwischen als Pensionär, an einer Gemeindechronik. Sie soll 2017 veröffentlicht werden.

Jürgen Jellmann hat in manchen Archiven des Kreises und Landes geforscht und einige Kuriositäten zu Tage befördert — zum Beispiel, dass die frühere Schule anno 1826 ohne Baugenehmigung errichtet worden war. Die war zwar auch damals schon Vorschrift, aber so ernst nahm man es vor knapp zweihundert Jahren mit der Bürokratie wohl noch nicht.

1912, als Stubben die neue Schule bekam, gab es eine Genehmigung. Allerdings sind die Konstruktionszeichnungen aus jener Zeit nicht mehr auffindbar. Das ist schade, weil der Baustil mit den drei Rundgiebeln höchst selten ist und das tonnenförmig gebogene Dach eine echte Herausforderung für jeden Dachdecker darstellt.

Wie teuer die Schule war, fand Jellmann heraus: „Bauunternehmer Bohnsack aus Steinhorst bekam genau 19560 Mark für die komplette Schule.“ Darin enthalten war sogar die Lehrerwohnung — und die wiederum wies „ein komplettes Badezimmer“ mit Wanne, kohlebefeuertem Badeofen und WC aus. So etwas galt 1912 noch als absolute Luxusausstattung.

Etwa 30 bis 40 schulpflichtige Kinder gab es früher in Stubben. Unterrichtet wurden sie von einem Lehrer in einem Raum — vormittags die jüngeren Schüler der Klassenstufen eins bis vier, nachmittags die älteren der Stufen fünf bis neun. Das Lehrergehalt war bescheiden — ein Grund dafür, dass neben der Schule ein großer Lehrergarten angelegt wurde, in dem der Pädagoge Obst und Gemüse anbauen konnte. „Den Garten durften wir nie betreten“, erinnert sich Dorfchronist Jellmann.

In den 60er Jahren begann das große Sterben der Dorfschulen, auch Stubben traf es. 1968 drückten hier zum letzten Mal Mädchen und Jungen die engen Bänke, danach wurde das nahe Mollhagen in Stormarn zum Schulort für die Kinder des Dorfes. Ins leerstehende Schulgebäude zog die örtliche Feuerwehr ein, die ehemalige Lehrerwohnung wurde vermietet, die gesamte Schulausstattung entsorgt. Als die Feuerwehr vier Jahrzehnte später auf der Suche nach größeren und zweckmäßigeren Räumen war, gab es eine heftige, manchmal sogar sehr hitzige Diskussion in der Gemeinde: Sollte ein Anbau an die alte Schule angefügt werden oder sollte es einen kompletten Neubau geben? „Das führte 2008 schließlich zu einem Bürgerentscheid, bei dem sich eine knappe Mehrheit für den Anbau aussprach“, erzählt Bürgermeisterin Schmidt.

2010 erfolgte dann der Um- und Ausbau der früheren Schule, und nun gibt es genügend Platz für die Feuerwehr und die ebenfalls aktive Jugendwehr sowie für Veranstaltungen aller Art in dem 360-Seelen-Dorf. Da ist vor allem der Kulturverein zu nennen, der hier Theaterabende ebenso auf die Beine stellt wie Yoga-Kurse, Vorträge, plattdeutsche Plaudernachmittage oder das Weihnachtsbasteln — es sage niemand, in Stubben sei nichts los!

5000 Besucher beim Flohmarkt

Die alte Schule in Stubben ist im ganzen Kreis Herzogtum Lauenburg und weit darüber hinaus ein Begriff für Leute, die gern in alten Dingen stöbern. Im und am heutigen Gemeindezentrum veranstaltet der örtliche Kulturverein nämlich immer am letzten Sonntag im August einen riesigen Flohmarkt. Mehr als 500 Stände werden dabei aufgebaut.

Bürgermeisterin Dörte Schmidt erklärt, an diesem Tag herrsche „Ausnahmezustand im Dorf“.

Bis zu 5000 Besucher seien schon gezählt worden, und viele von ihnen hätten den Flohmarkt in Stubben als schönsten und größten in ganz Schleswig-Holstein gelobt. Auch die Essmeile komme stets bestens an.

Norbert Dreessen

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