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Lauenburg Süßmosterei Lütau: „In unserem Saft sind nur Äpfel drin“
Lokales Lauenburg Süßmosterei Lütau: „In unserem Saft sind nur Äpfel drin“
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18:15 26.10.2013
Udo Schönherr aus Schwarzenbek liefert eine Ladung Äpfel aus dem eigenen Garten am Katthof an. Quelle: Jann
Lütau

„Nein“, sagt Bernd Velke, „auch wenn es in diesem Jahr 30 Prozent weniger Äpfel als bei einer durchschnittlichen Ernte gibt, der Apfelsaft wird nicht knapp oder teurer.

Zumindest nicht bei uns“, stellt er klar. Velke betreibt mit Axel Otolski seit fast 30 Jahren die Lütauer Süßmosterei am Katthof, hier werden pro Jahr etwa 750 000 Liter Apfelsaft produziert.

„Der lange und kalte Winter hat in der Vegetation für eine Verschiebung der Reife gesorgt“, weiß Velke. So sind die meisten Apfelsorten in diesem Jahr mindestens zehn bis 14 Tage später reif als üblich. Zurzeit sind gerade einmal die Sorten mit den hellen Schalen reif, die Äpfel, die noch eine rote Farbe bekommen, brauchen noch etwas Zeit. Velke: „Jeder Tag Sonne, den die Äpfel am Baum jetzt noch Sonne abbekommen, sorgt für ein halbes Grad Oechsle mehr Zucker.“ Denn eine Zuckerbeigabe in der Produktion gibt es bei der Lütauer Süßmosterei nicht. „In unserem Saft sind nur Äpfel drin“, sagt Velke.

Etwa 1000 Tonnen Äpfel verarbeiten Velke, Otolski und ihre zehn Mitarbeiter pro Jahr. 600 Tonnen kaufen sie von Obstbauern wie Spiekermann in Dassendorf, 400 Tonnen liefern private Obstbaumbesitzer an. Für 50 Kilo Äpfel bekommen sie acht Flaschen frisch gepressten Apfelsaft. Mit drei Lastwagen beliefert die Mosterei Geschäfte im Umkreis von 100 Kilometern. Außer dem Apfelsaft, den es naturtrüb und klar gibt, haben auch viele Mischgetränke Fans — darunter Apfel-Ingwer oder Rhabarberschorle, die Zuwachsraten von 30 Prozent hat.

Schon seit Jahren erreicht die Apfelmenge nicht mehr die durchschnittliche Menge. „Das hängt mit der Klimaveränderung zusammen“, ist Velke überzeugt. Es sei lange und sehr kalt, und wenn die Bienen fliegen müssten, hindere sie der Regen daran. „Es gibt in diesem Jahr Landstriche, da werden so gut wie keine Äpfel geerntet, während es einige 100 Meter weiter Obst gibt.“ Velke setzt darauf, dass die Kunden möglichst nur reifes Obst im Silo am Katthof anliefern. „Unreifes Obst bietet zuviel Gerbsäure“, warnt Velke. Allerdings hat er die ersten Flaschen getestet: „Der Saft ist sehr lecker!“

Sonnabend ist Obsttag
Geöffnet ist die Mosterei zur Obstannahme mit dem kleinen Hofladen für den Direktverkauf montags bis freitags von 8 bis 12 sowie 14 bis 17 Uhr. Sonnabends wird von 10 bis 12 Uhr Obst angenommen.

Timo Jann

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