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Lauenburg Süverkrüp unter Druck: „Wir retten Jobs “
Lokales Lauenburg Süverkrüp unter Druck: „Wir retten Jobs “
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20:12 23.05.2016

Die Übernahme der bisherigen Mercedes Benz-Niederlassungen in Mölln und Bad Oldesloe zum 1. Mai durch die Kieler Süverkrüp Automobil GmbH hat zu einem Disput zwischen der Firmenleitung und der Gewerkschaft IG Metall geführt. Von einem „problembehafteten Übergang“ spricht IG-Metall Bezirksleiter Friedhelm Ahrens und wirft der Firma Süverkrüp vor, schon 2015 vereinbarte Tariferhöhung einsparen zu wollen und generell Tarifverträge entgegen früheren Bekundungen abzulehnen. Was die Geschäftsführung des Autohauses zurückweist und betont, man habe durch den Kauf der Filialen bedrohte Arbeitsplätze gerettet.

„Wir bezahlen hier im Norden immer noch die höchsten Löhne.“Dr. Fitz Süverkrüp, Seniorchef

„Ohne Tarifbindung gibt es keine Rechtssicherheit für die Beschäftigten.“Friedhelm Ahrens, IG-Metall-Bezirksleiter

Die Autohäuser bereiten den Gewerkschaften generell Sorgen. Die Branche ist tariflich gesehen in Auflösung. Fast kein Betrieb ist mit seinen eher niedrigen Beschäftigtenzahlen im unteren bis mittleren zweistelligen Bereich tariflich gebunden. Lediglich drei Autohäuser seien noch Mitglied in der Tarifgemeinschaft für das KfZ-Gewerbe in Schleswig-Holstein. Und auch dieser Entgeltrahmen sei deutlich niedriger als das Entlohnungsniveau von Mercedes-Benz.

Wohl auch aus diesem Grund hat sich der Premium-Autobauer bundesweit an 63 Standorten von seinen – teils defizitären – Autohäusern getrennt. Um trotz der hohen Mercedes-Gehälter Käufer zu finden, hat die Daimler-Benz AG zusammen mit den Gewerkschaften ihre teils recht unansehnlichen Bräute schön gemacht. Etwa mit großzügigen Übergangsleistungen für die Belegschaften, Weiterzahlung der Betriebsrentenbeiträge und Abfindungen als Nachteilsausgleich für künftig niedrigere Löhne. Außerdem wurde ein Katalog mit „Gütekriterien“erarbeitet, der nicht ausreichend solvente Interessenten außer vor lassen sollte.

All diese Übernahmekriterien für die Mercedes-

Vertretungen (Mölln 34, Bad Oldesloe 20 Beschäftigte) seien durch Süverkrüp voll erfüllt, betont die Geschäftsführerin Anja Niemann auf LN-Nachfrage. Außerdem werde auf dem Niveau der SH-Tarifgemeinschaft gezahlt und damit weitaus mehr als in den meisten anderen Autohäusern. Nur dem Tarif beitreten wolle man nicht, so lange die Konsolidierungsphase der neu erworbenen Autohäuser noch nicht abgeschlossen sei. Das sei auch der Grund, weshalb man auch nicht die bereits im vergangenen November im Rahmen der SH-Tarifgemeinschaft vereinbarte Tariferhöhung zahlen wolle.

Diese 2,8 Prozent mehr stünden den Arbeitnehmern aber zu, sagt Gewerkschaftssekretär Gunnar Reichwaldt und betont: „Dies ist für uns ein klarer Rechtsbruch, da beim Übergang eines Unternehmens eine Nachwirkung eintritt. Die Zahlung ist zwingend zu leisten.“ Weiter fordert die IG Metall die Firma Süverkrüp zur Aufnahme von Tarifverhandlungen auf. Bezirkleiter Ahrens ergänzt: „Auch wenn Süverkrüp sich am Niveau der SH-Tarifgemeinschaft orientiert, haben die Beschäftigten damit noch lange keine Rechtssicherheit. Was Süverkrüp zahlt, ist derzeit freiwillig und kann jederzeit reduziert werden.“

Zudem, rechnet Ahrens vor, würde jetzt bei Süverkrüp deutlich weniger gezahlt: im Werkstattbereich 885, Meister 398, Verwaltung 747 Euro /Monat. Würde sich der neue Autohauseigner aber plötzlich am Gros der nicht tarifgebundenen Autohäuser orientieren, drohten den Beschäftigten 15 bis 20 Prozent Einkommensverlust. Sollte die Süverkrüp-Gruppe mit über 800 Beschäftigten nicht in Tarifverhandlungen eintreten, behalte sich die IG Metall „notwendige Maßnahmen vor“, betont Ahrens.

Matthias Wiemer

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